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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?


Chronologisch Thread 
  • From: porcupine87 <porcupine87 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
  • Date: Wed, 09 May 2012 14:26:00 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


@Patrick

sorry, ich musste das letzte mal unverhofft, spontan und dringend los ;) Also gut, wenn du an die Zinseszinsproblematik glaubst, naja. Da kommen wir beide wohl nicht zusammen und es liegt aus deiner Sicht eine ganz andere Voraussetung dar, eine Vermögenssteuer zu wollen. Der feste Glaube (und nichts anderes ist es) jeder mit Spareinlage hätte eine Art Anspruch auf einen Zins, finde ich absurd. Ohne diesen Anspruch, gäbe es da auch keine Problematik. Wenn du anstatt Geld etwas anderes verleihst, hast du ja auch die Zinseszinsproblematik. Du kaufst dir ein haus und vermietest es. Von dem daraus erzielten Gewinn kaufst du dir wieder etwas, was du vermietest usw.

In unserem System gibt es keinen Anreiz Überschüsse (real) produktiv einzusetzen - warum nicht?
Schon, da man sonst ja keine Rendite erzielen würde. Wie viel Rendite bzw. Zinsen erhältst du, wenn du das Geld zu Hause belässt? Da gibt man das Geld doch lieber der Bank und kassiert eine Rendite dafür (dank unsrem staatlichen Geldsystem nahezu 100% sicher).

Das Zehntel sind nur die Zinsen, ich sprach von Zinsen + Tilgung.
Wir tilgen doch nicht unterm Strich. Alte Kredite werden durch neue ersetzt und dessen Zinsen werden getilgt. Welche Rolle spielt es dabei, wie viele Kredite in einem Jahr wirklich zurück bezahlt und neu aufgenommen wurden? Die Nettoschuldenaufnahme spielt doch nur eine Rolle.

Eine sehr interessante Frage - vielleicht bringt dich die Frage: Cui bono? weiter
Wer profitiert an der staatlichen Schuldenaufnahme? Ich würde mal sagen die Staatsanleihenverkäufer und der Staat (die, denen das Geld dann zu Gute kommt, also Sozialhilfeempfänger, Rentner etc.). Wer sonst?

Genauso wie man das Welteinkommen der Bürger besteuern kann (tun die USA), kann man auch das Weltgeldvermögen der Bürger besteuern.
Auch Deutschland besteuert das Welteinkommen(es gibt allerdings Steuerabkommen), aber das kann der Staat nur mit den eigenen Schäfchen machen. Darf man den Staat mit seinem Vermögen noch verlassen? Andere Länder würden einem mit Handkuss empfangen. Und wenn sich der Reiche dann zB. Häuser kauft, die er vermietet, wäre das kein Geldvermögen mehr und würde nicht unter die Steuer fallen, oder? Das würde zumindest ich machen. Da gibts auch ne schöne Rendite.

Na, z.B. die 35. Milliarde, was tun damit?
Ne Uni bauen? Hilfsorganisation gründen? Und es ist ja nicht so, dass solche Unternehmen so viel Geld auf dem Konto hätten. Sie halten eben einen Firmenanteil, der entsprechend viel wert wäre. Übrigens: Wenn der Firmenanteil nicht als Aktie gehandelt werden kann, ist das kein Geldvermögen. So hält Zuckerberg geschätzt 10Mrd. $, wäre aber von deiner Steuer nicht betroffen. Nur zur Info.

Wie naiv! Die obersten 10% der Haushalte halten ca 60% des Geldvermögens, macht schlappe 3 BILLIONEN Euro.
Wie naiv? Dann sprich von Freigrenze und nicht von Freibetrag. Ein Freibetrag bedeutet, dass dieser Betrag nicht besteuert wird. Also (Gesamt minus Freibetrag)*Steuersatz. Wer 1Mio. und 1€ halten würde, würde 5Cent Steuern nach deinem Modell zahlen. Bei einer Freigrenze 50 000.

Kauf dir was reales oder investiere das Geld in etwas reales und vermeide so Steuern - DAS ist die Intention!
Achsoo. Ich dachte die Intention wäre es, die Reichen ärmer und die Armen reicher zu machen. Sind Aktien eigentlich nichts Reales oder wenn die Bank dein Geld an ein Start-Up-Unternehmen gibt, die sich dafür zB. eine Computerausstattung kaufen?

Dies ist bei einer Geldvermögenssteuer ausgeschlossen, weil Geldvermögen sich dadurch auszeichnet, dass es liquide ist.
Das stimmt nicht. Wenn du dir beispielsweise ein festverzinsliches Wertpapier kaufst und du das Geld erst 2016 wieder bekommst? Wenn du jemandem Geld leihst, der es dir erst in 10 Jahren wieder gibt (zB. einer Bank als Anlage)? Diese Forderungen fallen auch unter Geldvermögen.

Ich bleib dabei. Wenn man Geldvermögen besteuer wollte, sollte man dabei bleiben, die Zinsgewinne zu besteuern. Wenn du bei einer Bank als Superreicher heute 2% Zinsen bekämst (was in der Realität weniger sind), würde man sein Vermögens aufgrund der Zinsen nicht vergrößern können. Dabei kommen aber noch die Steuern dazu, 25%. Also wenn man 2,66% Zinsen bekäme, müsste man 0,66% davon abgeben und die restlichen 2% frißt die Inflation auf. Bekommt man höhere Zinsen, steigt das Risiko, alles zu verlieren.
Erhöhe doch dann die Steuer auf Kapitalerträge auf 50% oder so?




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