ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: Patrik Pekrul <Patrik.pekrul AT hotmail.de>
- To: Logos <Logos AT news.piratenpartei.de>
- Cc: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
- Date: Mon, 14 May 2012 22:40:40 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
klar ist da dann ein Risiko wenn man griechische Anleihen kauft. Dafür flossen ja saftige Zinsen.
Das ändert nichts an der prinzipiellen Deckung des Geld. Es ist nicht ein fancy irgendwas. Die Griechen haben auch mit Schuldenschnitt dann ziemliche realen Stress. Und ganz bestimmte Besitzer der (hochzinsigen) Schuldtitel hatten Ausfälle.So es soll es euch sein, hohe Zinsen = hohes Risiko, und wenn Ausfall dann Pech.Faktisch waren aber die griechischen Zinsen seit der Euro-Einführung viel zu niedrig (auf Deutschland-Niveau) und das Land hat sich zu diesen Discountpreisen erst eimal bis zum Anschlag vollgesaugt. Und als der Zahltag kam, wurden erstmal "Rettungspakete" und Eurobonds geschnürt, bevor überhaupt das normale Mittel - nämlich Schuldenschnitt - in Betracht gezogen wurde. Und jetzt, da es soweit ist, beteuern alle "ganz ehrlich", dass das ein einmaliger Vorgang war - was nicht anderes bedeutet, als das zukünftig alle Verbindlichkeiten im Zweifel aus der Druckerpresse bedient werden. Die Realität passt eben oft nicht zum Lehrbuch. Im übrigen haben nicht "die Griechen" realen Stress, sondern nur "die meisten Griechen" - nur ein keines Dorf von unantastbaren schafft es immer noch dem Eindingling Widerstand zu leisten, besagte 1% die mittlerweile ein Großteil ihrer Mittel aus Griechenland abgezogen und in Immobilienvermögen umgestetzt haben."Im Fall Geldvermögensteuer baut ja der Reiche das Haus aus liquiden Mitteln, und vermietet es. Der Reiche entkommt so der Geldvermögensteuer. Der Mieter zahlt nachwievor normale Miete. Das Geldvermögen wird geringer."Unsinnige Aussage, das Geldvermögen bleibt genau das selbe, das Geld ist nur nicht mehr beim "dem Reichen" konzentriert, sondern hat sich auf die Bauarbeiter, Handwerker, Lieferanten, Architekten, Ingenieure, etc. verteilt, die es wiederum zum Großteil zum Konsum nutzen, etc."Die Wirtschaft entsprechend weniger flexibel. Die Reichen akkumulieren wie früher die Feudalherren direkt alle Grund- und Sachwerte (deren Preis etwas steigen). Ottonormal lebt in direkter Leibeigenschaft - bei insgesamt weniger Fortschritt."Leibeigenschaft? Ich denke du übertreibst. Tatsache ist, dass "die reichen" diese Grund- und Sachwerte zu steigenden Preisen erstmal erwerben müssen, womit das Geld unters Volk kommt, und dort umgesetzt wird. Ausserdem ist nicht gesagt, dass "das Volk" seine Grund- und Sachwerte bei steigenden Preisen überhaupt verkaufen würde - wozu und warum?"Allgemeine Vermögensteuer: Der kleine Häuslebauer hat Immobile minus Kredit = geringeres Vermögen. Wird also nicht von der VermSt belastet - solange er nicht selbst insgesamt reich wird. Der Reiche kann mit keiner spezifischen Anlageform entwischen. Schon um dem Vermögensverfall zu begegnen muß er sein Kapital auf dem Investitionsmarkt (mindestens) genauso anbieten wie vorher. Es kommt zu einem Rückgang des Kapitalangebots. Nachfrage bleibt gleich. => Die allgemeine Vermögensteuer gelangt in erster Ordnung nicht auf die Haus-/Mietpreise. Vermögen wird effektiv umverteilt."Dem habe ich ja schon zugestimmt, aber es wird eben keine Lenkungswirkung in die Realanlage erzeugt. Die Scheinrendite des Finanzkasinos wird weiterhin zu einer Fehlallokation von liquiden Mitteln führen und DAS ist doch das eigentliche Problem. Es hat doch niemand etwas dagegen, dass jemand reich ist oder wird, wenn er es im Sinne des Grundgesetzes einsetzt:Art. 14 GG: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.Es geht nicht darum Reichtum zu verhindern, sondern Armut. Und dies tut man am besten so, dass der vorhandene Reichtum eingesetzt wird, um auch den anderen zusätzliches Einkommen zu verschaffen. Mit Zocken erreicht man dies nicht, wohl aber mit Investitionen in reale Güter."(Natürlich werden durch die positiven Effekte der Umverteilung fristig dann die Häuser/Waren/Qualität besser=teurer. Mehr Qualitätskonsum. Aber dies ist ja die Volkswohloptimierung.) "Genau! Und das bedeutet realen Wohlstandszuwachs für alle. Wenn Häuser im Wert steigen, lohnt es sich auch in sie zu investieren.Der Effekt für den Kapitalanlager, der Anreiz zur Kreditvergabe/Investition ist die Differenz zwischen Anlegen und Nicht-Anlegen. Die bleibt gleich.
z.B. Vorher: 6% - 0% = 6%
VermSt 2% : 4% - 2% = 6%
Würde zugleich die EkSt gesenkt (muß nicht sein), dann ist der aktuelle Investitionsanreiz so gar höher! Mehr Angebot!Bahnhof!Bei Geldvermögensteuer würde der Reiche Kredite nur noch an sich selbst vergeben.Bahnhof!Direkt Feudalherr mit Scholle spielen. Weniger Flexibilität. Weniger gute Ideen/Fortschritt.Bahnhof!Ich verstehe nur noch Bahnhof!Ich würde noch hinzufügen: Ist das wirklich die Lenkungswirkung, die wir wollen?
ja - es ist die Standard-Lenkungswirkung des gesunden Menschenverstandes. Die Oma soll ja das Haus rechter Größe auch bewirtschaften können. Ein im Verhältnis zu großes Haus hat bessere Verwendung.Denke nicht. Die Oma soll ja möglichst ein angemessenes Haus, das die auch bewirtschaft kann, anvisieren. Also auch liquide Mittel dazu haben. Was will sie in einem zu großen Haus, ohne Geld, wenn sie auch noch alt ist.
(Ein großer Teil solcher alleinverbliebener Omas ist früher oder später tatsächlich froh ins Altersheim zu kommen zu können. oder besser wie es sich heute entwickelt zunächst in Gemeinschaften von Alten mit gegenseitiger Unterstützung, wo sie auch nicht alleine vor sich hinrosten.)Das Bauchgefühl sagt einem wohl eher, dass der Oma das Haus zusteht, für das sie ein Leben lang geackert hat; und wie groß das sein soll, ist nur ihr Bier. Ich denke hier kommen wir auf keinen grünen Zweig, und ich weiss auch nicht, ob die Philosophie deines Ansatzes in Hinsicht auf eine freiheitliche Gesellschaft so zielführend ist.
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 11.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik74, 11.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Londo100, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 13.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 13.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 14.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Logos, 11.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 10.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik Pekrul, 11.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik74, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik74, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, sepp25, 12.05.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?, Patrik74, 12.05.2012
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