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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: Logos <Logos AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
- Date: Sat, 12 May 2012 13:53:35 +0200
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- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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Patrik74 wrote:
Logos schrieb:
Auch die Sichteinlagen auf Deinem Konto sind z.B. von
Immobilienkrediten und Staatskrediten (die das Gro ausmachen)
gedeckt, die die Bank immer auf der anderen Seite gegeben hat.
Dein Geld hat deshalb Wert, weil der realinvestierende Schuldner
mit seinem Geschäft den Kredit abstottern muß.
Tatsächlich? Und welcher Wert steht hinter den 500 Mrd.€, die bei
der letzten EZB-Auktion über Nacht entstanden sind, sind da
irgendwo ganz Wohnblocks wie Champignons aus dem Boden geploppt?
Nein! Deine Euros sind durch genau gar nichts gedeckt, außer durch
andere Euros. Der Besitz eines Euros berechtigt dich im Kern zu
gar nichts. Kreditgeschäft und Anlagegeschäft haben bei der Bank
so gut wie nichts miteinander zu tun. "Deine" Euros werden nicht
weiterverliehen, "Dein" Geld hat mit den Forderung der Bank an
ihre Schuldner NICHTS zu tun!
die 500Mrd werden gegen Leitzins o.ä. ausgegeben, das Aufnahmen des Kredits kostet den Banken also ständig. Jetzt muß die Bank also flott was rentables damit machen. Hier z.B. (rentablere) Staatanleihen kaufen. (Ausgelaufene auswechseln oder Neuverschuldung.) Der Staat macht/hat mit dem Geld dann was reales, z.B. Straßenbau. Es geht praktisch nur um ein bischen Zeitfaktor für die "Realmanifestation".
(Das bekloppte EZB-System zum Staatsschuldenkauf mit Umweg über die Banken ist nur im Vgl. zu FED, Japan etc. viel teurer und füttert noch stärker die Reichen, bzw. multipliziert das Kollapsrisiko. Die dümmste Form des Zeitkaufs. Inflation durch Qantitative Easing / Geldentwertung ist eine etwas weniger dumme Form. nur Vermögensteuern helfen letztlich.)
Beim Immokredit der Hausbank ist es mit dem Zeitfaktor im Prinzip genauso. Wenn der Hauskredit ausgegeben wird, das Geld auf dem Konto des Häuslebauers erscheint, kann er erst langsam ausgegeben werden. Die Handwerker müssen erstmal gesucht werden, es muss gehandelt werden etc. ... und schließlich gelangt von dem Geld aus dem Hauskredit, oder aus den Staatschulden (für Straßenbau) auch was auf Dein Sichtkonto.
Sobald was auf Deinem Ottonormal-Sichtkonto ist, hat unweit irgendwer dafür Schulden aufgrund von Real-geschäften.
Den genannten 5 Bio Privatgeldvermögen stehen z.B.
Staatschulden, Immokredite, Unternehmen etc. gegenüber. (Das
Soll/Haben der Banken untereinander, was der
Geldstromoptimierung dient, kann man nicht sinnvoll bzgl.
Vermögen besteuern - bestenfalls Finanztransaktionen.)
Das stimmt, und wenn man also (Staats-)Schulden reduzieren will,
muss man also beide Seiten der Bilanz kürzen; also auf der einen
Seite Geldvermögenssteuer einziehen, und damit die andere Seite
Schulden abstottern - so verkürzt man die Bilanz. Man könnte
stattdessen zwar auch einfach einen Schuldenschnitt vornehmen,
aber das wird nicht passieren.
Geldvermögensteuer (z.B. 5%) ginge wie gesagt nur einmalig - weil wie gesagt dann beim nächstenmal 8% statt 3% für Staatschulden fällig werden ....
Schuldenschnitt zerrüttet auch auf lange das Vertrauen / hebt die Zinsen.
Nur allgemeine Vermögensteuern können tun.
Rohstoff/Aktien/XY-Optionen, Zertifikate, CDS-Wetten, Pferde-
und Sportwetten, Roulette-Einsätze etc. sind wieder was anderes,
und gehören nicht zur Geldmenge. Es sind freie Geschäfte
zwischen Spekulanten, die könnte man höchstens gesetzlich
begrenzen.
Diese "freien Geschäfte" binden aber Geld, und zwar in
signifikanter Höhe. Das ist wie beim Poker; stellen wir uns vor,
das Finanzkasino wäre ein Pokertisch, in der Mitte steht der Pott.
