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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung


Chronologisch Thread 
  • From: porcupine87 <porcupine87 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gedanken zur Ressourcennutzung und -verteilung
  • Date: Sat, 28 Jul 2012 20:43:04 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Ich rede von Produktionsmitteln, die sich kaum einer leisten kann, nicht von Luxusgütern, die relativ erschwinglich sind.
Das Prinzip ist doch dasselbe. Dem Stundeten kostet ein Laptop ähnlich viel wie dem Bauern der Traktor (im Verhältnis zu seinen Einnahmen) und das ist das Arbeitswerkzeug der beiden Gruppen. Du kannst ja gerne zu den Bauern gehen und deine Vorschläge verbreiten. Schau, das ist ja das Schöne: Wenn deine Vorschläge wirklich effizienzsteigernd wären, würde sie auch jeder umsetzen, denn jeder würde direkt davon profitieren.
Hast du schon mal was von der Transaktioskostentheorie http://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionskostentheorie gehört?

Alles braucht Zeit und Energie. Beides läßt sich problemlos messen oder ausrechnen, nach physikalischen Prinzipien. Damit hat man ihmmer eine Ahnung, was effizienter wäre.
Aber eine Arbeitsstunde Schnee Schippen ist anders zu bewerten als eine Stunde einen Schneeräumer zu konstruieren. Ersteres kann jeder, Letzteres nur ein paar Hochqualifizierte. usw. Du schreibst noch, ne knapper das Gut, desto teurer wird zB. der Treibstoff. Aber wie willst du das bemessen? Und wenn es wirklich optimal läuft, kommt das raus, was wir heute haben. Ich hab immer das Gefühl, du versuchst hier das mit Mühe und Not zu erreichen, was sich ganz natürlich am Markt ergibt.

Langfristig natürlich einen für jeden, der einen braucht. Bis dahin könnte man sich ein System überlegen, wo jeder Traktor angemeldet wird, der gerade nicht gebraucht wird und trotzdem betriebsbereit ist (oft weiß man ja, wie lange man ihn gerade nicht brauchen wird) und somit könnte jeder, der gerade einen braucht, sich den nächsten einfach abholen.
Wenn dem so ist, schlag es ihnen vor und sie werden es machen. Wenn du recht hättest, würde jeder Bauer Kosten einsparen ohne Komfortverlust. Teilweise wird das übrigens auch so schon heute gemacht va. bei großen Maschinen wie Mähdreschern. Einen Traktor braucht dagegen zur Hochsaison jeder. Wie ich schon sagte: Wenn nicht jeder einen Traktor kaufen würde, dann hätte man im Spätsommer schlichtweg zu wenig. Mein Onkel hat vielleicht 2-3 Wochen Erntezeit, die er nur schafft, wenn er mind. 2 Traktoren gleichzeitig einsetzt. Im Winter braucht ihn auch mal ne Woche nicht, aber was bringt das?

Natürlich ist es sinnvoll, wenn der Bauer das macht, was er am besten kann. Er sollte halt nur nicht zuviel davon machen, da das eben zu Verschwendung führt.
Wenn er zu viel davon macht, kann er es nicht verkaufen bzw. nur zu einem niedrigeren Preis. Er würde sich ja selbst schaden, wenn er zu viel macht.
Was sagst du eigentlich zum Thema Motivation? Glaubst du, der Bauer ist motivierter, wenn er macht, was er für richtig hält, oder er muss das machen, was ein Computerprogramm sagt und seiner Meinung falsch ist?

