ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
Listenarchiv
- From: Ulrike Mös <ulrike.moes AT gmx.net>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
- Date: Thu, 22 Mar 2012 07:23:26 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
Hallo,
der Mensch möchte einen Lebensinhalt und deshalb wird das BGE vielleicht
menschliche Arbeitskraft freisetzen für ehrenamtliche Arbeit, Bildung
oder Kunst, Politik, alternative Lebensmodelle etc. Menschen werden sich
nicht mehr aus Zukunftsangst selbst ausbeuten (Burn-out), haben den
Freiraum, den Platz in ihrem Leben in Frage zu stellen und sich neu zu
positionieren...
Das wird schon den Markt beeinflussen, aber nicht in Frage stellen, nur
verändern. Und das soll es ja auch. Was haben wir denn heute?
Wergwerfgesellschaft und Verdrängungswettbewerb uind doch nicht genug
Arbeit für alle. Wir brauchen keine 3. Schichten. Wir brauchen unsere
Lebenszeit nicht dafür einsetzen, Schund zu kaufen und Qualität hält so
lange, dass wir auch nicht soviel produzieren müssen.
Hier gilt: Weniger ist mehr. Wir müssen ein Stück zurück.
Wirtschaftswachstum in den Industrieländern geht nicht mehr. Die anderen
Länder wollen nachziehen, dafür müssen wir das Beispiel eines
intelligenten Konsums geben können, sonst werden wir von unseren eigenen
Fehlern überrollt. Wenn wir nicht jetzt eine andere Richtung
einschlagen, können wir es nicht mehr steuern. Wenn die "§. Welt" erst
einmal Fahrt aufgenommen hat, wird sie sich nicht mehr an uns
orientieren wollen.
Zurück zum BGE, meine Favoriten bei den Wahlen sind die Vertreter, die
es in ihrem persönlichem Programm mit aufgenommen haben. Das BGE an sich
verändert nichts, aber es setzt ein immenses Potential frei, wodurch
Veränderungen in dem Tempo möglich werden, was wir alle brauchen.
Wenn ich meine IT-Probleme (wann?) im Griff habe, kann ich mich reger
beteiligen.
Piratige Grüße,
Wika
Am Donnerstag, den 22.03.2012, 05:51 +0000 schrieb sepp25:
> blackdrag schrieb:
> > sepp25 schrieb:
> >> Du musst dir aber auch überlegen was das eigentlich für Jobs sind, die
> >> dann von Menschen statt von Maschinen erledigt werden. MMn werden das
> >> primär Jobs aus dem unteren Lohnsektor sein. Da ist aber der Effekt des
> >> BGE, nämlich garnicht erst einer Erwerbsarbeit nachzugehen, am
> >> größten. Ich sehe da einen möglichen Mangel an Arbeitern. Oder anders
> >> gesagt: billiger wird es nicht werden.
> >
> > Da hast Du völlig recht, die, die am meisten vom bGE profitieren sind
> > die heutigen "prekär Beschäftigten". Ich glaube aber nicht, dass die
> > dann alle das Handtuch schmeissen und nicht mehr arbeiten wollen. --
> > Jeder €, der zusätzlich erarbeitet wird, bringt ja auch was.
> bring was ja klar. Die Frage ist ob man sich deswegen zum Beispiel einen
> Zweitjob zumuten will, oder ob dabei noch genug rum kommt damit es sich
> überhaupt lohnt. Denn du hast ja auch gesagt dass die Bruttolöhne sinken
> würden (erinnere dich an deine 46%). Es mag dann Netto nicht weniger sein
> als heute, aber die Motivation zusätzlich zu arbeiten wird sinken. Im
> Gegensatz zu Aloa habe ich zum Beispiel keine Bedenken dass in den oberen
> Einkommensschichten weniger gearbeitet wird. Aber jetzt haben wir im
> Niedriglohnbereich einen Erzwungenen "Markt" mit künstlich niedrig
> gehaltenen Preisen durch ein erzwungenes Überangebot. Wenn von diesen
> 20-30% nicht mehr arbeiten gehen würden, weil sie sich zum Beispiel
> lieber um ihre Kinder kümmern wollen, dann kann das bitter werden. Die
> Jobs attraktiver zu machen kostet auch Geld. Deswegen ja auch meine
> Einschätzung, dass es teurer wird.
>
>
> Jein, auf der einen Seite ja, die Motivation für eine Zweitjob sinkt
> sicher, ausser derjenige hat wirklich nichts besseres vor. Auf der anderen
> Seite nein, denn grob geschätzt sind heute etwa 3 Mio Menschen im 2ten
> und 3ten Arbeitsmarkt, der nur das Ziel verfolgt, Willige irgendwie zu
> beschäftigen ohne den 1ten Arbeitsmarkt zu beeinflussen.