Jeder der mitzocken will, steckt erstmal sein Geld in den Pott, um
den gespielt wird. Er kriegt dafür Chips, mit denen dann fröhlich
hin- und hergezockt wird. Ich denke, jeder sieht sofort ein, dass
das Geld im Pott jeglicher anderer Verwendung entzogen ist,
solange das Spiel läuft. Das Problem am Finanzkasino: Der Pott
wird immer größer und das Spiel wird nie enden.
Dies erklärt auch, warum die Scheinrenditen im Finanzkasino höher
erscheinen als in der Realwirtschaft. Dadurch, dass immer neues
Geld hinzukommt, nimmt bei gleichbleibend gefühlter Gewinnchance
der Erwartungswert der Rendite immer weiter zu - und je höher
dieser Erwartungswert ist, desto mehr Geld zieht das Finanzkasino
an. Ein Teufelskreis!
Ein Wetteinsatz bindet Geld bis zum Eintreten des Wett-Ereignisses. Bei einem richtigen Spekulant an den Märkten, ist das ein Margin-Konto, wo dann mit großem Hebel gearbeitet wird (damit möglichst wenig Kapital gebunden ist).
Die Rohstoff-Spekulation z.B. aber stiftet ja erheblichen Realnutzen durch: Sicherheit für die sich absichernden Produzenten, Stabilität für die Verbraucher, ... insgesamt bedeutet ja Spekulation wie der Name sagt: Vorrausschauen. Dies ist im wesentlichen eine reale nützliche Dienstleistung. (wo gehobelt wird fallen natürlich auch ein paar Späne)
Nur die reine Glücksspielwette, etwa im realen Kasino oder im Lotto, ist etwas fraglicher. Aber da dauert ja der Einsatz von Kapital zeitlich nicht lange. Und da es wohl manchen Spaß macht, ist sozusagen auch da erheblicher Realnutzen gegeben ;-) Das wird natürlich zurecht saftig besteuert um es noch nützlicher zu machen ...
Ohne Agrar-/Rohstoffspekulation hätten wir übrigens ständig
überraschende Hungersnöte und Fehlallokationen. Diese
Spekulanten sorgen überwiegend für optimierte Allokation von
Resourcen. z.B. wenn absehbar wird, das Mais knapp wird, dann
gehen dadurch schon frühzeitig die Preise nach oben (und nicht
erst bei der Ernte), dies animierte Produzenten und Abnehmen
frühzeitig zum investieren/sparen etc. Die Produzenten können
sich einen Preis absichern und gehen so nicht so leicht pleite etc.
Ich denke, du argumentierst hier wie weit im letzten Jahrhundert.
Die Spekulation hat sich von der Realwirtschaft vollständig gelöst
und lebt heute aufgrund der überbordenden Geldmenge, die
verzweifelt eine Anlage sucht, überwiegend vom Herdentrieb. Mit
realwirtschaftlichen Vorgängen hat das nur noch am Rande zu tun.
Ne, ich denke da ist nicht viel mehr als: wo gehobelt wird fallen natürlich auch ein paar Späne. (worauf sich ein paar Politiker kaprizieren)
Jemand der regelmäßig spekuliert muß schon sehr gewissenhaft vorgehen um zu überleben oder gar gut zu verdienen. Jedem Verlust steht ein Gewinn gegenüber. Der Spekulations-Prozess dient wie gesagt dem zeitlichen Vorausschauen, der Übersicht(sdienstleistung). Während der normale Geld- und Warenmarkt sehr kurzsichtig ist.
Wenn an den Devisenmärkten, wo das höchste Handelsvolumen ist, riesige Mengen pro Tag umgesetzt werden, ist das dennoch ein ziemliches Nullsummenspiel. Da wird einfach auf die noch kleinsten Ungleichgewichte spekuliert - um sie auszugleichen.
Die fetten Gewinne unterm Strich, und damit die Reichtumspolarisationen, laufen nachwievor auf bei innovativen Realgeschäften und Rohstoffförderung: Apple, Google, ... Siemens, .. Exxon, ...
Banken z.B. sind merkwürdigerweise gar nicht unter den hochwertigsten Firmen. (Ihr Geschäft ist recht dröge, viel Konkurrenz mit einem Allerweltsprodukt ...)
kurz: ich sehe das negative da nicht so. Einzige wirksame
Schulden-/Risikogrenzen für systemrelevante Institutionen sind
m.E. geboten.
