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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Alternatives Denkmodel / Denkansatz : fehlendes Vertrauen

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Alternatives Denkmodel / Denkansatz : fehlendes Vertrauen


Chronologisch Thread 
  • From: Logos <Logos AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Alternatives Denkmodel / Denkansatz : fehlendes Vertrauen
  • Date: Tue, 15 May 2012 11:26:21 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver

aloa5 wrote:
Logos schrieb:

Die MwSt drosselt allen Konsum gleicht.

Mit Konsumsteuer kann man Konsum nicht finanzieren. Die
Konsumsteuerfinanzierung wirkt degressiv - entlastet die
Sparer/Reichen - die Armen müssen 100% verkonsumieren.

Prinzipiell korrekt. Das gilt aber nicht für alles und nicht in
jedem Fall gleichermaßen.

Konsumsteueranhebung bedeutet Inflation und das bewirkt
(prinzipiell) natürlich den von Dir beschriebenen Effekt.

Nicht nur Inflation.
Sie belastet insgesamt mehr das Volk/die Kaufkraft und entlastet die Reichen vergleichsweise weiter. Das Grundübel der Problematik weltweit.

Konsumsteueranhebung bedeutet breit verteiltes sparen/verarmen - nicht nur bei ggf. uneffektiven Staatsausgaben (wie überdimensionierter Beamtenapparat)


In dem Fall mit einem Außenhandel und wenn man die Konsumsteuer
für das senken der Löhne/Preise im Inland nutzt (Kostensenkung)
ist das nicht mehr in diesem Maße der Fall.

Die Löhne sind in Gr sind schon unter Druck. 25% Arbeitslosigkeit. Soziale Not, welche durch MwSt vs EkSt noch verschärft wird. Man könnte den Mindestlohn von 4,13€ noch senken ... ?

Der Importüberschuss speziell wird durch Schuldbremsen und Zölle (wenn dies möglich wäre) richtig gelöst, ohne insgesamt die Wirtschaft abzuwürgen.
Und auch durch Drachmen.

Letztlich kommt der Importüberschuß natürlicherweise zum erliegen, wenn das Ausland den Konsum auf Pump das nicht mehr so finanziert.

Die Reichtumspolarisation ist das Grundproblem: Zwischen den Griechen selbst (Vermögen nahmen um 80% zu seit 2000!). Und natürlich auch wegen dem Offset der Leistungsfähigkeit des Landes.


Deine Banane würde natürlich teurer. Das ist im Fall eines
Defizit-Landes aber gewollt.

In dem Beispiel würde die Banane ja dann monetär biller - Nachfrage sinkt wegen sinkender Kaufkraft - der eine Reiche muß ja dann den Preis etwas senken. Vielleicht nicht auf 0,55 EUR aber zumindest auf 0,75 EUR. Deflation. Die Armen müssen (real) den Gürtel enger schneller mit nur noch 3/4-tel Banane pro Jahr. Und das Vermögen des Reichen steigt durch die Deflation im Vergleich. (Vgl. Japan)

Und der Staat kommt ebenso wie die Armen aufgrund des Steuermangels, des Austrocknen der Wirtschaft unter Druck und kann noch schlechter seine Schulden bedienen.

Man vergleiche dies dann mit Vermögensteuern (und etwas non-refundable Auslandshilfe/Marshall-Plan) am anderen Ende!


Siehe den umgekehrten Fall:
http://www.project-syndicate.org/print_commentary/dullien2/German

"....Ferner würde ein Außenwirtschaftlicher Stabilitätspakt die
Regierungen verpflichten, beim Ausarbeiten nationaler
Wirtschaftsreformen die Folgen für andere Mitgliedsstaaten zu
berücksichtigen. Wenn ein „Überschussland“ wie Deutschland die
Lohnnebenkosten senken und die Mehrwertsteuer erhöhen wollte, um
seine eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, so müsste es
gleichzeitig eine expansive Fiskalpolitik einführen, um die
negativen Effekte für den Außenhandel seiner Partner zu
kompensieren....."


Nicht geschehen 2006 bei der MwSt-Erhöhung in Deutschland um 3%.

Der Effekt wäre analog und gewollt bei einer Erhöhung um 3% mit
Lohnkostensenkung in GR.

Die Senkung der Steuer für Unternehmen/hohe Einkommen auf Kosten von Merkelsteuer/Konsumverzicht des Volkes ist für Gr nicht möglich, da schon am unteren Ende des Anschlags.

Das deutsche Modell (mit Reallohnverlusten) ist pervers, lebt von Dauerexportüberschuss und nicht verallgemeinerbar. Im Endeffekt profitieren Reiche davon am meisten, das durchführende Land/Volk reserviert sich noch eine Zeit lang das "tägliche Brot" (was bei Gr wegen der Überschuldung und Armut nicht langt) - auf Kosten der anderen Nationen, und der Ausbeutung Mitte und Unten. Die schwächsten Länder und die Armen (in DE und Ausland) kommen dadurch am meisten unter Druck. Es ist wie ein Schneeball-System - nicht übertragbar. Es bedeutet Beschleunigung der Reichtumspolarisation. Die Merkelsche Zeitbombe für Europa.

Das Perverse dabei ist: Es sieht (noch) so aus würde Deutschland es richtig machen. Es hat sich nur im Pyramidenstystem eine Weile nach vorn gedrängelt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schneeballsystem#Pyramidensysteme

Grüße
Robert




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