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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich


Chronologisch Thread 
  • From: blackdrag <blackdrag AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
  • Date: Wed, 28 Mar 2012 18:39:24 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver
  • Supersedes: <312$92481$1332838890 AT news01.piratenpartei.de>


sepp25 schrieb:
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:
Das ist auch ein Punkt, wodurch der Binnenmarkt und der regionale Absatz gestärkt werden. Damit wird einer Landflucht entgegengewirkt, da sich regionale Marktkreisläufe wieder lohnen.
Du bekommst aber nicht in ausreichender Menge Orangen und Bananen aus DE... Oder Erdbeeren außerhalb der Saison in DE. Also noch mehr Chemie in den Produkten, weil echte Früchte schlicht zu teuer sein werden.
Es ist ja auch heute schon so, dass die Früchte in der Saison günstiger sind. Wenn aber die Preisspanne durch die hohe Mwst. höher wird, werden die Kaufentscheidungen eher in die Richtung gehen, dass Früchte der jeweiligen Saison bevorzugt gekauft werden. -- Also weniger Chemie, da geringerer Absatz. -- Gut, zugegeben, dass sind Hypothesen, die sich nicht beweisen lassen.
Also zunächst einmal gibt es keine Deutschen Saisonfrüchte im Winter. Höchstens noch Restbestände an Äpfeln von der letzten Ernte. Wenn du dich auf DE beschränkst musst du sehen, dass es hier Monate gibt, in denen fast nichts an Früchten oder Gemüse Saison hat. Und ein Bio-Apfel in der Saison ist in der Regel teurer als ein gespritzter. Weniger Chemie sehe ich da nicht. Im Gegenteil, diese kleinen Preisunterschiede werden durch die hohe MwSt noch absolut vergrößert.

sepp25 schrieb:
Genau, der Punkt ist die Menge. Wenn weniger produziert wird, weil weniger abgesetzt wird, rechnet sich für den Produzent die Massenproduktion mit Chemie und Treibhäusern nicht mehr. Er stellt um auf Qualität, die dann saisonal angeboten wird. -- Aber auch hier nur Hypothese. --
Was ich glaube was passiert ist dann eher folgendes, es wird einen mörderischen Preiskampf der kleinen Anbieter geben, bis nur noch ganz wenige übrig sind, die jetzt wesentlich größer sind. Die machen dann Massenproduktion mit Chemie und Treibhäusern. Die wenigen kleine die über bleiben, die machen dann in der Tat Qualität und saisonal, aber deren Früchte gehen dann an Restaurants und ähnliches und nicht zum Discounter.

sepp25 schrieb:
Wenn der Markt aber durch die Konsumsteuer die regionalen und saisonalen Produkte günstiger macht, kann man das Entscheidungsverhalten zugunsten einer ökologischen Sichtweise des Verbrauchs animieren.
Sagen wir mal eine Auslandsorange kostet 2€ das Kilo heute, eine Orange produziert hier 4€. Sofern sich der Endpreis nicht mehr als verdoppelt, ist das lokale Produkt noch immer teurer. Was ich sagen will... auch mit der hohen Konsumsteuer und einem eventuell vorhandenen Vorteil bei menschlicher Arbeit durch Inländer, heißt das noch lange nicht, dass die deutschen Produkte konkurrenzfähig sind. Regional heisst nicht gleich ökologisch. ökologisch heisst in der Regel aber teurer als normal und das heisst ein lokal nicht ökologisch produziertes Gut, wäre dann eventuell billiger. Eine Beeinflussung des Entscheidungsverhaltens zugunsten einer ökologischen Sichtweise des Verbrauchers sehe ich da nicht. Ich sehe nur, dass alles generell teurer werden wird, und dabei schließe ich regionale, saisonale, sowie ökologische Produkte mit ein. Weil du tust ja so, als würden die Produkte hier dann billiger werden. Überleg dir mal wie viel Lohnkosten in so einem Apfel eigentlich stecken.