Das merke ich, aber mir scheint, dass du ein Lehrbuch aus den
80ern gelesen hast, und nicht merkst, dass wir 40 Jahre weiter
sind. Die Welt hat sich geändert, um es mit Keynes zu sagen:
Keynes schrieb:
„Spekulanten mögen als Luftblasen auf einem steten Strom des
Unternehmertums keinen Schaden anrichten. Aber die Lage wird
ernst, wenn das Unternehmertum die Luftblase auf einem Strudel
der Spekulation wird. Wenn die Kapitalentwicklung eines Landes
das Nebenerzeugnis der Tätigkeiten eines Spielkasinos wird, wird
die Arbeit voraussichtlich schlecht getan werden.”
Wir haben den Rubikon bereits überschritten.
s.o.
Die Spekulation scheint nur oberflächlich gefährlich, weil die Überschuldung (womit ja auch spekuliert wird) gefährlich ist, und weil letztlich die Reichtumspolarisation gefährlich ist.
Die Spekulation ist wirklich sehr nützlich, vorrausschauend, fast unbestechlich weise: Wenn die Zinsen eines Landes stark ansteigen, dann ist es wirklich höchste Zeit die Ursache des Problems zu beheben!
Seien wir froh dass es so _frühzeitig_ das Signal gibt. Nur die heutige Poltik ist so dumm, daß sie sehenden Auges, vielfach gewarnt durch die vorraussehenden Spekulanten, trotzdem weiter in den Graben fährt!
Das häufige politische Schimpfen über Spekulation ist nur
Ausrede. Die meisten realen Spekulanten sind ziemlich arm dran,
haben enormen Stress für vgl. wenig Verdienst. Das wirklich
große Übel ist m.E. die zunehmende Reichtumspolarisation
insgesamt - unabhängig von der Allokation. Wer schon viel hat
kann es leicht vermehren, und sein Konsum frisst anteilig fast
nix mehr vom Einkommen auf.
Da sind wir uns einig, und wo landet das Geld, das nicht
konsumiert wird heute überwiegend?
In Unternehmensbesitz, Schuldtiteln, hohen Immobilienpreisen, Goldpreisen, noch lukrativen Ländern ... konzentriert bei wenigen.
Das den Staatschulden gegenüberstehende Geld kann man durch
Vermögensteuern und Tilgung der Staatschulden zurückfahren -
wenn man dies möchte (in Griechenland, Spanien sollte man dies
tun). Dem Immobilienkreditnehmer kann man ein
Höchstverschuldung vorschreiben (was man inzwischen tut), den
Leitzins/Mindestreserve kann man erhöhen, etc.. Das würde die
Geldmenge reduzieren.
Das (eigentlich nützliche flexibilisierende) Geld kann man
m.E. aber nicht isoliert sinnvoll besteuern.
Dass man die Mindestreserve erhöhen sollte, ist absolut
richtig; die Anhänger des Vollgeldes - für das ich viel
Sympathie habe - wollen sogar 100%. Ich würde da iterativ
vorgehen und die Mindestreserve schrittweise erhöhen bis die
Zentralbanken die Geldmenge wieder wirksam regeln können. Ich
bin auch offen für die Idee, verschiedene Formen von
Geldvermögen unterschiedlich zu besteuern, bspw. in
Abhängigkeit des Risikolevels.
Du willst da immer viele verschieden Steuern erfinden. Eine Büchse der Pandorra ;-)
Dabei ist es so einfach und einzig richtig: einheitlicher Vermögensteuersatz.
Beim Geld ist ja eher das Problem das es trotzdem zu wenig ist! Deshalb muß die EZB und die FED ja ständig noch mehr ausgeben.
Die meisten Menschen würden ja (und immer mehr) sagen: ich hab zu wenig Geld. Japan hat schon Deflation. Nur die Reichen haben zuviel Geld/Schuldtitel, aber die konsumieren ja nicht.
=> Wieder: Vermögensteuer.
ich denke, die einheitliche Vermögensteuer mit möglichst
redlicher marktnaher Bewertung der Vermögensgegenstände macht
am wenigsten Verwerfungen und wirkt tatsächlich richtig.
Da kommen wir also zusammen. Das Problem bei der Besteuerung
von Sachvermögen ist aber, dass du Leute mit wenig Einkommen
oder Geldvermögen in Liquiditätsnöte bringst. Orientierst du
dich nur am Geldvermögen, hast du dieses Problem nicht.
