ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: sepp25 <sepp25 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
- Date: Mon, 26 Mar 2012 16:03:21 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:Es ist ja auch heute schon so, dass die Früchte in der Saison günstiger sind. Wenn aber die Preisspanne durch die hohe Mwst. höher wird, werden die Kaufentscheidungen eher in die Richtung gehen, dass Früchte der jeweiligen Saison bevorzugt gekauft werden. -- Also weniger Chemie, da geringerer Absatz. -- Gut, zugegeben, dass sind Hypothesen, die sich nicht beweisen lassen.
Das ist auch ein Punkt, wodurch der Binnenmarkt und der regionale Absatz gestärkt werden. Damit wird einer Landflucht entgegengewirkt, da sich regionale Marktkreisläufe wieder lohnen.Du bekommst aber nicht in ausreichender Menge Orangen und Bananen aus DE... Oder Erdbeeren außerhalb der Saison in DE. Also noch mehr Chemie in den Produkten, weil echte Früchte schlicht zu teuer sein werden.
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:Genau, der Punkt ist die Menge. Wenn weniger produziert wird, weil weniger abgesetzt wird, rechnet sich für den Produzent die Massenproduktion mit Chemie und Treibhäusern nicht mehr. Er stellt um auf Qualität, die dann saisonal angeboten wird. -- Aber auch hier nur Hypothese. --
Zu den Produkten aus Spanien oder China: " Müssen diese wirklich sooooo billig sein, dass sie unsere heimische Produktion untergraben?"Das fördert ganz sicher keinen ökologischen Anbau der Orangen im Ausland. Die Mehrkosten bekommen ja nicht die Händler, sondern der Staat. Und Orangen aus DE machen wenig Sinn. Wenn es sich dann doch lohnt in DE Orangen zu produzieren, weil das Pfund dann 4€ kostet, dann bestimmt nicht mittels ökologischen Anbau, eher mit dauerbeheizten riesigen Treibhäusern. Und wenn du sagst dass die auch für 4€ das Pfund einen Markt finden werden... das vielleicht, aber vorwiegend nicht in DE und ganz sicher nicht in der Menge wie jetzt hier.
Gut, beim Obst ist es sicher schön, wenn ein Pfund Orangen 2.- € kostet. Die Orangen würden aber auch einen Markt finden, wenn das Pfund 4.- € kostet. Vielleicht nicht mehr das ganze Jahr, sondern mehr in der Saison um Weihnachten und Neujahr, das fördert aber wieder einen ökologischen Anbau, wo nicht künstlich die Erntezeiten beeinflusst werden.
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:Was sich der einzelne leisten kann und will, muss er immer selbst entscheiden, da will ich niemanden reinreden. Wenn der Markt aber durch die Konsumsteuer die regionalen und saisonalen Produkte günstiger macht, kann man das Entscheidungsverhalten zugunsten einer ökologischen Sichtweise des Verbrauchs animieren.
Muss die Banane unbedingt für 99 ct angeboten werden, um dann zu 60% im Müll zu landen, oder werden die Kunden dann darauf achten, dass diese zu 100% genutzt wird, wenn das Obst dann 1,89 € kostet??Im Durchschnitt mag es ja sein, dass die Deutschen so viele Sachen in den Müll werfen, das heisst aber noch lange nicht, dass der Einzelne sich das so leisten kann, das für Bananen zutrifft oder es überhaupt tut.
Wenn wie heute regionale Produkte teurer sind als Importe, fällt es dem Kunden schwer, sich für regionale Produkte zu entscheiden. -- Hier sehe ich den Vorteil, der auch beim Verbraucher zu einer Bewusstseinsveränderung führen kann, nicht muss.
Heute wird der Verbraucher bestraft, wenn er regional oder ökologiosch sinnvoll konsumiert. Wenn er aber durch den niedrigeren Preis einen Vorteil sieht, greifen auch die Pro-Argumente viel besser.
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:Werde ich tun.
Genau, da geh ich voll mit. Wichtig ist erst mal die Sicherung der Kinder und der Rentner. Dann die Abschaffung der Sanktionen für ALG2. Auch eine Anpassung des ALG2 wäre notwendig.Die Resonanz auf meine letzte Initiative für ein Kindergrundeinkommen war mehr als bescheiden. Die AG Soziale Marktwirtschaft jedenfalls, wird zum nächsten BPT wohl einen Antrag für ein Rentnergrundeinkommen einbringen. Dem kannst du ja dann zustimmen. Abschaffung der Sanktionen ist schon Beschlusslage. Für die Umsetzung sind diese 3 Punkte allerdings voneinander unabhängig finde ich.
