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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung
Chronologisch Thread
- From: porcupine87 <porcupine87 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung
- Date: Tue, 24 Jul 2012 11:26:34 +0000
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Das ist eben die Frage von Ursache und Wirkung. Klar, wenn keiner einem einen Traktor leiht, dann muß man sich selbst einen anschaffen, wenn man hin und wieder einen braucht.Beim Fernseher hast du auch das Problem. Die stehen den Großteil des Tages nur ungebraucht da, aber 20:15 werden sie alle eingeschalten. Manchmal fährt man aber auch in den Urlaub und braucht ihn nicht, also könnte man ihn verleihen. Beim Traktor ist es ähnlich. Im Winter braucht ihn keiner, im Spätsommer jeder. Und naja, ansonsten kann der Bauer jederzeit seinen Traktor nutzen und muss sich nicht mit anderen abstimmen. Das ist schon ein Vorteil. Bist du Student? Besitzt du selber einen Computer, oder tauscht du den mit anderen durch und musst dich so mit denen abstimmen, wenn du ihn nutzen willst?
Gegen Genossenschaften und andere Zusammenschlüsse hab ich überhaupt nichts. Ich hab auch mal gelesen, dass diese wieder mehr werden. Natürlich kann es Vorteile geben, sich zusammenzuschließen. Nichts anderes machen Unternehmen auch, wo sich Kapital von verschiedenen Menschen sammelt.
Effizienz bemißt sich dabei nach ganz einfachen Verbrauchs-Regeln der verwendeten Ressourcen, unter anderem Zeit und Energie, Material-Abnutzung - alles Dinge, die sich relativ gut objektiv messen lassen, ohne willkürliche Preise dafür zu erfinden.
Nein, ist es nicht! Wie willst du wirtschaftliche Effizienz ohne Preise bemessen. Wie willst du herausfinden, welche Methode effizienter ist? 20 ungebildete Arbeiter mit Schaufel brauchen die gleiche Zeit wie ein qualifizierter Arbeiter mit einer Maschine. Du hast doch auch keine Ahnung, ob es nicht effizienter wäre, einen Traktor 200km rumzufahren, denn woher weißt du denn, ob diese 200 Liter verbrauchten Benzin, LKW und LKW-Fahrer weniger wertvoll wären als das, was man durch den Traktor da 200km entfernt erzeugt? Du musst dir doch die Frage stellen: Also wenn man den Traktor da rumfährt, erzeugt ma zusätzlich 100Kg Kartoffeln, aber es kostet 200Liter Treibstoff etc. Was ist nun wertvoller? Falls Ersteres -> Durchführen. Falls Letzteres -> Lieber lassen.
Wieso sollten die Bauern unterschiedliche Bedürfnisse haben?Sie haben unterschiedliche Felder, bauen Unterschiedliches an, manche sind Frühaufsteher, andere nicht usw. Du hast aber nicht die Frage beantwortet. Wie viele Traktoren sollte es für 10 Bauern geben, die im Winter insgesamt 3, im Spätsommer 20 brauchen?
Du sprachst von Effizienz. Wäre es effizienter diese im Winter zu vielen Traktoren nach Südafrika zu schiffen jedes Jahr oder entsprechend mehr Traktoren zu bauen?
