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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Alternatives Denkmodel / Denkansatz : fehlendes Vertrauen

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Alternatives Denkmodel / Denkansatz : fehlendes Vertrauen


Chronologisch Thread 
  • From: Patrik Pekrul <Patrik.pekrul AT hotmail.de>
  • To: Christian Schmidt <csc AT schmifu.de>
  • Cc: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Alternatives Denkmodel / Denkansatz : fehlendes Vertrauen
  • Date: Mon, 14 May 2012 13:17:06 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>



Am 14. Mai 2012 12:59 schrieb Patrik Pekrul <patrik.pekrul AT googlemail.com>:
Unabhängig davon wer "Schuld" ist, ob "Banken" oder mangelnde Marktregulierung seitens des Staates (also von "uns") die Krise ausgelöst hat, fehlt es der Realwirtschaft vermutlich vorrangig an Vertrauen und deshalb werden momentan nicht sicher zu investierende Erträge "im Spielkasino" gehalten um Sie "flexibel" zu halten, sprich:schnell zwischen Staaten transferieren zu können.
Da mag was dran sein, andererseits ist es auch wieder unglaubwürdig, denn Investoren sind aktuell bereit für deutsche STAATSanleihen negative Zinsen zu akzeptieren - sooo groß kann das Misstrauen in die Institition Staat also nicht sein.
 
Das Problem ist eher das (berechtigte) Misstrauen in die Fähigkeiten der politischen Klasse bestimmter Länder. Wenn es also wieder darum geht Vertrauen zu schaffen, muss die politische Klasse der betroffenen Länder aufhören, beleidigt zu behaupten, sie hätten bis dato alles richtig zu machen und bräuchten nichts zu ändern - das schafft eher weiteres Misstrauen in die intellektuellen Fähigkeiten dieser Führungsmannschaft.
 
Nein, die betroffenen Länder müssen erkennbar einen Sinneswandel vollziehen; man kann zwar mit mehr Geld einiges regeln, aber nicht alles. Fundamental müssen Ausgaben zur Produktivität passen, denn de facto kann man in einer Periode real nicht mehr verteilen als real erwirtschaftet wird; will man mehr verteilen, muss es von irgendwo anders herkommen - und das bedeutet Schulden. Gewöhnen sich die Menschen daran, dass sie "automatisch" mehr bekommen als sie erzeugen, kommt es natürlich über die Zeit zu einem kulturellen Wandel, dessen Korrektur natürlich wieder viel Zeit braucht. Zumal die Erkenntnis, dass man weit weniger erwirtschaftet als man aktuell verbraucht auch ein wenig ehrverletzend ist - aber darauf kann man keine Rücksicht nehmen. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Die Frage ist nur, wer die größten Einschnitte hinnehmen muss, die "großen" oder die "kleinen". Im Moment räumen die "großen" ihre Konten ab und verschieben sie ins Ausland, währen die "kleinen" Kröten schlucken - ist das akzeptabel?

Und ich finde viele der hier durchgeführten Diskussionen (Wie kann ich "Zwang", "Regulierung", "Kontrolle" und "Überwachung" aufbauen, um "vermögende" Marktteilnehmer zum Investment zu "zwingen" einer Partei nicht würdig, die Abbau von Regulierung, Bürokratie und Überwachung, sowie natürlich _auch_ die Stärkung von Bürgerinteressen im Grundsatzprogramm stehen hat.
Wenn Systeme sich nicht von selbst stabilisieren und aus dem Ruder laufen, brauchen sie einen anderen Regler. Wir erkennen nun, dass sich der "Geldsektor" nicht von selbst stabilistert, also bedarf es neuer Regeln. Dabei gilt der Grundsatz: Wenige gute Regeln statt vieler schlechter. Es geht nicht um Gängelung, es geht um Stabilisierung und Lastenausgleich.

Was den "Staat" generell angeht hätte ich als betroffener Bürger langfristig auch gerne mal die Möglichkeit, zwischen "Abgaben" (Finanzierung des Staates und des "Gemeinwohls") und "Steuern" im eigentlichen Sinne ("Rauchen", etc., halt wo wirklich "gesteuert" werden soll, wobei ich Raucher bin ;-) ) unterscheiden kann.
Also: Aufgabe für diese Woche -> Wie stellt man Vertrauen her ;-)
 
Politikerwechsel, Mentalitätswechsel, Sachfragen statt Machtfragen in der Vordergrund.
 
Die Piraten sind auf einem guten Weg!





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