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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich


Chronologisch Thread 
  • From: blackdrag <blackdrag AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
  • Date: Mon, 26 Mar 2012 13:35:31 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


sepp25 schrieb:
Der letzte Satz zuerst als Antwort:
Ich gehe von einem bGE von 1254.- € aus, und das individuell, ohne Bedarfsgemeinschaften und dergleichen Perversionen. Damit hätte sogar mit deiner Rechnung der ALG2 Empfänger gut 110% mehr Kaufkraft zur Verfügung. Stimmt nicht ganz, liegt warscheinlich nur bei 30 - 50% denn die Miete hast Du ja noch nicht berücksichtigt.
Ja, Miete hatte ich nicht enthalten.

sepp25 schrieb:
Das ist auch ein Punkt, wodurch der Binnenmarkt und der regionale Absatz gestärkt werden. Damit wird einer Landflucht entgegengewirkt, da sich regionale Marktkreisläufe wieder lohnen.
Du bekommst aber nicht in ausreichender Menge Orangen und Bananen aus DE... Oder Erdbeeren außerhalb der Saison in DE. Also noch mehr Chemie in den Produkten, weil echte Früchte schlicht zu teuer sein werden.

sepp25 schrieb:
Zu den Produkten aus Spanien oder China: " Müssen diese wirklich sooooo billig sein, dass sie unsere heimische Produktion untergraben?"
Gut, beim Obst ist es sicher schön, wenn ein Pfund Orangen 2.- € kostet. Die Orangen würden aber auch einen Markt finden, wenn das Pfund 4.- € kostet. Vielleicht nicht mehr das ganze Jahr, sondern mehr in der Saison um Weihnachten und Neujahr, das fördert aber wieder einen ökologischen Anbau, wo nicht künstlich die Erntezeiten beeinflusst werden.
Das fördert ganz sicher keinen ökologischen Anbau der Orangen im Ausland. Die Mehrkosten bekommen ja nicht die Händler, sondern der Staat. Und Orangen aus DE machen wenig Sinn. Wenn es sich dann doch lohnt in DE Orangen zu produzieren, weil das Pfund dann 4€ kostet, dann bestimmt nicht mittels ökologischen Anbau, eher mit dauerbeheizten riesigen Treibhäusern. Und wenn du sagst dass die auch für 4€ das Pfund einen Markt finden werden... das vielleicht, aber vorwiegend nicht in DE und ganz sicher nicht in der Menge wie jetzt hier.

sepp25 schrieb:
Muss die Banane unbedingt für 99 ct angeboten werden, um dann zu 60% im Müll zu landen, oder werden die Kunden dann darauf achten, dass diese zu 100% genutzt wird, wenn das Obst dann 1,89 € kostet??
Im Durchschnitt mag es ja sein, dass die Deutschen so viele Sachen in den Müll werfen, das heisst aber noch lange nicht, dass der Einzelne sich das so leisten kann, das für Bananen zutrifft oder es überhaupt tut.

sepp25 schrieb:
Genau, da geh ich voll mit. Wichtig ist erst mal die Sicherung der Kinder und der Rentner. Dann die Abschaffung der Sanktionen für ALG2. Auch eine Anpassung des ALG2 wäre notwendig.
Die Resonanz auf meine letzte Initiative für ein Kindergrundeinkommen war mehr als bescheiden. Die AG Soziale Marktwirtschaft jedenfalls, wird zum nächsten BPT wohl einen Antrag für ein Rentnergrundeinkommen einbringen. Dem kannst du ja dann zustimmen. Abschaffung der Sanktionen ist schon Beschlusslage. Für die Umsetzung sind diese 3 Punkte allerdings voneinander unabhängig finde ich.

sepp25 schrieb:
Zur Umsetzung würde ich jeweils eine Anpassung der Höchststeuersätze und Einführung der Kapitalertragssteuer, Börsenumsatzsteuer. Weiter sollte die Vermögensteuer in Stufen eingeführt werden. Stufe 1 = bis 500 T€ steuerfrei. Stufe 2 = ab 500 T€ - 2 Mio€ = 1% VSt. Stufe 3 = ab 2 Mio€ - 5 Mio€ = 2%VSt. Stufe 4 = ab 5 Mio€ = 3%.
Kapitalertragssteuer gibt es schon. Was es nicht gibt ist die Vermögenssteuer und die Börsenumsatzsteuer. Vermögenssteuer hat halt das Problem, dass die Ermittlung des Vermögens nicht gerade unumstritten ist (was zählt zum versteuerndem Vermögen überhaupt und wie erfährt das FA davon?) und aus piratiger Sicht jede Menge Datenerhebung erfordern wird, die man eigentlich nicht will. Zudem... Diese Steuern soll es doch später alle nicht mehr geben... warum sie erst einführen?

