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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich


Chronologisch Thread 
  • From: blackdrag <blackdrag AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
  • Date: Sat, 24 Mar 2012 09:54:12 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


sepp25 schrieb:
Bestimmte Arbeiten können durchaus teurer werden. Auch die Investitionen für die Automatisierung kann ich nachvollziehen. Da aber durch die gewonnene Kaufkraft der Menschen auch der Binnenmarkt gestärkt wird, ist die Möglichkeit zum Investment in den Firmen gegeben.
Wenn die Preise steigen ist es eben die Frage ob da wirklich die Kaufkraft in der Summe steigen wird. Wenn du heute 120 Euro hast, kannst du dafür grob Waren im Nettowert von 100€ kaufen. Wenn es 80% Konsumsteuer gibt, dann musst du für die gleichen Waren 180€ ausgeben. Das sind 50% mehr. Rechnet man nur mit diesen 20% vs. 80%, dann muss jemand in diesem BGE-System insgesamt 50% mehr verdienen, nur um sich das gleiche Leisten zu können wie jetzt. Rechne ich zum Beispiel beim HartzIV-Regelsatz von 374€ mit einer Kaufkraft von 312€, dann muss das BGE bei 80% Konsumsteuer mindestens 562€ betragen um auch nur auf den Regelsatz zu kommen.

sepp25 schrieb:
Die 80% Konsumsteuer relativiert sich doch durch die wegfallenden Lohnnebenkosten. Und die EK-Steuer in den unteren Lohngruppen ist sehr gering. Das hält die Aufnahme von Arbeit zusätzlich zum bGE weiter attraktiv.
Sie relativieren sich, ja, für Produkte aus dem Inland, die fast ausschließlich durch menschliche Arbeit erzeugt wurden. Was ist zum Beispiel mit Obst aus Spanien? Was mit den unzähligen Produkten aus China und Vietnam? Was mit Produkten, die überwiegend mit Maschinen erzeugt werden? Die werden alle immens teurer. Und da frage ich mich schon, wie sehr sich das nun relativiert.

milton2011 schrieb:
Ich bin inzwischen auch soweit, dass ich einen schrittweitweisen Einstieg ins bGE nachvollziehen und befürworten kann.
Interessant wäre es ja mal zu überlegen welche Schritte das sind. Vielleicht lassen sich ja viele gemeinsame Schritte mit anderen BGE-Modellen finden. Vielleicht sogar Schritte, die allen gemein sein können. Das wären dann konkrete Ziele, auf die man hinarbeiten könnte, ganz unabhängig davon, welches Modell man letztlich will.

sepp25 schrieb:
Die regionalen Märkte stärken sich, weil der Transport durch die Teuerung von Sprit sehr teuer wird. Auch haben die Menschen durch das bGE nicht die Notwendigkeit unbedingt der Arbeit hinterherzuziehen. Dadurch bleiben Kompetenzen am Ort.
Ich bin überzeugt, dass nicht alle auf der faulen Haut liegen werden, dann machen die was am Ort. Strukturen entstehen und regional werden die Ressourcen genutzt.
Nur leider ist DE nicht unbedingt ein Land, dass mit natürlich Ressourcen reich gesegnet ist. Schon heute kaufen die Leute gerne Produkte aus der Region... ist gerade modern.

milton2011 schrieb:
Das es in den Städten die besseren Schulen gibt, wag ich zu bezweifeln. Man muss auch so denken. Wenn die Menschen sich mehr um ihre Kinder kümmern können, werden sie auch bei den Schulen mehr mitreden. Damit steigt die Qualität der Einrichtungen.
Das ist primär mal ortsunabhänging.
Das Problem mit den Schulen auf dem Land ist jetzt nicht unbedingt die Qualität der Lehrer. Das will ich nicht gesagt haben. Aber Schulen haben eine gewisse Mindestgröße, und die wird nun mal nicht unbedingt im Dorf erreicht. Die Vielfalt des Angebotes neben den Pflichtfächern richtet sich nach den Qualifikationen, die die Lehrer sonst noch so mitbringen. Und ob ein spezieller Kurs zustande kommt richtet sich neben dem Lehrer auch nach der Menge der Schüler dafür. In einer großen Schule ist es wesentlich wahrscheinlicher dass es zum Beispiel einen Leistungskurs Geschichte gibt, oder neben Französisch und Latein auch noch eine andere Sprache angeboten wird, als in einer kleinen Schule. Und groß muss die Schule nicht unbedingt sein eigentlich. Es kann auch Kooperationen der Schulen untereinander geben. Dann arbeiten halt mehrere kleine Schulen zusammen um ein Angebot zu schaffen, wie eine große. Das geht auf dem Land nicht, weil die Masse an Schülern garnicht erst vorhanden ist.

Und das die Qualität der Schulen steigt, wenn die Eltern bei diesen mehr mitreden.... vielleicht wenn sie mitarbeiten, ja, aber das ist nur sehr eingeschränkt möglich.




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