Das ist doch genau mein Vorschlag. Das System macht Vorschläge und die Bauern können sich dran halten oder eben auch nicht. Wenn das System gute Vorschläge macht, und sie sich nicht dran halten, dann werden sie dem System vielleicht irgendwann vertrauen, wenn sie sehen, wie die anderen davon profitieren.
Dann mach es. Fraglich ist, ob noch kein Bauer oder Wissenschaftler vor dir auf diese Idee gekommen ist... Wobei Bauern nicht dumm sind. Die sind Experte auf dem Gebiet Landwirtschaft und verbessern sich auch ständig gegenseitig. Ah, der Bauer Rudi hat mehr Ernte eingefahren oder ist früher fertig geworden? Was hat der denn anders gemacht? Das mache ich auch. Das ist eben das Tolle am Wettbewerb. Wenn jeder Neues ausprobieren kann und es dafür eine hohe Motivation gibt (mehr Gewinn bei Erfolg), gibt es eine stetige Verbesserung. All die großen Unternehmer mit innovativen Produkten haben etwas gemacht, was jeder als Unfug bezeichnet hat. Karl Benz hat sein Auto nicht deshalb entworfen, weil die Wissenschaft meinte, das wäre richtig. Bill Gates hat das Betriebssystem für den Personal Computer nicht entworfen, indem er der Mainstreammeinung folge. Der Zeitgeist war: Das wird nie funktionieren! Wie läuft das bei dir mit dem Unternehmergeist und Innovation?

Nur für den Fall, daß es mal kein Gemüse gibt, wenn Du welches brauchst oder Du es Dir dann nicht mehr leisten kannst. Oder welchen Fall jetzt genau? Beides wären ja keine relevanten Situationen mehr. Du denkst zu sehr aus dem heutigen System der Knappheit heraus.

Für den Fall, dass ich Bock auf Gemüse hab und keines hab. Denn dann muss ich extra wieder zum Supermarkt gehen und eines holen. Warum sollte es keine Knappheit mehr geben? Du sprachst davon, dass Bauern nicht zu viel ernten sollten. Wenn jeder alles Gemüse nehmen darf, und eh 90% davon wegschmeißt, muss er viel mehr ernten.

Nur zu. Aber willst Du von all Deinen Kumpels alles haben, was die auch haben, egal, ob Du es wirklich brauchst? Wozu? Verkaufen kannst Du es ja schließlich nicht ;-) Horten bringt also nichts.
Also ich hab eine Nikon und hätte am liebsten alle Objektive (ok, fast alle), denn jedes hat seine Vorzüge. Ich will nicht alles, was mein Kumpel hat. Du meintest, es gäbe keine Werbung mehr, weswegen ich auch keine Konsumbedürfnisse mehr wie heute hätte. Naja, ich frage mich jedenfalls, welche Objektive in deiner Wirtschaft noch angeboten werden. Falls jeder sich nehmen kann, was er eventuell mal braucht, müsste jeder Deutsche etwa 500h die Woche arbeiten, um das herzustellen ;)

Wenn die Automatisierung soweit ist, klar.
:) Ja, darauf setzt ihr Kommunisten große Hoffnung. Wird ja eh alles automatisiert. Wenn Objektive mal automatisch hergestellt werden können, werden sie auf dem Markt auch für 1/100tel des heutigen Preises angeboten, weil es keinerlei Aufwand mehr gibt ;) (Objektive werden heute schon automatisch hergestellt).

Wer sagt denn, daß es verboten werden sollte? Aber in sinnvollere Bahnen geleitet wäre schon schön.
Aha. Wie willst du das "in sinnvollere Bahnen leiten" denn umsetzen. Und es stellt sich doch eh nicht die Frage, ob man es verbietet. Es gibt doch eh kein Unternehmertum in deiner Wirtschaft, oder?

Ich rede von Schein-Freundlichkeit, wo jemand keine Ahnung hat und das mit Freundlichkeit überspielt
Solche Geschäfte gibt es nicht. Stell dir mal, jemand mit Ahnung geht in ein Geschäft und spielt auf Unwissen, nur um den Laden mal zu testen. Wenn das Personal auf wissend tut, aber keine Ahnung hat, wie spricht sich das rum? Schnell :) Meiner Ansicht nach versucht du hier auf ein Problem hinzuweisen, das nicht existiert bzw. bist du geizig, für die Beratung bezahlen zu wollen. Von wirklich allem, was du kaufen kannst, gibt es unterschiedliche Anbieter auf verschiedene Preisniveaus.

