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ag-geldordnung-und-finanzpolitik - Re: [AG-GOuFP] Geld und Macht - Fazit

ag-geldordnung-und-finanzpolitik AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Kommunikationsmedium der bundesweiten AG Geldordnung und Finanzpolitik

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Re: [AG-GOuFP] Geld und Macht - Fazit


Chronologisch Thread 
  • From: Comenius <comenius2000 AT gmail.com>
  • To: ag-geldordnung-und-finanzpolitik AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [AG-GOuFP] Geld und Macht - Fazit
  • Date: Mon, 22 Dec 2014 13:43:46 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-geldordnung-und-finanzpolitik>
  • List-id: Kommunikationsmedium der bundesweiten AG Geldordnung und Finanzpolitik <ag-geldordnung-und-finanzpolitik.lists.piratenpartei.de>

Am 20.12.2014 um 17:14 schrieb Patrik Pekrul:
Am 20.12.2014 um 16:41 schrieb "Michael J. Haase" <m AT haase-witten.de>:

Am 20.12.2014 um 13:19 schrieb Patrik Pekrul:
Am 20.12.2014 um 11:57 schrieb Comenius <comenius2000 AT gmail.com>:

Am 19.12.2014 um 20:50 schrieb Patrik Pekrul:


Bevor man anfängt, seine Lebenszeit damit zu verschwenden nach irgendwelchen
Regelkreisen zu suchen, sollte man sich vielleicht fragen, ob das betreffende
System überhaupt mittels starrer Vorgaben regelbar ist.
Außer dir hat bisher niemand von "starren Vorgaben" gesprochen. Ich sprach von Orientierungen.
Ich brauche kein "konsistentes oder plausibles volkswirtschaftliches Modell"
bevor ich überhaupt überzeugt bin, dass eine Modellierung überhaupt sinnvoll oder
möglich ist. Diese a priori-Annahme machen die meisten, obwohl die etablierte Ökonomie
genau an dieser übermathematisierung/überformalisierung krankt.
Ein konsistentes und plausibles Modell muss keineswegs mathematisiert
sein. Aber ohne gut begründete Annahmen über die Funktionsweise des
Wirtschaftssystems irgendwelche Änderungsvorschläge zu machen, ist
Blindflug ohne Instrumente.
Ich glaube nicht, dass zur Beschreibung und Analyse sozialer Systeme die
selbe Herangehensweise wie bei der Regelung einer Heizung oder der Lenkung
eines Flugzeug (oder jedes anderen physikalischen Systems) überhaupt
anwendbar ist.
Kein Dissens.
Da dir das offensichtlich so wichtig ist, müsste dir der Nachweis leicht
fallen, dass es sich bei Wirtschaft um ein vorhersagbares mithin regelbares
System handelt, das entsprechend modelliert werden kann.
Auch über den Aufbau eines Atoms haben wir nur sehr begrenztes Wissen.
Dennoch bringen die Chemiker einige erstaunliche Dinge auf die Reihe.
Im weiteren würde mich interessieren, warum dann die Prognosekraft aller
bisherigen Modelle, freundlich gesagt, übersichtlich ist. Sind alle
Wissenschaftler einfach zu doof, noch nicht so weit, oder - Ketzerei -
vielleicht einfach auf dem Holzweg?
Nun für ihre Auftraggeber bringen die WiWis schon ein paar brauchbare
Dinge zustande. Und es gibt ja durchaus WiWis, die bessere Prognosen
anbieten könnten. Aber die wollen diese Auftraggeber nicht bezahlen, weil sie zu so unbequemen Konsequenzen wie Lohnerhöhungen führen würden..
Wissenschaftliche Erkenntnis ist halt immer interessegeleitet und
sozialwissenschaftliche ganz besonders.
Was dir "Vertrauen" einflößt, würde ich als "availability bias" bezeichnen; es nun mal so üblich,
dass man Wirtschaft irgendwie modelliert und daraus Handlungsempfehlungen oder gar starre Regeln ableitet. Und weil
dieses Verfahren eben etabliert ist, kommt es einem zuerst in den Sinn, und folglich muss es wohl sinnvoll sein.
Tatsächlich? Vielleicht bin ich da nur etwas kritischer angesichts der dürftigen Ausbeute dieses Ansatzes. Wenn sich
hier jemand "im volkswirtschaftlichen Blindflug durchwurschtelt", dann sind es ja wohl die aktuelle
vorherrschenden "Regelkreisgläubigen".
Also sollten wir es besser machen.
Auch hier eine ganz konkrete Frage: Ist es sinnvoll, sich mit der Regelung
eines Systems zu befassen, bevor ich überhaupt nachgewiesen habe, dass es
regelbar ist?
Ich (Man) kann diese Frage nicht beantworten, bevor ich (man) nicht ein
funktionierendes Modell habe, das die Regelbarkeit nachweist.
s.o. Es geht um die volkswirtschaftliche Betrachtung.
Selbst du möchtest die staatliche Geldvergabe an die Verpflichtung
koppeln, Inflation zu vermeiden. Damit entsteht mindestens theoretisch
auch die Pflicht, ggf. so entstandenes Geld auch wieder vergehen zu
lassen.
Tatsächlich? Ich glaube du begibst dich hier auf das Glatteis der
Quantitätstheorie. Ich denke, die Geldmenge ist nebensächlich. Wichtig ist,
wohin das Geld fliesst (oder auch nicht). Für die wirtschaftliche Aktivität
sind die Stromgrößen viel wichtiger als die Bestandsgrößen. Bildhaft: Wenn
ich eine Wassermühle betreibe, ist nur wesentlich wie viel Wasser über das
Rad läuft, wie groß das Wasserreservoir dahinter ist, spielt eine
untergeordnete Rolle.
Wenn der Staat zusätzlich Geld ausgibt, erhalten andere dadurch
Einkommen. Es ist nicht zu erwarten, dass Sie dieses vollständig sparen,
also entsteht zusätzliche Nachfrage. Wenn die Nachfrage stärker steigt
als die Produktion der nachgefragten Güter ausgeweitet werden kann,
entsteht Inflation.

Ohne diese Verpflichtung hätten wir sicher ein anders Geldsystem - allerdings
eins mit sehr begrenzter Lebensdauer.
Diese Aussage kannst du sicher begründen?

Also wenn du eigentlich keine Vorstellung davon hast, wie dieses
Wirtschaftssystem eigentlich so reagiert, aber dann den Staat "ohne
systematische Begrenzung" und ohne Dokumentation dort Geld einbringen
lässt und damit auch nicht aufhörst, wenn es zu Inflation kommt, (das
war meine Aussage oben), dann kannst du doch nicht ernsthaft glauben,
dass das dauerhaft funktioniert.

Ahoi,
Comenius





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