Nein, hab ich schon mehrfach geschrieben, daß das nicht nötig ist. Es reicht völlig, wenn er Größen und Qualität von Flächen sowie die daraus resultierenden Erträge und meinetwegen die vorhandenen/genutzten Ressourcen dafür (also Arbeitsmittel und Arbeitszeit) einspeist.Daran scheitert es doch auch schon. Wie gibt es die Qualität einer Fläche an? In welcher Einheit oder Zahl? Er persönlich ist vielleicht ein guter Kartoffelernter, aber der Boden eignet sich eigentlich für Weizen eher, aber der spezifische Bauer bekommt mehr Kartoffeln heraus. Aber nur mit dem Traktor XY, den er gut kennt, kann er abschätzen, wie viel Ertrag im Schnitt herauskommt blablabla. Das System rechnet dann etwas aus, dann muss der Bauer schon mal etwas herstellen, was er so nicht machen würde "Ich sage euch gleich, dass das schlechter als meine Idee wäre" und arbeitet auch entsprechend, um recht zu behalten. Gut, aber das Motivationsproblem ist ja ein ganz anderes Thema. Dass er hier bei verdeckter Sabotage auch nicht schlechter gestellt wird, ist wieder so eine Sache. Warum lässt man den Bauer nicht einfach seine Sache durchziehen? Er kennt sein Feld, seine Fähigkeiten, sein Werkzeug, seine Hilfskräfte etc. am Besten. Du sagst nun, das wäre nicht optimal, oder? Ok, dann soll deine Organisation dem Bauer die Möglichkeit bieten, auf wissenschaftlicher Basis zu ermitteln, wie er die Ressourcen optimaler nutzen könnte. Da der Bauer mehr Gewinn machen könnte, warum sollte er es nicht machen?
Den meisten Menschen reicht das, was ihre Bedürfnisse adäquat befriedigt, vollkommen aus, solange man sie deswegen nicht runtermacht.Ich hab noch nie ne Werbung zu Kameras gesehen, die ich will. Ich will eine größere Kamera, da ich leidenschaftlich konsumiere. Dafür verzichte ich auch auf zB. ein I-Phone etc., denn meine Ressourcen sind ja begrenzt. Von Allem das Beste und Neueste zu haben, wäre schön, aber das isses mir nicht wert bzw. ich habe zu wenig Geld. Wenn ich es mir aber einfach nehmen könnte, warum nicht? Es gäbe ja nicht mehr die Frage "Hm, brauche ich das wirklich? Wenn ich das kaufe, kann ich mir von etwas anderem weniger kaufen." Ich hab zB. immer das Problem mit Gemüse, dass ichs kauf, dann aber nicht esse. Wenn es nix kostet, würde ich immer von allem etwas mitnehmen. Nur für den Fall. Genauso bei Kameras, Objektiven etc. Das hat nichts mit Werbung zu tun. Mein Kumpel hat ne tolle Kamera und tolle Objektive und die möchte ich auch haben!
Wie du siehst, wird es mit solchen Menschen wie mir nicht funktionieren, dass man alles herstellt, was die Menschen gerne hätten. Also muss anders entschieden werden, was produziert wird, denn man hat nur begrenzte Ressourcen. Die Frage ist dann, was das wohl sein mag. Bekomme ich meine Nikon D7000 (heute 1000€ wert) oder nicht? Und bitte die Kamera auch auf den Niveau. Ohne Canon, die man ständig überbieten will, weils das sonst war, weiß ich nicht... Ich will jedenfalls nicht 10 Jahre auf die Auslieferung warten, ok? ;) Die Kamera würde mehr als das doppelte durchschnittliche Welteinkommen (Brutto) verschlingen. Bekomme ich meine Kamera?
Sprachbarriere? Wozu gibt es Bildung? Schlechte Infrastruktur? Wird als erstes absgeschafft.Man kann Sprach- und Kulturbarrieren und schlechte Infrastruktur nicht einfach abschaffen. :)
Solange lokal produziert werden kann, und dies weniger Ressourcen verbraucht als weit weg, wird lokal produziert.Wie gesagt: Du kannst nicht sagen, das eine verbraucht 5 Äpfel, das andere 5 Birnen und dann sagen, das Eine wäre effizienter als das andere.
Eben, Du beugst dich dem faktischen Zwang des Standards - bist also unfrei in Deiner Entscheidung, da die Alternative sinnlos wäre, also eigentlich nicht existiert.Nein, ich muss mich nicht an Standards halten. Genauso wie du es auch nicht tust, wenn es zB. um Wirtschaftswissenschaften geht. Sollte man es verbieten, dass man eine Meinung verteidigt, die von der neoklassischen Theorie abweicht? Wohl kaum. Wie entstehen eigentlich neue Standards, wenn du alles, was vom Standard abweicht, im Keim ersticken willst?
