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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Diskussionsstand

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

Listenarchiv

Re: [AG Liquid Democracy] Diskussionsstand


Chronologisch Thread 
  • From: Der Moonopool <the.moonopool AT googlemail.com>
  • To: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Diskussionsstand
  • Date: Fri, 18 Oct 2013 07:35:34 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Mojn Lotta,

möglicherweise führt das Wortpaar "Stimmrechtübertragung" und "Abstimmung" hier zu einem Mistverständnis. Selbstverständlich kann man, mathematisch gesehen, mit Stimmempfehlungen dasselbe machen, wie mit Delegationen - wenn man will. Und wenn man es auf sich nehmen will.

Aber Abstimmen tut man halt in einem vernünftigen elektronischen System nicht nur einmal im Monat, wie an einer Urne. Auch wenn LiquidFeedback nicht ganz das ist, was ich mir wünschen würde, soll es jetzt mal als Beispiel herhalten:

Da gibt es Quoren zu überspringen (oder eben nicht), über die Wochen hinweg oft Dutzende von Anregungen zu bewerten, ein zweites Quorum zu überspringen und erst ganz zum Schluss die "entscheidende" Abstimmung.

Auch sind, das ist mir sehr wichtig, Schnellverfahren zu unterstützen. Das warum dazu gern ein Andermal. Aber es ist mir sehr wichtig.

Wenn Du einmal versucht hast, bei den Piraten kurzfristig einen Haufen Leute zusammen zu trommeln, dann weißt Du, wie schwierig das schon in außergewöhnlichen Einzelfällen ist. Und das müsste dann laufend passieren?

Nein, ich denke, dass sich hier Mathematik und Realität deutlich unterscheiden. Und in diesem Fall haben wir sogar eine Beweisführung anhand relevanter Präzedenzfälle ;)

Daher erscheint mir für ein System, das meine Idee politischer Partizipation implementiert, die Abstimmungsempfehlung als weniger geeignet. Denn für mich besteht Partizipation nicht darin, sich einmal im Monat zu überlegen "ei wie stimm' ich denn da ab?" sondern es ist ein dauernder Prozess des, mitunter monatelangen, mehr oder minder aktiven Begleitens einer Diskussion und dem anschließenden informierten Treffen einer Entscheidung. Und das ist nicht für jedes, ganz einfach weil es nicht jedes will, und schon gar nicht in allen Themengebieten gleichmäßig. Genau dafür können wir aber, wie im vorausgehenden Mail beschrieben, Spezialisten loschicken und sowas wie "ich wünsche mir, dass mehr auf dieses Mensch hier gehört wird" implementieren.

Ich denke nebenbei, dass die Befürworter des sog. "regelmäßigen Abstimmens" diese Problematik nicht ausreichend in ihre Argumentation einbeziehen und eigentlich kann man auch nur dann auf die Idee von Abstimmungsempfehlungen kommen.

Umgekehrt haben die Teilnehmer der SMVcon3 ihnen zugehört und folgendes vorgeschlagen:

Nun, wenn es einige Menschen so halten wollen, dass sie einmal im Momant zur Abstimmung schreiten wollen, dann sollen sie das tun. Wir fragen sie nach dem gewünschten Zeitraum (der Basisentscheid legt "1 Monat" nahe) und dann manchen wir einfach die Abstimmung so lange. Dann kann jedes, das nur einmal im Monat ins System schauen möchte, oder z.B. zyklisch Antragskonferenzen organisieren will, das tun. Es kann sich einfach vorstellen, dass der Stichtag am dritten Sonntag im Monat ist und ab dafür.

Und wer mehr so meine Idee von Partizipation hat, das kann auch das umsetzen. Best of both worlds. Und so einfach.

Nebenbei kann man dann auch mal am dritten Sonntag im Regenwald sein und ohne Netz und es ist doch Partizipation möglich. Aber das ist eine andere Geschichte ;)

Lieben Gruß,
Dirk
@moonopool


Am 17. Oktober 2013 21:56 schrieb lotta <moderatorenteam AT piratenpartei.de>:

moonopool schrieb:

Abstimmungsempfehlungen haben viele dieser, von mir gewünschten, Eigenschaften nicht.

Welche denn nicht? Ich habe Entropys Ausfuehrungen auf dem letzten BPT dazu nur noch so ungefaehr im Kopf, aber ich meine mich zu erinnern, dass er ja dort schon angedacht hatte, dass man auch in einem Empfehlungssystem eigene Experten auswaehlen koennte, deren Empfehlungen man dann vor der Abstimmung mitgeteilt bekommt. Man kann sich also jemanden auswaehlen, dessen Argumentation man gut findet. Das koennte man ja durchaus auch mit dem Einverstaendnis des jeweiligen Experten oeffentlich machen. Dann waere der Aspekt der oeffentlichen Unterstuetzung seiner Position vorhanden. Und da man letztendlich selbst abstimmen muss, muss man natuerlich auch jedesmal genau hinschauen, ob man die Position seines Experten wirklich uebernehmen will, oder halt mal nicht. Auch unabhaengig von meinen persoenlichen Praeferenzen sehe ich da objektiv keinen Nachteil des Empfehlungssystems, ausser dass es weniger bequem ist, weil man eben doch gezwungen ist, selbst wenigstens einmal bei jeder Abstimmung einen Klick selbst zu machen, aber wenn du sagst, diese Art Faulheit unterstellst du niemandem, dann entfaellt dieser "Vorteil" ja eh.




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