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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung


Chronologisch Thread 
  • From: Thymos <Thymos AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung
  • Date: Fri, 13 Jul 2012 15:08:07 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


porcupine87 schrieb:
@ugh

Was Du hier ignorierst ist, daß Bauer A und Bauer B die Informationen, die sie bräuchten, leider nicht haben, um die Optimale Lösung ihres Problems zu finden.

Der Markt ist sicherlich nicht perfekt. So argumentiere ich nicht. Ich sage aber, dass er besser ist und eben über mehr Informationen (und den nötigen Anreizen), also jeder andere. Die Bauer im Beispiel finden sich eben regelmäßig am Marktplatz (am Markt) wider und kommen so zum Ergebnis, dass beide profitieren, wenn sie die Kartoffeln austauschen. Deine Phantasieren von einseitigem Ausnutzen und Niederkonkurrieren verstehe ich mal wieder nicht. Aus dem Beispiel geht klar hervor: Tausch -> beide gewinnen. Kein Tausch -> Beide werden relativ dazu schlechter gestellt. Nieder konkurrieren? Wer jetzt wen? Der Bauer A den Bauer B? Wie denn? Bauer A schmeißt seine Kartoffeln dann auf den verkümmerten Boden und Bauer B lässt den fruchtbaren Boden leer. Und? Beide sind schlechter dran.

Aber es ist natürlich richtig, dass der Bauer B seinen fruchtbaren Boden auch an Bauer A verpachten könnte. Guter Einwand. Das hätte ich nach als fast gleichwertige Alternative dazu schreiben sollen, damit den ewigen Kapitalismusgegner mal vorgesetzt wird, dass es völlig unklar ist, wer hier nun wen ausbeutet bzw. in der stärkeren Position stünde. Man sagt ja immer, dass der Verleiher den Leiher ausbeutet. Wenn sich die beiden Bauern nun treffen, können sie aushandeln, ob nun das Stück Land von B zu A verliehen wird, oder die Kartoffeln von A nach B.

Aber zurück zu den Informationen. Wie sieht diese im Beispiel aus: Bauer A hat die Information, wie viel er mit seinen Kartoffeln, seien Fähigkeiten, seinem Werkzeug, seinem Boden, Krankheitswahrscheinlichkeit, Nachbarn, die einspringen könnten etc. in etwa Kartoffeln ernten wird. Das weiß er besser als jeder andere Mensch auf diesem Planeten. Bauer B weiß dasselbe über seinen Boden, Fähigkeiten etc.. Das weiß niemand besser als er auf dieser Welt. Warum wissen sie das besser? Weil sie die Erfahrung haben und eben den eigenen Körper kennen. Die eigene Ausrüstung. Die eigene Fähigkeit. Stimmst du mir zu, dass das niemand besser weiß, als die beiden? Musst du wohl. Und nun erfährt ein Bauer, dass der andere etwas hat, was man bräuchte bzw. der etwas braucht, was man hat. Dann verabredet man sich und vola. Ein nahezu perfektes Ergebnis. Und es geht hier nur um die beiden Bauern. Nimm mal 10 Bauern aus besagtem Dorf, die sich alle gegenseitig kennen oder meinetwegen jemanden kennen, der den anderen kennt und weiß, was der braucht usw.

Durch welchen Mechanismus willst du das verbessern? Wissenschaftler? Tzzz.

Bauer C wurde vergessen.

Der geht in eurem Beispiel leer aus und verhungert, weil er null Saatgut hat und noch nicht mal für seinen Eigenbedarf anbauen kann, weil ihm keiner was zum Säen gibt. Und der hat halt nur dieses Stück Land schlechter Qualität.

Der Bauer C verdingt sich also an B und baut dessen Kartoffeln an und erwirtschaftet für ihn die +50, kriegt dafür aber weniger Kartoffeln als Lohn, als wenn er auf seinem eigenen schlechten Land +25 für den Eigenbedarf erwirtschaftet hätte.

Ausserdem heute: Wenige Bauern und viele Landlose (als Analogie).

Das ist der Zielfehler in dem Beispiel - zwei profitieren, aber einer bleibt aussen vor und verhungert, obwohl er sich wenigstens selbst versorgen könnte.

bGE ist Saatgut.

Damit könnte C dann eine neue Kartoffelsorte züchten, die speziell auf seinem schlechten Boden optimal gedeiht und dann mehr abwirft.
Soweit kommt er mit eurer "Lösung" aber erst gar nicht.




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