sepp25 schrieb:
Weiter wäre eine Verlagerung der Lohnnebenkosten auf die Konsumseite schrittweise zu vollziehen. z.B. SV AG u AN Abbau von 10% = Erhöhung der Mwst um 15%.
Ich weiss nicht ob man das so rechnen kann, aber das klingt zumindest im Ansatz logisch

sepp25 schrieb:
Wenn die Produkte aus der Region auch noch preislich attraktiv werden, stärkt das den Markt. Es entstehen wieder regionale Strukturen, die unabhängig von weltwirtschaftlichen Wirren handeln. --- Global denken, regional handeln. --
Die regionalen Märkte können im großen nicht unabhängig von den weltwirtschaftlichen Wirren handeln, wenn sie die Rohstoffe dann doch wieder importieren müssen. Natürlich kannst du auch in DE Magnete herstellen, das Neodym dafür bekommst du in DE aber nicht. Wenn der Preis dafür in die Höhe geht, dann werden die lokal hergestellten Magnete halt trotzdem teurer. Zudem hat man lokal nur dann einen eventuellen Vorteil, wenn es sich um vorwiegend durch menschliche Arbeit hergestellte Produkte handelt, sonst wird das auch preislich nicht attraktiver werden. Dienstleistungen sind von ihrer Natur her aber schon eher regional. Ich glaube zum Beispiel kaum, dass nur wegen dem BGE es dann außer dem einzigen Hersteller aus China für den Mundschutz für Ärzte, plötzlich noch einen aus DE geben wird. Ne... eine große Stärkung regionaler Märkte sehe ich einfach nicht, dafür sind die Märkte zu offen. Wären sie das nicht, würden wir das mit höheren Preisen bezahlen.

sepp25 schrieb:
Jetzt stell dir mal vor, von 10 Müttern sind noch 2 Arbeitstätig. Wenn die Organisation der Schulen entsprechend aufgebaut wird, sind von diesen 8 Müttern oder Vätern gut 3 dabei die Schule mit zu unterstützen. -- Gerade auf dem Dorf. --
Es entstehen ganz andere Dorfgemeinschaften und "Patenschaften", die sich wieder über "Fördervereine" organisieren können. -- Wenn die Eltern den Leistungskurs wollen, werden sie dann einen Weg finden, den einzurichten. -- Zeit und Geld dafür ist mit bGE vorhanden.
Die Eltern werden die Schulen sicher unterstützen, durch Aufsicht vielleicht, oder durch die Hilfe in der Mensa. Aber Eltern sind keine Lehrer und können keinen Leistungskurs Geschichte anbieten. Für sowas ist unser Schulsystem nicht offen genug.

sepp25 schrieb:
Die Mitarbeit von Eltern ist im Schulgesetz geregelt. Diese Kuratorien sollten eigendlich ein deutliches Mitspracherecht in der Gestalltung und Ausstattung der Schulen haben. Leider werden diese meist schwach besetzt und vom Ministerium auf Abstand gehalten. Dadurch gestalltet sich eine Einflussnahme wie in allen Politikfeldern meist schwierig.
Die Möglichkeiten sind vorhanden, doch es braucht Kampfgeist und Durchhaltevermögen, wenn man was bewegen will.
Mitgestaltung in Gestalltung und Ausstattung der Schule ist etwas völlig anderes als Lehrinhalte urch Eltern anzubieten, auf die man nacher als Schüler geprüft werden kann

sepp25 schrieb:
Eltern mit bGE müssen zumindest nicht mehr auf gesellschaftliche und ökonomische Zwänge in dem Massen Rücksicht nehmen, wie es heute der Fall ist. Dadurch kommt schon viel in Bewegung.
Zwänge sind nichts auf was man als betroffener Rücksicht nimmt, sondern man ist gezwungen. Man wird im besten Fall mit dem BGE vielleicht ökonomisch unabhängiger, vielleicht auch von seinen Mitmenschen, aber gesellschaftliche Zwänge sind nochmal ein ganz anderes Kaliber.




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