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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?


Chronologisch Thread 
  • From: Patrik Pekrul <patrik.pekrul AT hotmail.de>
  • To: porcupine87 <porcupine87 AT news.piratenpartei.de>
  • Cc: "ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de" <ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
  • Date: Fri, 11 May 2012 00:47:27 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>




Befass dich mal mit dem Ponzi-System, das Finanzkasino ist nichts anderes. Nicht jeder Zins ist Ausweis von Produktivität, sondern oft genug nur von Umverteilung.
na dann erklär es mir doch. Wie kann man im "Finanzkasino" Geld verdienen, ohne jeglichen Zusammenhang mit der Realwirtschaft. 

Wie du selbst erkannt hast, kann eigentlich der Zins im Kasino eigentlich nicht höher sein als der Zins, der real erwirtschaftet wird - ist er aber! Wie kann das sein?

Es gibt nur eine Lösung: die Zinsen des "alten" Geldes müssen aus den Zuflüssen "neuen" Geldes bezahlt werden. Damit das System läuft, muss also permanent neues Geld ins Kasino fliessen, bricht der Strom einmal ab, weil z.B. ein großer Schuldner - nennen wir ihn Griechenland - ausfällt, wird der Schwindel offenbar, und es stürzt ad hoc das ganze Kartenhaus in sich zusammen.

Das darf natürlich auf gar keinen Fall passieren, und deshalb wird gerettet, was des Zeug hält, koste es, was es wolle! DAS ist der wahre Grund, warum hunderte von Milliarden in ein wirtschaftlich so unbedeutendes Land wie Griechenland versenkt werden. Das Perfide an diesem Spiel ist, dass man es nicht mehr ohne Verlust stoppen kann, wenn man es einmal in Gang gesetzt hat. Also muss man dem Affen weiter Zucker geben; die Fed druckt Billionen, die EZB druckt Billionen, der IWF pumpt, was das Zeug hält, die Staaten legen "Rettungsfonds" auf, usw. usf.

Aber es wird nichts nützen, jedes Ponzi-System bricht irgendwann zusammen, und auch das Finanzkasino wird diesem Weg gehen, und je länger wir es aufpumpen, desto teurer wird es - teuer wird es jetzt schon in jedem Fall, aber hier gilt: lieber ein Ende mit Schrecken...


Grundsätzlich nicht, solange der Staat einen immer raushaut schon.
Dann hören wir doch einfach damit auf und verzichten auf die Vermögenssteuer ;)

Dein Wort in Gottes Ohr! Aber dafür scheint es keine Mehrheit zu geben.

Die einfachste Lösung wäre, dass nichts und niemand gerettet wird, die zweiteinfachste wäre ein Schuldenschnitt, die dritteinfachste Lösung eine Geldvermögenssteuer - aber das setzt erst einmal die Einsicht voraus, dass wir nicht ohne Verluste aus dieser Krise kommen werden, so oder so, die Frage ist nur wer die Lasten tragen wird.

Ich bin dafür, dass diejenigen am meisten beitragen, die bisher am meisten von der Verschuldung profitiert haben, damit scheine ich aber relativ allein zu stehen. Irgendwie scheinen die meisten zu denken, dass es gerechter ist, wenn hauptsächlich der kleine Mann über sein Arbeitseinkommen die Schulden wegräumt, um die Vermögen der reichen zu schonen - das grenzt ja fast schon an Gehirnwäsche!

Eben drum sollte man es eben verwenden oder einziehen - denn es erzeugt negative externe Effekte.
Also du gehst davon aus, dass Reiche sich selbst Schaden, um uns allen auch zu schaden, weil sie Freude daran hätten? Bastarde :)

Nein, ich gehe davon aus, dass sie sich beschränkt rational und gewinnmaximierend verhalten und dort investieren, wo die höchste Rendite zu winken scheint.

Genau wie alle anderen haben die reichen nicht die Volkswirtschaft, sondern ihren persönlichen Wohlstand im Blick. Der Unterschied ist, was der "kleine Mann" mit seinem absolut und relativ winzigen Vermögen macht, ist für die Volkswirtschaft relativ gleichgültig, was die Superreichen mit ihrem hohen Anteil am Gesamtvermögen machen, aber nicht. Da wirken sich persönliche Entscheidungen auf die gesamte Volkswirtschaft aus. Deshalb sollte der Staat Anreize setzen, dass sie auch volkswirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen treffen.

Nein, reine Mathematik. Die Geldvermögenssteuer wirkt auf das Geldmenge wie ein Integralregler - und der wirkt stabilisierend.

Nein, die Vermögenssteuer wirkt destabilsierend. Das ist reine Mathematik, da sie auf die Geldmenge wie ein Integralregler wirkt (was auch immer das bedeuten mag).

Da du die Wirkung offensichtlich nicht verstehst, handelt es sich bei diesem trotzigen Einwand wohl allein um unsachliche Fundamentalopposition.



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