Nein. s.o.
Geldvermögen repräsentiert wie ausführlich diskutiert nur immer Sachvermögen. Ansonsten würden die Reichen z.B. die Straßen, die Bahn, die Immobilien etc. direkter kaufen müssen und verleihen/vermieten. Der Tauschbarkeit entkommt man nicht.
Nur die mögliche einheitliche Vermögensbewertung und das stopfen aller Lücken wirkt.
So kann man es aber nicht langfristig sinnvoll machen. das ist
ein Spiel mit dem Feuer. Denn so leiht sich der Staat Geld
letztlich von sich selbst. immer mehr. Wohin das führt ist
bekannt...
Was ist schlimmer "Spiel mit dem Feuer" oder "Ritt auf dem
Vulkan"? Im Moment praktizieren wir letzteres. Die Skepsis
gegenüber dem Staat ist gerechtfertigt, aber wir stellen ja nun
fest, dass die Märkte es auch nicht bringen. Die
Ratingagenturen und Banken haben den Crash auch nicht
verhindert, ganz im Gegenteil. Wir brauchen einen neuen Regler
- die Monetative ist einen Versuch wert, obwohl ich
mittlerweile auch nicht mehr Institutionen wirklich vertrauen
kann - aber vielleicht werde ich ja positiv überrascht.
wie gesagt Quantitative Easing (FED, Japan) ist etwas wengig dumm als die "dickte Berta" der EZB via Banken. Hilft aber auch den Reichen mehr weil die weniger geringverzinstes Geld haben, als die Armen, die praktisch nur gerinzverzinstes Geld haben.
Aber letzlich helfen nur allgemeine Vermögensteuern.
Der Staat muß zur stimmigen Schuldtilgung letztlich stimmige
Steuern einheben. (Der Staatsverschuldung in Griechenland
steht von 2000 bis 2010 übrigens eine Zunahme der griechischen
Privatvermögen von 75% gegenüber! Das zeigt wo der Bartel den
Most holt.)
Du sagst es. Es ist sogar noch krasser, in der Zeit, in der dir
Rettungsgelder nach Griechenland fliessen, haben die Reichen
dort ihre Konten geräumt und 65 Mrd.€ abgezogen. Man muss kein
Finanzgenie sein, um die Zusammenhänge erkennen zu können -
viel offensichtlicher geht es eigentlich nicht mehr.
Genau! Genau!
Hätten sie doch rechtzeitig Vermögenssteuern wirksam, moderat, gleichmäßig und einheitlich erhoben. Auf Jachten wie auf Immobilien, wie auf Geld, wie auf Aktien.
Plötzliche späte große Enteignungen (wie auch hohe Erbsteuern), oder partikuläre Steuern, provozieren mehr Flucht.
(Aber es ginge immer noch für Griechenland.).
Ich will nur darauf hinweisen, das die Ungleichbehandlung auch
rechtlich aber immer irgendwie a G'schmackle hat. Partikulare
Steuern sollten m.E. durch spezifische Schadwirkung
(Zigaretten, Benzin..., Vermögenspolarisation) motiviert sein.
Schadwirkungen wie z.B. Inflation, Instabilität, Umverteilung
von unten nach oben, soziale Spaltung der Gesellschaft,
zunehmende Abhängigkeit des Staates von einem immer kleineren
Personenkreis...
Ja.
Bis auf die Inflation - die wäre von 3..5% sogar besser, da weniger Hortung. Und wir habe ja eher das Problem der Deflation, weil das Volk (welches konsumiert) zu wenig Geld hat.
Geld an sich aber ist eine der nützlichsten Erfindungen der
Menschheit. Es ist einfach Schmieröl/Katalysator für die
Wirtschaft.
Unbenommen, auch ein Stausee ist eine feine Sache - bis er
bricht! Merkt man, dass die Wasserhöhe zu stark ansteigt,
muss man also unbedingt Wasser kontrolliert ablassen.
Ja, durch einheitliche Vermögensteuern.
Würde man aber nur die Geldvermögen plötzlich besteuern (was wie gesagt gar nicht konsistent geht), dann würden die Reichen (und Armen) sofort in Sachwerte, Immobilien, Gold, andere Währungen, etc. gehen. Das gäbe einen saftigen Dammbruch ... die typische Hyperinflation nach Deflation.