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:Die Kapitalertragsteuer muss aber grundlegend reformiert werden. Die 25% auf alles ist im endeffekt eine Steuerbefreiung von Vermögenden.
Zur Umsetzung würde ich jeweils eine Anpassung der Höchststeuersätze und Einführung der Kapitalertragssteuer, Börsenumsatzsteuer. Weiter sollte die Vermögensteuer in Stufen eingeführt werden. Stufe 1 = bis 500 T€ steuerfrei. Stufe 2 = ab 500 T€ - 2 Mio€ = 1% VSt. Stufe 3 = ab 2 Mio€ - 5 Mio€ = 2%VSt. Stufe 4 = ab 5 Mio€ = 3%.Kapitalertragssteuer gibt es schon. Was es nicht gibt ist die Vermögenssteuer und die Börsenumsatzsteuer. Vermögenssteuer hat halt das Problem, dass die Ermittlung des Vermögens nicht gerade unumstritten ist (was zählt zum versteuerndem Vermögen überhaupt und wie erfährt das FA davon?) und aus piratiger Sicht jede Menge Datenerhebung erfordern wird, die man eigentlich nicht will. Zudem... Diese Steuern soll es doch später alle nicht mehr geben... warum sie erst einführen?
Die Datenerhebung zur Vermögensteuer sollte wirklich kein Problem darstellen. Wir haben Immobilien, Kapital und Aktien. Immobilien sind bekannt durch das Grundbuch. Kapital durch die Bank. Aktien in der Regel auch über eine Bank, selten in Pfandbriefen oder Versicherungsanlagen privat gehalten. (Da wäre eine Datenerhebung über die Steuererklärung nötig). Problematisch wäre hier evtl. nur die einzelne Bewertung der Vermögen. Hier kann man variieren zwichen Nominal oder Zeitwert, oder in bestimmten Abständen anpassen. Alles machbar.
Ich möchte gerne eine Steuervielfalt erhalten. Sicher, alle Steuerarten müssen einzeln hinterfragt werden und auf das jeweilige gesellschaftliche Ziel gerichtet sein, doch ich wünsche mir einen Staat, der die Möglichkeit hat, an mehreren Stellschrauben Einfluss zu nehmen, nicht nur an einer oder zwei.
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:
Weiter wäre eine Verlagerung der Lohnnebenkosten auf die Konsumseite schrittweise zu vollziehen. z.B. SV AG u AN Abbau von 10% = Erhöhung der Mwst um 15%.Ich weiss nicht ob man das so rechnen kann, aber das klingt zumindest im Ansatz logisch
sepp25 schrieb:
Wenn die Produkte aus der Region auch noch preislich attraktiv werden, stärkt das den Markt. Es entstehen wieder regionale Strukturen, die unabhängig von weltwirtschaftlichen Wirren handeln. --- Global denken, regional handeln. --Die regionalen Märkte können im großen nicht unabhängig von den weltwirtschaftlichen Wirren handeln, wenn sie die Rohstoffe dann doch wieder importieren müssen. Natürlich kannst du auch in DE Magnete herstellen, das Neodym dafür bekommst du in DE aber nicht. Wenn der Preis dafür in die Höhe geht, dann werden die lokal hergestellten Magnete halt trotzdem teurer. Zudem hat man lokal nur dann einen eventuellen Vorteil, wenn es sich um vorwiegend durch menschliche Arbeit hergestellte Produkte handelt, sonst wird das auch preislich nicht attraktiver werden. Dienstleistungen sind von ihrer Natur her aber schon eher regional. Ich glaube zum Beispiel kaum, dass nur wegen dem BGE es dann außer dem einzigen Hersteller aus China für den Mundschutz für Ärzte, plötzlich noch einen aus DE geben wird. Ne... eine große Stärkung regionaler Märkte sehe ich einfach nicht, dafür sind die Märkte zu offen. Wären sie das nicht, würden wir das mit höheren Preisen bezahlen.
Du hast natürlich recht, eine wirklich komplette Unabhängigkeit vom Weltmarkt wird es nicht mehr geben. Das ist aber auch mit ein Grund, das man mögliche regionale oder auch nationale Märkte eher stärken sollte als, wie heute, zu schwächen.
Jedes lokal oder regional hergestellte Produkt hat den Vorteil, dass, sogar bei maschineller Herstellung, die Transportkosten gering sind.
Das könnte auch einen Kleinbetrieb animmieren regional oder national "Mundschutz" zu produzieren. -- Es muss sich nur rechnen, dann wird es auch gemacht.