Mit sinnvoller Herangehensweise und verstärkter Investition in Bildung statt in Krieg wäre das kein Thema.
Uh, wir haben mal Übereinstimmung. Die Große Frage ist, wie eine Investition in Bildung aussehen sollte, einen staatlichen Monopol ohne Innovationskraft. Was zeichnet Monopole aus? Keiner Produktivitätssteigerung und trotzdem wird es immer teurer. Was zeichnet vitalen Wettbewerb wie zB. in der IT-Branche aus? Hohe Innovationskraft, ständige Qualitätsverbesserung bei sinkenden Preisen. Das sind die Branchen, die der Staat vergessen hat zu regulieren, weil er sie als zu unwichtig erachtet hat ;)

Wenn es proportional auch 10mal besser wird, hat da niemand etwas dagegen.
Doch ich. Ein 10mal besseres und 10mal teueres Smartphone könnte ich mir nicht mehr leisten. 10mal bessere T-Shirts für 100€? Nein Danke. Wobei unklar ist, was "10mal" besser sein sollte und ob das messbar sein sollte. Manche sagen, dass ein I-Phone 10mal besser ist, aber nur doppelt so teuer ist. Ich sehe das anders.

Die Unternehmen können es sich nicht leisten, solange andere Unternehmen das gleiche Produkt, wenn auch mit schlechter Beratung, billiger anbieten. Niemand wird das Risiko eingehen, nur in die Beratung so viel zu investieren und dann auf dem teureren Produkt sitzenzubleiben, weil die Beratung, die er erst später braucht, dem Käufer beim Vergleich noch nicht so wichtig ist. Also gibt es nur Konkurrenz um den niedrigsten Preis, bei dem man noch Profit rausholt und alle lassen das mit der Beratung einfach sein und der Kunde hat faktisch nur die Wahl zwischen lauter schlechten Produkten, die alle aber super billig sind - also keine wirkliche Wahl.

Ok, nenn mir ein Beispielprodukt. Ich wette mit dir um 100€, dass ich dir auf 10sek Googlen Anbieter solcher Produkte finde, die eine hohe Qualität und auch gute Serviceleistungen anbieten, allerdings eben auch zum höheren Preis. Sorry, aber das Argument solltest du lieber fallen lassen.

Ist mir bisher nicht untergekommen, bin aber auch kein Kleidungs-Fetischist.
Du warst wohl noch nie in einer Fußgängerzone? Das kommt noch, glaub mir ;) Da findest du 20 Kleidungsgeschäfte aneinander gereiht. In vielen sind mehr Berater als Kunden drin...

Warum sollte der Reiche sich nochmal auf so einen einlassen? Und wieso sollte der Richter C plötzlich unbestechlich sein?
Aus dem Grund, dass eine gekaufte Kamera von Nikon zu 99,9% einwandfrei funktioniert. Man denkt langfristig. Kurzfristige Gewinne vs. langfristige Gewinne. Die Richter stehen untereinander im Wettbewerb und es gibt etliche private Organisationen, die sich darauf spezialisieren, herauszufinden, ob ein Richter wirklich so ist wie er angibt. Da die Richter im Wettbewerb zueinander stehen, versuchen sie sich auch gut darzustellen und lassen sich von mehrere konkurrierenden(!) Unternehmen oder auch NGOs in die Akten schauen. Dazu gibt es Watchdogorganisations (auch NGOs), deren Ziel es ist, unethisches Verhalten von Unternehmen (auch Kanzleien) offen zu legen. Es ist ein wechselseitiges Spiel. Wenn aufkommt, dass eine Ratingagentur einen Richter als vertrauenswürdig eingestuft hat, dieser aber nun nachweislich dies nicht war, verliert die Ratingagentur an Aufträgen und riskiert deren Geschäft. Und die Ratingagentur der Ratingagentur der Ratingagentur, die von der Watchorganisationen falsch beurteil wurde? Tja, dann verlieren die alle an Ruf.

Deine Meinung wird nun sein: Ja, aber die Reichen sind so reich, die bestechen einfach alle bzw. gründen eigene Ratingagenturen etc. Schön, aber dem staatlichen Richter vertraust du, weil der absolut unbestechlich ist? :)

Gruß
(Ps: Auf die PN antworte ich schon mal noch, irgendwann. sorry)




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