"Die Piraten setzen sich für die Wiedereinführung der
Vermögenssteuer ein, die den Schwerpunkt auf das
Geldvermögen [Verweis auf Definition] legt" : Nein - denn so
ist wirklich der Wurm drin. Ich bin mir ziemlich sicher, daß
dieses partikulare zu unrichtigen Verwerfungen führt. (Wie
vieles was die Komplexität erhöht)
Stattdessen sollte man vielleicht sogar im Zuge mit einer
wirksamen Vermögensteuer die Grundsteuer abschaffen: die
eine _partikuläre_ Vermögensteuer ist, welche aber nicht
durch Schadwirkung begründet ist. Diese wird nämlich (weil
sie partikulär ist!) einfach auf die Mietpreise der Mieter
draufgeschlagen - üblicherweise sogar formal explizit in der
Mietnebenkostenabrechnung. Wirkt also ähnlich nur wie eine
Umsatzsteuer. Aus demselben Grund wie oben bei dem Beispiel
der Staatsschulden wo der Geber dann 8% statt 3% gleich
wieder über den Markt durchsetzen kann.
Vielen Dank für das Beispiel der Grundsteuer als Beispiel,
dass man verschiedene Vermögensklassen verfassungskonform
eben NICHT gleich behandeln muss. Eine Geldvermögenssteuer
wäre das Äquivalent der Grundsteuer - nur halt für
Geldvermögen. So gesehen lässt sie sich ganz leicht
begründen, und man hat auch gleich den Beweis, dass es keine
Flucht aus Immobilienvermögen gibt, nur weil eine Grundsteuer
existiert. Ebenso wenig würde es einen Exodus des
Geldvermögens geben, nur weil man es moderat besteuert.
Der Schluß ist falsch! Sogar aus 2 Gründen:
a) Der Geldmarkt hat als flüssigster die Besonderheit, daß man die Steuer nicht durchsetzen kann ohne gleich den Zins genauso zu erhöhen. Letztlich muß der Schuldner diese partikuläre Steuer 1:1 übernehmen (ex Einmaleffekt mit Staudammeinbruch).
b) bei der Grundsteuer muß ja wie gezeigt der _MIETER_/_BEWOHNER_ einfach diese Steuer 1:1 übernehmen. bei Immobilien ist es noch so, daß die Reichen zumindest einen Teil des Immobilienbesitzes selbst bewohnen. Aber bei Geld ist es so, daß der Reiche ja praktisch gar nicht selbst nicht Schuldner ist! Die ganze Steuer muß der Schuldner 1:1 zahlen!
Ein Punkt bei einer allgemeinen Vermögensteuer ist
vielleicht, daß Besitzungen von Ausländern in Deutschland
(egal welcher Art) auch einigermaßen mit erfasst werden
sollten (stimmig im Rahmen von Abkommen zur
Doppelbesteuerungen) - und deutscher Besitz im Ausland
natürlich sowieso.
Korrekt, Steuerbasis sollte das "Weltgeldvermögen" sein.
Gesamtvermögen der zu besteuernden deutschen Person.
Bzw. im Ausland anrechenbare Steuer auf Besitz von Ausländern in DE.
Ein Land mit (dann) hoher Kaufkraft ist ja auch so
interessant, daß es Effekte, die man mit wirksamen
Vermögensteuern befürchtet mehr als ausgleicht. Kapital muß
letztlich zur Kaufkraft kommen. Mit wenigen flankierenden
Maßnahmen (auch Zölle) ist die m.E. auch in einer
globalisierten Welt möglich.
Ganz genau!
auch steht Kapital über den Kreditmechanismus heute beliebig bereit - sofern Kaufkraft/Konsum winkt. Deshalb braucht man nicht vor Drohungen von Lobbies davon laufen. Davonlaufen können nur Rechtstitel und deren Besitzer. Die Rechtstitle kann man neutralisieren (Zölle, Staatsbürgerschaft, etc.)
Und es gibt viele vernünftige Reiche die von selbst ihre Besteuerung fordern:
http://www.nw-news.de/owl/4896088_Reiche_fordern_Besteuert_uns.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,625749,00.html
Nur muß es eben allgemeingültig geschehen.
Grüße
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Londo100, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Christian Schmidt, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Londo100, 10.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Christian Schmidt, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, porcupine87, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik74, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 10.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 10.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 11.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik74, 11.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Londo100, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 13.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 13.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 11.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 10.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 10.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik74, 09.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Londo100, 09.05.2012
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