Das mit den höheren Preisen sehe ich auch so. Doch sehe ich auch heute die Tendenz, dass sich die Preise erhöhen, ohne dass damit eine positive gesellschaftliche Veränderung getragen wird. Es werden die Preise erhöht, um Monopolisten zu stärken. Die Menschen haben nichts davon.
Wo ich dir absolut recht gebe, und wo ich die große Gefahr in meinem Denkansatz sehe, ist der Import von wichtigen Rohstoffen, die mehr oder weniger direkt an den Verbraucher gehen. Öl und Gas und damit Mobilität und Heizung sind da ganz entscheidende Faktoren.
Es gibt noch mehr, aber diese Primärenergieträger sehe ich schon als Schwachstelle.
Eine Linderung könnte nur durch geziehlte Verbraucherpolitik praktiziert werden. Ich stelle mir das so vor. Wenn Heizöl z.b. durch die Mwst 80% dann auf einmal 2,50 L kostet, setzt der Staat von Mai bis Aug. die Mwst auf das Produkt aus, damit die Bürger die Tanks füllen können. -- Damit kommt er der Fürsorgepflicht zur Daseinsvorsorge bei dieser Hochbelastung nach, ohne nachhaltig in den Markt einzugreifen. --
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:Die Eltern sollen ja nicht Lehrer spielen, sondern, entweder Druck ausüben, um das Beste für die Kinder zu erreichen, oder evtl. sogar per Spende oder über Fördervereine eine Lehrkraft stellen um das Bildungsangebot zu gewährleisten. Da sehe ich kreativen Spielraum.
Jetzt stell dir mal vor, von 10 Müttern sind noch 2 Arbeitstätig. Wenn die Organisation der Schulen entsprechend aufgebaut wird, sind von diesen 8 Müttern oder Vätern gut 3 dabei die Schule mit zu unterstützen. -- Gerade auf dem Dorf. --Die Eltern werden die Schulen sicher unterstützen, durch Aufsicht vielleicht, oder durch die Hilfe in der Mensa. Aber Eltern sind keine Lehrer und können keinen Leistungskurs Geschichte anbieten. Für sowas ist unser Schulsystem nicht offen genug.
Es entstehen ganz andere Dorfgemeinschaften und "Patenschaften", die sich wieder über "Fördervereine" organisieren können. -- Wenn die Eltern den Leistungskurs wollen, werden sie dann einen Weg finden, den einzurichten. -- Zeit und Geld dafür ist mit bGE vorhanden.
Das mag alles seine Zeit dauern, doch es geht um den USO der Energie, die bei den Eltern durch die "Sicherheit" eines bGE frei werden kann.
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:Versteh mich nicht falsch. Nicht die Eltern sollen Lehrer werden, sondern Ihre Energie für eine gute Schule zum Wohle der Kinder einsetzen. -- Der Lehrer muss selbstredend unabhängig qualifiziert sein. --
Die Mitarbeit von Eltern ist im Schulgesetz geregelt. Diese Kuratorien sollten eigendlich ein deutliches Mitspracherecht in der Gestalltung und Ausstattung der Schulen haben. Leider werden diese meist schwach besetzt und vom Ministerium auf Abstand gehalten. Dadurch gestalltet sich eine Einflussnahme wie in allen Politikfeldern meist schwierig.Mitgestaltung in Gestalltung und Ausstattung der Schule ist etwas völlig anderes als Lehrinhalte urch Eltern anzubieten, auf die man nacher als Schüler geprüft werden kann
Die Möglichkeiten sind vorhanden, doch es braucht Kampfgeist und Durchhaltevermögen, wenn man was bewegen will.
blackdrag schrieb:
sepp25 schrieb:
Eltern mit bGE müssen zumindest nicht mehr auf gesellschaftliche und ökonomische Zwänge in dem Massen Rücksicht nehmen, wie es heute der Fall ist. Dadurch kommt schon viel in Bewegung.Zwänge sind nichts auf was man als betroffener Rücksicht nimmt, sondern man ist gezwungen. Man wird im besten Fall mit dem BGE vielleicht ökonomisch unabhängiger, vielleicht auch von seinen Mitmenschen, aber gesellschaftliche Zwänge sind nochmal ein ganz anderes Kaliber.
OK. Aber du weißt, auf was ich hinaus will. Das bGE ist sicher nicht das Allheilmittel für alle gesellschaftlichen Misstände, das sehe ich auch so. Es bietet meiner Meinung aber ein Fundament, womit man die Menschen zuerts mal auf eine gleiche Ebene stellt. Wenn man ein gutes Fundament hat, kann man was solides darauf bauen.
Gruß
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 25.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 20.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 22.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, Ulrike Mös, 22.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 27.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 28.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 07.03.2012
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