ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: milton2011 <milton2011 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
- Date: Sat, 24 Mar 2012 14:52:43 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
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blackdrag schrieb:
milton2011 schrieb:Das mag schon sein, aber die Einkommensteuer und Sozialabgaben der Arbeitnehmer muss das Unternehmen ja abführen,
ein Unternehmer wird Verluste immer abschreiben, möglichst hoch. Und bei allen bGE-Modellen mit negativer Einkommensteuer auf Nettowertschöpfung = Volkseinkommen wird er das auch. Denn die Nettowertschöpfung entsteht aus der Bruttowertschöpfung nach Abzug der Abschreibungen.Und da kann auch ein Minus bei herauskommen.
es kann nur die Zahlung der Dividende an die Eigner einstellen und den Verlust vortragen lassen.
milton2011 schrieb:
Sind die Dividende für die Kapitaleigner dann 0, dann tragen die Arbeitnehmer aus ihrem Lohn die Wertschöpfungssteuer allein.Das ist mir zu sehr auf das Kapital reduziert.
Das ist auch heute so, s.o.. bei bGE aus NIFT 50 sind die Unternehmen immer steuerfrei, die Kapitaleigner müssen die Verluste tragen und eben warten. Es geht aber bei Friedman und Kirchhof darum, dass nur Bürger steuern zahlen, also Unternehmenseinkommen als Kapitaleignereinkommen gleich wie Arbeitnehmer versteuert werden. Das Unternehmen haftet als Quelle nur für die Abführung der vollen Wertschöpfungssteuer. Arbeit und Kapital bekommen nur Nettolöhne und Nettodividende. Es entfällt die Doppelbesteuerung von Unternehmen und Kapitaleignern. Und Gewerbesteuer wird vorabzugsfähig von NIFT 50.
milton2011 schrieb:
Es geht also nur um die Frage der Gewinnmaximierung, die wird bei Personalabbau halbiert, die Lohnsteuer der Freigestellten müssen die Kapitaleigner übernehmen. Und dafür ist notwendig, dass Kapitaleigner wie Arbeitnehmer gleich unabhängig von der Einkommenshöhe besteuert werden.Und das ist ein Punkt den du wahrscheinlich nicht so einfach erreichen wirst. Wenn die Kapitaleigner im Ausland sitzen zum Beispiel. Das Frei gewordene Geld könnte auch für Investitionen in ein neues Gebäude oder ähnliches benutzt werden, um späteren Gewinn zu maximieren. Trotzdem funktioniert dann deine Intention von oben nicht mehr. Maschinen zu besteuern ist sicherlich nicht schlecht. Aber wenn die Arbeit eines Menschen von einer Maschine übernommen wird, dann stimmt es nicht, dass das nichts ausmacht. Der nun arbeitslose kann weniger konsumieren und damit weniger beitragen als vorher. Die Maschine konsumiert garnicht.
Und damit werden auch die Maschinen besteuert.
Vorsicht, der Kapitaleigner im Ausland erhält Nettodividende, die er im Unternehmen stehen lassen kann. Und Investitionen bestimmen sowieso nicht die Wertschöpfung des Unternehmens, die fallen ja über Mehrwertsteuer aus der Bestimmung des Mehrwertes heraus und können in der Folge abgeschrieben werden.
Jedenfalls solange man die NIFT auf die Nettowertschöpfung erhebt und nicht auf die Bruttowertschöpfung.
Die Leistung der Maschine wird aber in der Wertschöpfung mit der gleichen Steuer wie der Arbeitnehmer besteuert.
Das ist ja der Grund der Gleichbesteuerung von Arbeit und Kapital nach Friedman und Kirchhof.
milton2011 schrieb:
Wenn eine Briefsortiermaschine 6 Sortierer einspart pro Schicht, wird sie bei einer Wertschöpfungsteuer von 50 % eben in Zukunft 12 Sortierer einsparen müssen, sonst rechnet sie sich nicht als Investition. D.h. aber der Hersteller muss innovativ die Leistung verdoppeln.Das mag für den Übergang so gelten, spielt aber für das dann bestehende System keine Wirkliche Rolle. Die Maschine lohnt sich erst ein wenig später - na und? Solange sie sich lohnt, wird sie wohl irgendwann auch kommen. Übrigens stimmen die 12 Sortierer mMn nicht. Unter Umständen reicht ein weiterer ersetzter Sortierer (bei gleichen Kosten) schon aus.
