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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?


Chronologisch Thread 
  • From: Patrik74 <Patrik74 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
  • Date: Fri, 04 May 2012 20:38:37 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


porcupine87 schrieb:
Ein paar Kommentare (hab nicht den ganzen Thread verfolgt):

Wäre es nicht intelligenter, Einkommen - und damit Tätigkeit - so gut wie steuerfrei zu stellen und dafür Geldvermögen zu besteuern? Das hätte nebenbei auch positive Auswirkungen auf die Ungleichverteilung.

Das ist doch dasselbe. Wenn du 1 000 000Mio. verdienst und anschließend über die Vermögenssteuer 500 000€ abgeben musst oder direkt während der Transaktion, wenn dir das Geld überwiesen wird, was macht das für einen Unterschied? Natürlich vorausgesetzt, eine Vermögenssteuer wäre in einer derartigen Höhe formuliert, damit es auf dasselbe rauskommt und die gleichen Einnahmen richtung Staat fließen.

Aber nur, wenn du genau eine Periode betrachtest - was etwas kurz gesprungen ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Zur Veranschaulichung, zwei Rechenspiele.

A) Jemand verdient brutto 100, zahlt ESt 50%, VSt 0%, konsumiert 80% vom Netto und spart den Rest.
B) Jemand verdient brutto 100, zahlt ESt 0%, VSt 50%, konsumiert 80% vom Netto und spart den Rest.

Wie man leicht nachvollziehen kann, hat man im Fall A) nach 5 Perioden eine Erspanis von 50 und ein Konsum von 200, der Staat hat 250 eingenommen

Wie sieht es nun im Fall B aus?

Periode - Einkommen - Konsum - Vermögen - VSt
1 - 100 - 80 - 20 - 10
2 - 100 - 80 - 30 - 15
3 - 100 - 80 - 35 - 18
4 - 100 - 80 - 38 - 19
5 - 100 - 80 - 39 - 20

Man erkennt einen deutlichen Unterschied; es wird wesentlich mehr konsumiert, weil des verfügbare Einkommen höher ist, das Geldvermögen wächst zunehmend langsamer an, weil immer mehr vom Zuwachs weggesteuert wird. Damit verhindert man zunehmende Ungleichverteilung und befördert gleichzeitig wirtschaftliche Aktivität.

1) Eine Geldvermögenssteuer reduziert da Geldvermögen, während eine Inflation das Geldvermögen aufpumpt (daher auch das Wort Inflation).
Nominell werden Geldvermögen durch die Inflation aufgepumpt. Real werden sie kleiner. Die Sparer und somit auch Reiche, die ihr Geld nicht ausgeben und auf eine Bank parken, sind die Verlierer der Inflation. Deshalb hat auch kein Milliardär auch nur eine Sekunde damit verschwendet, sein Geld einer Bank zu geben.

Eben drum sind die reichen nicht die Verlierer, sie haben Geld zumeist in Anlagen investiert, die mit der Inflation wachsen. Verlierer ist der Kleinsparer mit seinem Bankkonto und den mickrigen Zinsen, oder dem langfrisig laufenden Riestervertrag - die werden nämlich real entwertet, sei es über einen negativen Realzins, sei es über die reale Entwertung der späteren Auszahlungen.

2) Eine Geldvermögensteuer trifft hautsächlich die reichen, die große Geldvermögen halten
Ebenso eine Einkommenssteuer.

Ich favorisiere aber eher eine Steuer als Inflation. Aus diversen Gründen ;)

Na da sind wir uns ja einig.




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