Schein-Freundlichkeit ist noch lange kein wirklicher Kundendienst.Ah, da ist es wieder. Die Absichten sind wichtiger als die eigentliche Tat. Wenn du Krebs hast und der Doktor dir wirklich helfen will, weil er dich mag, du aber an Krebs stirbst, ist dir das lieber, wie wenn der Doktor das nur macht, um Geld zu verdienen und dich rettet. Genauso im Geschäft. Wenn dich jemand berät, der keine Ahnung hat, aber dich mag, ist dir das lieber als Ahnung und "Schein-Freundlichkeit". Ich persönlich sehe das anders. Ich will was über das Produkt erfahren und vielleicht Vorteile und Nachteile von zwei Produkte wissen. Mir doch scheiß egal, wenn dem Berater meine Frisur gefällt und er mir Scheiße zu meinen Fragen antwortet...
Du willst mir also ehrlich sagen, daß alle Deutschen so geizig sind, daß sie sich lieber die ganze Zeit wie Dreck behandeln lassen und dafür ein paar cent weniger bezahlen, als wie anständige Menschen behandelt zu werden? Geh doch, das glaubst Du doch selbst nicht.Was heißt ein paar Cents? Wo ziehst du dir Grenze? Man kann doch in jedes Produkt beliebig oft ein paar Cents mehr stecken, um es schrittweise zu verbessern, bis es 10mal so viel kostet.
Also willst du es für alle so teuer machen, dass es sich keiner mehr leisten kann? Also ich verstehe Argumentation nicht. Erst sagst du, dass die Beratung nur ein paar Cent mehr kosten würde und die Deutschen ja nicht so geizig wären. Jetzt behauptest du, dass es kaum Leute gäbe, die Beratung wollten und es dann so teuer würde, dass es sich niemand mehr leisten könnte. Was denn nun? Du hast in jeder Stadt 20 Kleidungsgeschäfte mit unterschiedlichen Preisen und Service. Du wirst da ja wohl irgendwo etwas passendes finden, oder?Durch den Markt wirst du aber zu jedem beliebigen Produkt Anbieter finden, die deinen Kundenbetreuunsgswünschen nachkommen werden. Dann kannst du aber eben nicht die niedrigen Preise erwarten. Entscheide selber, was du willst.Das verhindert eben genau die Konkurrenz. Wenn es nicht genug Leute gibt, die sich die teure Betreuung leisten können, dann stellt sich die Frage für die weniger Betuchten eben gar nicht erst, weil eben NIEMAND so ein Angebot auf den Markt werfen wird, da es alle als Verlustgeschäft ansehen würden.
Er sollte einfach nach folgendem, einfachen Prinzip funktionieren. Behandele andere so, wie Du selbst in deren Situation behandelt werden willst. Es braucht also Empathie und Respekt.Ja und alle Menschen sollten so handeln, wie du es tust, dann wäre die Welt super. Dann würde aber auch mein System handeln ;)
Die Diskussion mit den korrupten Richtern hatten wir schon woanders ;-) Erst, wenn Richter kein Geld/keine Vergütung mehr, abhängig von ihrem Richterspruch, bekommen, wird die Gefahr der Korruption eingedämmt. Ansonsten gewinnt der mit dem meisten Geld oder mit der größten Keule.
Beide Streitparteien wählen Richter. Ich als Armer wähle nicht Richter A, denn der entscheidet immer zu Gunsten des Reichen. Du als Reicher wählst nicht Richter B, denn der entscheidet immer zu Gunsten des Armen. Richter C dagegen scheint wirklich objektiv zu sein, da er ausgeglichen urteilt. Also einigen wir uns auf den. Inwiefern sollte C nun korrupt sein und für den Reichen urteilen? Dann verliert er ja seinen Job? Und warum war er die 100 anderen Fälle nicht korrupt?
Gruß
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, Thymos, 13.07.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, ugh, 13.07.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, porcupine87, 13.07.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, porcupine87, 14.07.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, porcupine87, 14.07.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, porcupine87, 18.07.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, porcupine87, 24.07.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung, porcupine87, 28.07.2012
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