>
> Wenn sich mehr Menschen für die Erziehung der eingenen Kinder
> entscheiden, so ist das meiner Meinung nach ein Gewinn für die
> Gesellschaft. Die Kinder haben dann mehr Möglichkeiten, bessere
> Bildungschancen, sind ausgeglichener und friedlicher.
>
> Bestimmte Arbeiten können durchaus teurer werden. Auch die Investitionen
> für die Automatisierung kann ich nachvollziehen. Da aber durch die
> gewonnene Kaufkraft der Menschen auch der Binnenmarkt gestärkt wird, ist
> die Möglichkeit zum Investment in den Firmen gegeben.
>
> sepp25 schrieb:
> > Ich gehe in meiner Theorie auch von Preissteigerungen in bestimmten
> > Bereichen aus. Diese werden aber locker durch das bGE aufgefangen. Es
> > handelt sich im Endeffekt um Marktbereinigungen, die auch schon ausstehen.
> > Die Preise (Lohn und Verbraucherpreise) würden sich in 1 bis 2 Jahren
> > auf das neue Neveau einspielen.
> wie weit die Preise steigen lässt sich halt nicht unbedingt vorhersagen.
> Damit ist es auch unklar ob das BGE das auffangen kann. So viel Platz ist
> mit dem BGE da schließlich auch nicht. Es mag in deinem Papier zwar hoch
> sein, aber dank 80% Konsumsteuer ist dessen Kaufkraft halt gering. Und die
> Preissteigerung geht halt an den Nettopreis. Auch ist nicht klar ob es nur
> 1-2 Jahre dauern würde bis sich das Niveau eingestellt hat. Sieht man
> sich die Effekte an, die man HartzIV zuschreibt, dann reicht das nicht.
> Zudem kann der Übergang nicht von heute auf morgen vollzogen werden. Das
> muss langsam passieren, mit einem festem Fahrplan.
>
>
> Die 80% Konsumsteuer relativiert sich doch durch die wegfallenden
> Lohnnebenkosten. Und die EK-Steuer in den unteren Lohngruppen ist sehr
> gering. Das hält die Aufnahme von Arbeit zusätzlich zum bGE weiter
> attraktiv.
>
> Mit der Umstellungsphase hast du sicher recht. In meinem Modell ging ich
> von einer "Totalumstellung" zum 1.1.20xx aus. Dann wäre eine
> Anpassungsphase von 2 Jahren realistisch. (Zugegeben auch riskant).
> Ich bin inzwischen auch soweit, dass ich einen schrittweitweisen Einstieg
> ins bGE nachvollziehen und befürworten kann.
>
> sepp25 schrieb:
> > Ich gehe von einer Stärkung von regionalen Märkten aus. Dadurch auch
> > eine Verringerung der Landflucht. Konzentration auf "Sinn" in der Arbeit.
> > usw.
> Stärkung von regionalen Märkten... nunja.. sofern diese nicht auf dem
> Import aufbauen willst du wahrscheinlich sagen. Und Verringerung der
> Landflucht? Warum? Auch mit BGE wird es in den Städten bessere Angebote
> geben. Schulen zum Beispiel. Gut ist alles ein zweischneidiges Schwert
> natürlich
>
>
> Das glaube ich, habe ich bei mir ziemlich gut reflektiert. Die regionalen
> Märkte stärken sich, weil der Transport durch die Teuerung von Sprit
> sehr teuer wird. Auch haben die Menschen durch das bGE nicht die
> Notwendigkeit unbedingt der Arbeit hinterherzuziehen. Dadurch bleiben
> Kompetenzen am Ort.
> Ich bin überzeugt, dass nicht alle auf der faulen Haut liegen werden,
> dann machen die was am Ort. Strukturen entstehen und regional werden die
> Ressourcen genutzt.
>
> Das es in den Städten die besseren Schulen gibt, wag ich zu bezweifeln.
> Man muss auch so denken. Wenn die Menschen sich mehr um ihre Kinder
> kümmern können, werden sie auch bei den Schulen mehr mitreden. Damit
> steigt die Qualität der Einrichtungen.
> Das ist primär mal ortsunabhänging.
>
> ---
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 20.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 25.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 20.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, milton2011, 21.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 22.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, Ulrike Mös, 22.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 24.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 26.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 27.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, blackdrag, 28.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, sepp25, 07.03.2012
Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.