ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: sepp25 <sepp25 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
- Date: Thu, 22 Mar 2012 05:51:10 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:bring was ja klar. Die Frage ist ob man sich deswegen zum Beispiel einen Zweitjob zumuten will, oder ob dabei noch genug rum kommt damit es sich überhaupt lohnt. Denn du hast ja auch gesagt dass die Bruttolöhne sinken würden (erinnere dich an deine 46%). Es mag dann Netto nicht weniger sein als heute, aber die Motivation zusätzlich zu arbeiten wird sinken. Im Gegensatz zu Aloa habe ich zum Beispiel keine Bedenken dass in den oberen Einkommensschichten weniger gearbeitet wird. Aber jetzt haben wir im Niedriglohnbereich einen Erzwungenen "Markt" mit künstlich niedrig gehaltenen Preisen durch ein erzwungenes Überangebot. Wenn von diesen 20-30% nicht mehr arbeiten gehen würden, weil sie sich zum Beispiel lieber um ihre Kinder kümmern wollen, dann kann das bitter werden. Die Jobs attraktiver zu machen kostet auch Geld. Deswegen ja auch meine Einschätzung, dass es teurer wird.
Du musst dir aber auch überlegen was das eigentlich für Jobs sind, die dann von Menschen statt von Maschinen erledigt werden. MMn werden das primär Jobs aus dem unteren Lohnsektor sein. Da ist aber der Effekt des BGE, nämlich garnicht erst einer Erwerbsarbeit nachzugehen, am größten. Ich sehe da einen möglichen Mangel an Arbeitern. Oder anders gesagt: billiger wird es nicht werden.
Da hast Du völlig recht, die, die am meisten vom bGE profitieren sind die heutigen "prekär Beschäftigten". Ich glaube aber nicht, dass die dann alle das Handtuch schmeissen und nicht mehr arbeiten wollen. -- Jeder €, der zusätzlich erarbeitet wird, bringt ja auch was.
Jein, auf der einen Seite ja, die Motivation für eine Zweitjob sinkt sicher, ausser derjenige hat wirklich nichts besseres vor. Auf der anderen Seite nein, denn grob geschätzt sind heute etwa 3 Mio Menschen im 2ten und 3ten Arbeitsmarkt, der nur das Ziel verfolgt, Willige irgendwie zu beschäftigen ohne den 1ten Arbeitsmarkt zu beeinflussen.
Wenn sich mehr Menschen für die Erziehung der eingenen Kinder entscheiden, so ist das meiner Meinung nach ein Gewinn für die Gesellschaft. Die Kinder haben dann mehr Möglichkeiten, bessere Bildungschancen, sind ausgeglichener und friedlicher.
Bestimmte Arbeiten können durchaus teurer werden. Auch die Investitionen für die Automatisierung kann ich nachvollziehen. Da aber durch die gewonnene Kaufkraft der Menschen auch der Binnenmarkt gestärkt wird, ist die Möglichkeit zum Investment in den Firmen gegeben.
sepp25 schrieb:
Ich gehe in meiner Theorie auch von Preissteigerungen in bestimmten Bereichen aus. Diese werden aber locker durch das bGE aufgefangen. Es handelt sich im Endeffekt um Marktbereinigungen, die auch schon ausstehen.wie weit die Preise steigen lässt sich halt nicht unbedingt vorhersagen. Damit ist es auch unklar ob das BGE das auffangen kann. So viel Platz ist mit dem BGE da schließlich auch nicht. Es mag in deinem Papier zwar hoch sein, aber dank 80% Konsumsteuer ist dessen Kaufkraft halt gering. Und die Preissteigerung geht halt an den Nettopreis. Auch ist nicht klar ob es nur 1-2 Jahre dauern würde bis sich das Niveau eingestellt hat. Sieht man sich die Effekte an, die man HartzIV zuschreibt, dann reicht das nicht. Zudem kann der Übergang nicht von heute auf morgen vollzogen werden. Das muss langsam passieren, mit einem festem Fahrplan.
Die Preise (Lohn und Verbraucherpreise) würden sich in 1 bis 2 Jahren auf das neue Neveau einspielen.
Die 80% Konsumsteuer relativiert sich doch durch die wegfallenden Lohnnebenkosten. Und die EK-Steuer in den unteren Lohngruppen ist sehr gering. Das hält die Aufnahme von Arbeit zusätzlich zum bGE weiter attraktiv.
Mit der Umstellungsphase hast du sicher recht. In meinem Modell ging ich von einer "Totalumstellung" zum 1.1.20xx aus. Dann wäre eine Anpassungsphase von 2 Jahren realistisch. (Zugegeben auch riskant).
Ich bin inzwischen auch soweit, dass ich einen schrittweitweisen Einstieg ins bGE nachvollziehen und befürworten kann.
sepp25 schrieb:
Ich gehe von einer Stärkung von regionalen Märkten aus. Dadurch auch eine Verringerung der Landflucht. Konzentration auf "Sinn" in der Arbeit. usw.Stärkung von regionalen Märkten... nunja.. sofern diese nicht auf dem Import aufbauen willst du wahrscheinlich sagen. Und Verringerung der Landflucht? Warum? Auch mit BGE wird es in den Städten bessere Angebote geben. Schulen zum Beispiel. Gut ist alles ein zweischneidiges Schwert natürlich
Das glaube ich, habe ich bei mir ziemlich gut reflektiert. Die regionalen Märkte stärken sich, weil der Transport durch die Teuerung von Sprit sehr teuer wird. Auch haben die Menschen durch das bGE nicht die Notwendigkeit unbedingt der Arbeit hinterherzuziehen. Dadurch bleiben Kompetenzen am Ort.
Ich bin überzeugt, dass nicht alle auf der faulen Haut liegen werden, dann machen die was am Ort. Strukturen entstehen und regional werden die Ressourcen genutzt.
Das es in den Städten die besseren Schulen gibt, wag ich zu bezweifeln. Man muss auch so denken. Wenn die Menschen sich mehr um ihre Kinder kümmern können, werden sie auch bei den Schulen mehr mitreden. Damit steigt die Qualität der Einrichtungen.
Das ist primär mal ortsunabhänging.
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 20.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 20.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 25.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 20.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 22.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, Ulrike Mös, 22.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 27.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 28.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 07.03.2012
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