Nehmen wir mal einfach ganz und gar aus der Luft gegriffen an, dass wir ein Produkt haben, das 50% Lohnkosten enthält und das man mit der Einführung des BGE aus verschiedenen Gründen diese Lohnkosten auf 50% senken kann. Statt 1€ Netto, sind es dann also .75€ Netto. Mit 20% MwSt zuvor waren es 1.20€, mit jetzt dann 80% Konsumsteuer sind es 1.35€. Die Konkurrenz komme aus dem Ausland und kann hier für Netto 50Ct anbieten, Brutto also für 60Ct. Auch mit Konsumsteuer liegt das Produkt dann bei nur 90Ct. Die 60Ct Aufpreis sind auf 45Ct gesunken, aber ein großer Preisunterschied bleibt noch immer.

sepp25 schrieb:
Die Kapitalertragsteuer muss aber grundlegend reformiert werden. Die 25% auf alles ist im endeffekt eine Steuerbefreiung von Vermögenden.
Die Datenerhebung zur Vermögensteuer sollte wirklich kein Problem darstellen. Wir haben Immobilien, Kapital und Aktien. Immobilien sind bekannt durch das Grundbuch. Kapital durch die Bank. Aktien in der Regel auch über eine Bank, selten in Pfandbriefen oder Versicherungsanlagen privat gehalten. (Da wäre eine Datenerhebung über die Steuererklärung nötig). Problematisch wäre hier evtl. nur die einzelne Bewertung der Vermögen. Hier kann man variieren zwichen Nominal oder Zeitwert, oder in bestimmten Abständen anpassen. Alles machbar.
Also erstmal willst du ja die Vermögenssteuer für die Vermögenden, was ist dann so schlimm daran wenn die jetzige Kapitalertragssteuer im Endeffekt eine Steuerbefreiung von Vermögen darstellen würde? Wenn es denn funktionieren wurde natürlich nur.. Das Problem bei der Ermittlung des Vermögens ist, was es wert ist. Du weisst durch das Grundbuch vielleicht welche immobilien in DE sind, aber du weisst nicht was diese am Markt derzeit wert sind. Zudem enthält das Grundbuch keine Einträge über Immobilien im Ausland. Kapitalerträge im Ausland sind übrigens auch der Grund für die jetzige Ausgestaltung der Kapitalertragssteuer. Aktien sind ein ganz übles Thema beim Vermögen. Die ändern ihren Wert ständig und eine Aktie die heute 100€ wert war, kann nächsten Monat schon nur noch 5€ Wert sein. Und auch hier hast du wieder Unbekannte durch Aktien im Ausland... Oder ein anderes Beispiel... du hast ein Bild, das ist so 20€ Wert... ist das Teil des Vermögens? Muss dann jeder eine Inventarliste machen? Morgen stirbt der Künstler, der das malte und plötzlich ist das Bild nicht mehr 20€ wert, sondern eigentlich 10000€. Aber wer weiss davon? Vielleicht weiss es nicht einmal der Eigentümer, der es irgendwo im Keller verstaut hat, weil die Ehefrau es dann doch irgendwie hässlich fand. Im Prinzip ist dass dann ein Fall von Steuerhinterziehung. Außer du nimmst das nicht mit rein... aber was denn dann? Das wird sehr schnell beliebig.

sepp25 schrieb:
Die Eltern sollen ja nicht Lehrer spielen, sondern, entweder Druck ausüben, um das Beste für die Kinder zu erreichen, oder evtl. sogar per Spende oder über Fördervereine eine Lehrkraft stellen um das Bildungsangebot zu gewährleisten. Da sehe ich kreativen Spielraum.
In welcher öffentlichen Schule hat jemals ein Förderverein eine Lehrkraft bezahlt? Zudem... was man durch das BGE primär bekommt ist mehr Zeit, nicht unbedingt mehr Geld. Wenn die Eltern aber nicht selber den Lehrer machen, woher soll dann das Geld kommen? Zudem sind unsere öffentlichen Schulen in der Regel keine unabhängigen wirtschaftlichen Einheiten, die mit ihrem Geld umgehen können wie sie wollen. Wenn der Förderverein tatsächlich einen Lehrer bezahlen würde, bestünde immer die Gefahr, dass dafür ein normaler Lehrer nicht eingestellt wird.




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