Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

Listenarchiv

Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht


Chronologisch Thread 
  • From: "CAP (Christian)" <CAP AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht
  • Date: Mon, 24 Oct 2011 08:56:32 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


aloa5 schrieb:
Halte ich für überschaubar. Es soll lediglich von der 2%-Stabilitäts-Dogmatik abgewichen und vermehrt auf Unterschiede im Euro-Raum geachtet werden dürfen.
So wie ich Fuchsbeuter und auch andere Quellen verstanden habe, liegt es schon heute an der EZB, wie und auf welchem Level sie die Inflation halten möchte. Und diese Freiheit wollte ich nicht einschränken. Ich erinnere mich nur zu gut, wie seit Helmut Schmid eigentlich immer dann, wenn es nicht gerade eine Hochkonjunktur gab, eine Rezession ausgerufen wurde mit entsprechendem Druck auf die Zentralbank und Rufe nach Schuldenmacherei. Wenn ich was aus meinen Vorlesungen der Geldtheorie und Geldpolitik mitgenommen habe, ist dass der Grad zwischen Unabhängigkeit und Abhängigkeit bei der Zentralbank sehr schmal ist. Und ich erinnere auch sehr gut, wie sehr uns Deutschen die Ausweitung der Einflussnahmemöglichkeiten im Rahmen des Designs der EZB gegen den Strich ging.

Mir ist vor allem bei der vollständigen Lektüre des Dialogs aufgefallen, dass Fuchsbeuter ein Leidensgenosse ist - eigentlich keine der an Andena gestellten Fragen wurde beantwortet.
Was Deine Fragen angeht so gehen sie am Antrag vorbei:
Diese Aussage galt Fuchsbeuters Fragen in Eurem Antrag in der Antragsfabrik und meine Fragen in verschiedenen Threads an Andena.

Grundsätzlich finde ich das Ansinnen richtig, den lokalen Inflationen und auch den Bewegungen in Target2 gegensteuern zu können, aber ich hab dafür noch kein wirksames Instrument für mich erkannt..
.
Jetzt sprichst Du aber nicht mehr von einer länderspezifischen Differenzierung, oder? ..

Im Antrag steht nichts davon das lokalen Inflationen /entgegengesteuert/ werden soll. Auch von Target2 steht nichts drin. Was man da machen wollte wäre auch gar nicht zwingend klar. Es ist eher klar was man nicht machen kann:
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/18/neues-futter-fur-die-target2-debatte/
Wir reden bei Target2 imho auch nur über Leistungsbilanzunterschiede. Die kann die EZB nicht wegwünschen, so wenig wie die BuBa in Ostdeutschland. Oder um zu zitieren: /"Würde man beim Zugang zu Zentralbankgeld nach der nationalen Herkunft der Bank diskriminieren, wäre dies natürlich das Ende des Eurosystems."/
Den zitierten Schluß möchte ich in Frage stellen. Wie auch aus Sinns Aussage hervor geht, sind die Größen, die in Target2 auftauchen, auf andere Weise substituierbar. Wenn ich es richtig verstanden habe, können Geschäftsbanken direkt untereinander Geldforderungen und -Schulden haben oder sie können es über den Umweg der Target2 tun, wobei sich durch den Umweg über Target 2 die Haftungssituation und die Vertragspartnersituation verändert.

Was man länderspezifisch von Seiten der EZB machen kann lassen wir im Antrag offen. Wenn von differenzierter Geldmarktpolitik die Rede ist, dann geht es dabei nicht zwingend um ein aufsplitten der /Länder/, sondern darum z.B. Inflationsursachen und -höhen stärker anhand Ihrer spezifischen Ursache zu bewerten (z.B. Energiekosten/importierte Inflation) und die Reaktionen nicht auf ein schnelles Zins runter/rauf zu beschränken.
Dann habt Ihr Euch bisher unzureichend erklärt, was Ihr eigentlich mit dem Antrag erreichen wolltet. Mein Eindruck war bis jetzt, dass Ihr Euch erhofft, durch die Nutzung von anderen Geldinstrumenten, differenzierte Wirkungen in den einzelnen Staaten zu erzeugen

Für die Reduktion der Außenhandelsbiland-Unterschiede, Lohnpolitik u.a. ist die Politik gefordert. Das herauszustellen soll mit eine Aufgabe der Transparenz durch die EZB sein.

Grüße
Otmar
Bezüglich der Aufgabe der Politik bin ich bei Dir.
Bezüglich der Informationstransparenz weiß ich nicht, ob da noch zusätzlicher Bedarf besteht.
Und wenn da zusätzlicher Bedarf besteht, noch mehr Transparenz und Handlungsempfehlung zu generieren, so würde ich mir ersthaft überlegen, ob das auch aus Gründen der Unabhängigkeit nicht eher sowas wie ein neutraler Sachverständigenrat in Kombi mit der europäischen Statistikbehörde lösen soll.




Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang