Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

ag-soziale_marktwirtschaft - [Ag-soziale_marktwirtschaft] WG: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

Listenarchiv

[Ag-soziale_marktwirtschaft] WG: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht


Chronologisch Thread 
  • From: stephan schaefer <steph_lagos AT yahoo.de>
  • To: "ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de" <ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: [Ag-soziale_marktwirtschaft] WG: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht
  • Date: Sun, 23 Oct 2011 19:17:03 +0100 (BST)
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Hallo zusammen,
 
ich würde gerne mal kurz grundsätzlich was loswerden: Ich bin nur  in dieser Mailliste, und ich bin absolut überfordert von der Menge an Mails und vor allem der Umlaufgeschwindigkeit von Ideen. Ich schaffe es kaum, irgendeinen Gedanken einzubringen, weil die Diskussion dann schon ganz woanders angekommen ist.
Alle Denjenigen, die hier den großen Teil der Diskussion liefern, würde ich auch gerne mal ein Kompliment angesichts des Niveaus der meisten Diskussionen machen. Auch wenn die Piratenpartei in der Öffentlichkeit meist belächelt wird – die Diskussionen innerhalb der Basen der anderen Parteien werden wohl anders verlaufen.
Die andere Seite der Medaille ist m.E., dass die Debatte, die sich im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik bewegt, ganz schön verwissenschaftlicht ist. Ich kann da oft rein intellektuell nicht folgen, was natürlich kein Vorwurf sein soll. Aber es geht ja um ein Grundsatzprogramm, bzw. um Thesenpapiere, und da sehe ich nicht die Notwendigkeit detaillierte Konzepte auszuarbeiten, in denen quantitative Berechnungen angestellt werden.
 
Um mal die Kurve zu dieser Debatte zu kriegen:
Der Vorschlag ist also, dass man die Zinsen zugunsten der Peripherie niedrig hält und 5% Inflation in Deutschland in Kauf nimmt. Das käme ja auf die Dauer einer gewaltigen Reallohnsenkung gleich und das würde doch sämtliche Steuerkonzepte, die an anderer Stelle besprochen werden, ad absurdum führen. Und könnte nicht der Ansatz „Niedrige Zinsen trotz höherer Inflation“ wieder zur nächsten Blase führen? Ich höre und lese überall, wie gut es Deutschland geht, und will das ja nicht bestreiten. Aber:
-         Die Zinsen wären ohne den Euro in Deutschland signifikant höher
-         Der Wechselkurs einer deutschen Währung gegenüber allen anderen Währungen wären ohne den Euro signifikant höher
 
Daraus folge ich, dass wir gerade Kapazitäten aufbauen (Exportweltmeister für immer?) die nicht nachhaltig sind, bzw. die sich unter den beiden oben angeführten Bedingungen rechnen. Wo da die Blase anfängt, kann ich nicht sagen. Aber die letzten Blasen konnte man bekanntlich auch nicht vorhersehen. Ich traue Euch einiges zu, aber meint Ihr, dass Ihr das besser prognostizieren könnt als die Experten am Ruder?
Hier geht es nicht um eine große Maschine, wo man mal an einer Stellschraube dreht („einfach mal was mehr Inflation zulassen“) und das keine Nebenfolgen hat, dass mussten wir doch gerade schmerzlich erfahren.
Ich kann außerdem keinen Grundsatz feststellen, wenn man die Geldpolitik danach ausrichtet, was man gerade für opportun erachtet. Wir sollten vielleicht mal darüber diskutieren, ob wir bereit sind Spielregen in Europa zu etablieren und die auch einzuhalten, oder ob wir eigentlich nur möglichst schnell und viel Wachstum generieren wollen. Und nur um das klarzustellen: Ich bin nicht dagegen, Geld in die Peripherie zu pumpen, ich will nicht die D-Mark zurück, ich will auch nicht Länder aus der EU schmeissen. Aber ich will nie wieder von irgendwelchen Finanzheinis erpresst werden und ich will auch nicht irgendwelchen Berlusconis ihre Wahlgeschenke finanzieren.
Und nein, ich weiss auch nicht, wie man es besser machen könnte und wie man das in einem  Antrag formuliert. Ich wollte es nur mal sagen.
Ich empfehle diesen Link
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ezb-mario-draghis-notenbank-11495180.html
 
Beste Grüße und bitte entschuldigt die Länge
 
Stephan

----- Weitergeleitete Message -----
Von: aloa5 <aloa5 AT news.piratenpartei.de>
An: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Gesendet: 19:00 Sonntag, 23.Oktober 2011
Betreff: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht


CAP schrieb:
> aloa5 schrieb:
>> Der Kompromiss wäre den Zins niedrig zu lassen und z.B. locker 4% oder 5% in Deutschland zuzulassen damit in Spanien +1% heraus kommt. Wir hatten auch im Deutschland der DM-Vergangenheit keine 2% im Schnitt sondern mehr als 3%.
>
> Da erkenne ich keine Antwort auf meinen Punkt drin. Grundsätzlich finde ich das Ansinnen richtig, den lokalen Inflationen und auch den Bewegungen in Target2 gegensteuern zu können, aber ich hab dafür noch kein wirksames Instrument für mich erkannt.

Das erste ist es die Präferenz nicht nur auf die Preisstabilität zu setzen. Das sollte den höheren Zinssatz ermöglichen. Und dann geht es ggfs. darum ein anderes Mittel zur Begrenzung zu haben - und da kann die Mindestreserve helfen. Wie gesagt machen das die Chinesen zur abkühlung ebenso.

Also: Zinsen wegen den Spaniern unten lassen (dafür die Forderung nach dem zweiten Ziel), aber dafür die Mindestreserven hoch (dafür die alternativen Mittel).
-- Ag-soziale_marktwirtschaft mailing list
Ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-soziale_marktwirtschaft




Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang