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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Erwerbslosenquote

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Erwerbslosenquote


Chronologisch Thread 
  • From: Richard C <Richard+C AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Erwerbslosenquote
  • Date: Mon, 04 Jun 2012 17:38:18 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Du bist ja schon erschreckend schlecht informiert, wenn du nicht einmal weißt, daß die Neuregelung der Minijobs von 2003 Bestandteil der Hartz-Gesetze gewesen ist. Bitte mach dich doch erst mal schlau, bevor wir weiterreden.
Spiel dich nicht auf. Hier und da eine erhöhung und eine absenkung. Effektiv wurde die Möglichkeit des Zuverdienstes erhöht.
325 € => 400 €
Stundenzahl über 15 Wochenstunden möglich (6.67 € pro Stunde/ auf 15 gerechnet, Inflationsbereinigt sind das 7,97 €). Geht weniger, wenn mehr Stunden natürlich.
Beitragssatz KV um 1 % erhöht (als maximal 6.7 cent pro Stunde)
2 % Pauschale Steuer für Arbeitgeber

Was soll jetzt daran schlimm sein?

Diese Neuregelung hat - wie ebenfalls aus offiziellen Quellen belegbar und allgemein bekannt ist oder jedenfalls allgemein bekannt sein könnte - zu einer explosionsartigen Vermehrung der Minijobs geführt, von 4,1 Millionen vor dem Inkrafttreten der Neuregelung über 5,6 Millionen gerade mal ein Jahr danach bis auf zuletzt 7 Millionen. Zwischen 2003 und 2006 ging parallel dazu die Zahl der sv-pflichtigen Beschäftigten kontinuierlich zurück. Erst ab 2006 begann sie wieder zu steigen.
Die Zahl ging seit 2000 zurück. Es gibt nicht ansatzweise ein Anzeichen von der Entwicklung, dass diese Jobs eine negative Auswirkung hatten. Quelle:
http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2010/10/1a130.jpg
;)

Ich bin sehr wohl der Meinung, daß dies die Arbeitslosigkeit genau in ihrer schlimmsten Phase noch verschlimmert hat. Wenn du anderer Meinung bist, würde ich doch gerne mal wissen, wie du das begründest. Sind deiner Meinung nach die drei Millionen Minijobs, die während dieser drei Jahre entstanden sind, einfach vom Himmel gefallen?
Gar nicht. Bin Wissenschaftler, kein Theologe. Du hast keinen Beweiß für deine Aussage außer deim Glauben. Ich muss deine Meinung nicht wiederlegen, du musst sie begründen. Statistisch hast du kein Indiz. Ich werde deine Angabe sicher nicht ausschließen können, aber solange kein Indiz. Irrelevant für die Diskussion. Das ist nur wissenschaftlicher Standard.

Übrigens ist es mir egal, aus welchem Grund heute wer einen Minijob annimmt oder nicht, es gibt nun einmel keinen vernünftigen Grund, das durch unsere Steuergelder zu subventionieren, dadurch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze abzubauen und gleichzeitig auch noch Krokodilstränen über die ach so hohe Arbeitslosigkeit zu vergießen. Von den Krokodilstränen über die Gerinqualifizierten ganz zu schweigen, denn es waren vor allem deren existenzsichernde Arbeitsplätze, die man durch die Minijobregelung zerstört hat.
Nochmal. Kein Indiez dafür, dass es einen negativen effekt auf die sozialversichungspflichtige beschäftigung gibt. Allerdings habe ich schon ein Problem damit, dass Menschen im Niedriglohnbereich durch Steuern und Abgaben Übergebühr belastet werden. Hat was mit sozialer Gerechtigkeit zu tun. Gibt hier Ansätze wie Ottmars ZGE oder das liberale Bürgergeld, um gerade die Menschen im Niedriglohnbereich zu entlasten.

Ich habe keine Ahnung, in welcher abseits gelegenen Hirnwindung bei dir die Vorstellung entstanden sein könnte, daß meine Forderung etwas mit Planwirtschaft zu tun haben könnte. Eine realistische Chance, Hartz IV zu vermeiden, hat jedenfalls jeder Arbeitssuchende, wenn es ausreichend offene Stellen gibt. Hast du irgendwelche Einwände gegen diese These? Und ja, diesen Zustand wiederherzustellen,* IST Aufgabe der Politik.*
Nur durch ordnungpolitische Maßnahmen wie die Agenda 2010. Jobs im Staatsdienst oder über Steuergelder zu schaffen geht nicht.
Aber ich habe immer noch nicht verstanden, was du willst. Sag mal dein Konzept, wie du Jobs schaffen möchtest.




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