Entweder muss ein neuer Sortierer beigleichem Preis das Doppelte leisten oder er darf nur die Hälfte kosten. Beides setzt aber technologischen Grips beim Hersteller voraus.:)
milton2011 schrieb:
Ich bin inzwischen auch soweit, dass ich einen schrittweitweisen Einstieg ins bGE nachvollziehen und befürworten kann.Interessant wäre es ja mal zu überlegen welche Schritte das sind. Vielleicht lassen sich ja viele gemeinsame Schritte mit anderen BGE-Modellen finden. Vielleicht sogar Schritte, die allen gemein sein können. Das wären dann konkrete Ziele, auf die man hinarbeiten könnte, ganz unabhängig davon, welches Modell man letztlich will.
Sorry, es gibt nur ein Modell, und das ist das Ursprungsmodell der NIFT. Dies ist mathematisch bewiesen. Die sog. Zahlenmodelle sind nur Varianten und abhängig von Einkommensverteilungen oder Kosumgüterverteilungen mit zufälligen Jahresstaatshaushalten, es sind keine Modelle, sondern Datenvarianten.
Ein Modell ist ein Algorithmus, den man mit den verschiedensten Daten durchspielenn kann.
Kirchhof hat gezeigt, 25 % Einkommensteuer auf alle Einkommensarten und Einkommenshöhen finanzieren neutral Sozialtransfers und Subventionen.
Straubhaar schlug die Sozialabgaben, 22,5 % bei Arbeitnehmern, 27,5 % bei Arbeitgebern, darauf, das ergab gemittelt 50 % bei einer Lohnquote von 55 %. Und damit ließen sich 1000 € bGE mtl. finanzieren, gäbe es nicht Subventionen (180 Mrd.).
Die 50 % teilen sich auf in
20 % Regelsatz im Mindest-bGE
10 % KV-Kopfpauschale im Mindest-bGE
11 % individuelle Sozialtransfers
_9 % Subventionen
Da sich durch bGE und NIFT 50
- die Gehälter des Öffentlichen Dienstes
- die Renten
- ALG 1 ud
- die individuellen Sozialstransfers
halbieren, haben wir weitere 5 % für bGE, also 35 %.
bGE ist ja nur eine monatliche nächtliche Umverteilung von 50 bis 60 Mrd. von Bürgern an Bürger. Es kostet volkswirtschaftlich also gar nichts.
milton2011 schrieb:
Das es in den Städten die besseren Schulen gibt, wag ich zu bezweifeln. Man muss auch so denken. Wenn die Menschen sich mehr um ihre Kinder kümmern können, werden sie auch bei den Schulen mehr mitreden. Damit steigt die Qualität der Einrichtungen.Das Problem mit den Schulen auf dem Land ist jetzt nicht unbedingt die Qualität der Lehrer. Das will ich nicht gesagt haben. Aber Schulen haben eine gewisse Mindestgröße, und die wird nun mal nicht unbedingt im Dorf erreicht. Die Vielfalt des Angebotes neben den Pflichtfächern richtet sich nach den Qualifikationen, die die Lehrer sonst noch so mitbringen. Und ob ein spezieller Kurs zustande kommt richtet sich neben dem Lehrer auch nach der Menge der Schüler dafür. In einer großen Schule ist es wesentlich wahrscheinlicher dass es zum Beispiel einen Leistungskurs Geschichte gibt, oder neben Französisch und Latein auch noch eine andere Sprache angeboten wird, als in einer kleinen Schule. Und groß muss die Schule nicht unbedingt sein eigentlich. Es kann auch Kooperationen der Schulen untereinander geben. Dann arbeiten halt mehrere kleine Schulen zusammen um ein Angebot zu schaffen, wie eine große. Das geht auf dem Land nicht, weil die Masse an Schülern garnicht erst vorhanden ist.
Das ist primär mal ortsunabhänging.
Und das die Qualität der Schulen steigt, wenn die Eltern bei diesen mehr mitreden.... vielleicht wenn sie mitarbeiten, ja, aber das ist nur sehr eingeschränkt möglich.
Friedman forderte ja eine Umschichtung des Bildungshaushalte in eine Bildungspauschale im bGE. Die Kinder besuchen die Schule ihrer Wahl und finanzieren sie mit dieser Pauschale. Schweden macht es so, bei uns mit Föderalismus ist das schwieriger.:)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 15.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 17.03.2012
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 20.03.2012
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 20.03.2012
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 25.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 20.03.2012
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
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