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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?


Chronologisch Thread 
  • From: Patrik Pekrul <patrik.pekrul AT hotmail.de>
  • To: Logos <Logos AT news.piratenpartei.de>
  • Cc: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
  • Date: Sun, 13 May 2012 23:17:46 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Du kriegst den Kredit nur gegen Sicherheiten - Immobilien, Arbeitsplatz/Ausbildung, .. gesamte Glaubwürdigkeit Deiner Rückzahlungswilligkeit,  s.o.

So ist das Geld "gedeckt".

Wenn für dich "Glaubwürdigkeit deiner Rückzahlungsfähigkeit" schon eine Deckung darstellt, dann sei es dir gegönnt an eine "Deckung" zu glauben; dabei vergisst du offensichtlich, was uns erst reingeritten hat - "Sub-prime-Krise", schon vergessen? Sehr "glaubwürdig" diese Rückzahlungswilligkeit und -fähigkeit, ebenso scheinen bei Bedarf auch griechische Junkbonds eine hohe staatliche verordnete Glaubwürdigkeit zu besitzen....

Geldvermögensteuer (z.B. 5%) ginge wie gesagt nur einmalig - weil wie gesagt dann beim nächstenmal 8% statt 3% für Staatschulden fällig werden ....
Schuldenschnitt zerrüttet auch auf lange das Vertrauen / hebt die Zinsen.

Höhere Zinsen wären wünschenswert, denn damit würde die Nachfrage nach Kredit zurückgehen, und damit die Geldmenge - was ja Ziel der Übung ist.

Für Staatsanleihen bringts ja gar nix. 8% - 5% = 3%. Jacke wie Hose. Privat/Immokredite würden dann aber ebenso teurer. Nur noch Reiche könnten ein Haus bauen (und dies dann eben vermieten).

Und wo ist da jetzt der Unterschied zu einer allgemeinen Vermögenssteuer? Zwei Beispiele:

Geldvermögenssteuer: Fremdfinanzierung Haus 1, Geldvermögensteuer für Bank 5%, Zinsen 8%, 8% wird auf Mieter umgelegt
Allgemeine Vermögenssteuer: Vermögenssteuer aufs Haus 5%, Zinsen 3%, 8% wird auf Mieter umgelegt

(Dabei gehe im Falle einer allg. VSt von einer Nettovermögensbestuerung auf, ansonsten kommen sogar noch einmal 5% obendrauf!)

Kosten sind Kosten und werden auf den Endnutzer umgelegt - die spannende Frage ist, ob die Vermieter diese höheren Preise am Markt vollständig durchsetzen können. Und selbst wenn - nutzt man die Mehreinnahmen der (Geld-)Vermögenssteuer zur Senkung der ESt, dann steigt damit das verfügbare Einkommen, und so wären bspw. höhere Mieten durchaus verkraftbar.

Natürlich werden bei höheren Kapitalkosten, weniger Kredite vergeben und folglich weniger Geld geschöpft  - aber das ist ja Ziel der Übung; Wasch mich, aber mach ich nicht nass, gibt's nicht! Ja, es werden keine Immobilien- und Konsumentenkredite mehr an Sub-Prime-Kreditnehmer verscherbelt werden - richtig so! Genau das bringt die Systemstabilisierung.

=> die schon beschriebene bloße Drift des Vermögens.

Es bringt nur seltsame Verwerfungen und der gute Nutzen des Geldes wird zerrüttet, die Wirtschaft gelähmt.

Die Lenkungswirkung besteht darin, dass Kredite nur noch für wirtschaftlich tragfähige Projekte und an solvente Kreditnehmer vergeben werden - schlicht, weil es sich sonst nicht lohnt.

Wie gesagt, Geld ist gut: das Tauschmittel für Waren und Zeit/Warenleihe, das Schmiermittel der Wirtschaft. Es stinkt nicht, es erzeugt kein CO2, es ist nicht gesundheitsschädlich. Die Vermögenspolarisation ist das Übel.

Du siehst das Symptom, aber verkennst die Ursache, wie erklärst du dir diese zunehmende Vermögenspolarisation?

Ich würde noch hinzufügen: Ist das wirklich die Lenkungswirkung, die wir wollen?

ja - es ist die Standard-Lenkungswirkung des gesunden Menschenverstandes. Die Oma soll ja das Haus rechter Größe auch bewirtschaften können. Ein im Verhältnis zu großes Haus hat bessere Verwendung.

Ich denke, mit dem Argument würdest du (meiner Meinung zurecht) so was von an die Wand fahren: Das Haus, dass sie ihr Leben lang aufgebaut, gepflegt und abbezahlt haben, müssen sie jetzt leider räumen, weil es für jemanden anderen besser geeignet ist - aber im Altersheim ist ja sicher noch ein gemütliches Plätzchen frei... Vielen Dank für ihre Lebensleistung!

Etwas zynisch für meinen Geschmack!

Alle derartigen Konstruktionen sind nur zusammengesetzt aus Basiswert + Spekulation(=Wette). D.h.: "siehe oben".
Damit verdienen die Banken ein bisserl mehr Gebühren. Evtl. wird der Markt ein wenig flüssiger/bequemer. Ändert aber ansonsten im wesentlichen nix.

Kannst du "ein bisserl" und "im wesentlichen" monetär bewerten ;-)

(mit allgemeinen Vermögensteuern könnte man wohl auch die Wirtschaftzyklen viel leichter glätten: https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=152152&pid=796086#pid796086 )

Besagter Integralregler.

Also, die Menschen mit knappen Mitteln kann man glaub ich nicht mit Drogensüchtigen vergleichen. Um die Beseitigung zu großer Knappheiten gehts ja in der _sozialen_ Marktwirtschaft.

Ich beziehe mich eher auf einige Staaten, die aus politischem Opportunismus mehr Schulden aufnehmen als ihnen gut tut. Hat sich das Volk erstmal daran gewöhnt, dass staatliche Leistungen einfach "da" sind, fällt es der Politik natürlich sehr schwer zu begründen, dass irgendwie für jede als selbstverständlich empfundene Leistung, halt doch irgendwann eine "reale Deckung" erbracht werden muss. Im Zweifelsfall brennen dann die Straßen - siehe Griechenland.

sehe ich ähnlich.
Und letztlich muss auch das Kapital dem Konsum folgen. Deshalb vermute ich stark, dass es - mit ggf. wenigen flankierenden Maßnahmen wie stimmigen Zöllen, Bindung der Pflicht an Staatbürgerschaft etc. - leicht möglich ist die richtigen Vermögen-/Substanzsteuern durchzusetzen.

Schön, dass man sich trotz aller Differenzen auf ein gemeinsames Ziel verständigen kann.



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