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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht


Chronologisch Thread 
  • From: Andena <andena AT versanet.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Fwd: 1. Abstimmung : Zentralbank-Politik und Bankenaufsicht
  • Date: Sun, 23 Oct 2011 19:45:23 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


rubbeldekatz schrieb:
Alle Denjenigen, die hier den großen Teil der Diskussion liefern, würde ich auch gerne mal ein Kompliment angesichts des Niveaus der meisten Diskussionen machen. Auch wenn die Piratenpartei in der Öffentlichkeit meist belächelt wird – die Diskussionen innerhalb der Basen der anderen Parteien werden wohl anders verlaufen.

Danke ;)

rubbeldekatz schrieb:
Die andere Seite der Medaille ist m.E., dass die Debatte, die sich im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik bewegt, ganz schön verwissenschaftlicht ist. Ich kann da oft rein intellektuell nicht folgen, was natürlich kein Vorwurf sein soll. Aber es geht ja um ein Grundsatzprogramm, bzw. um Thesenpapiere, und da sehe ich nicht die Notwendigkeit detaillierte Konzepte auszuarbeiten, in denen quantitative Berechnungen angestellt werden.

Ich gebe Dir hier vollkommen recht. Wir waren bemüht unsere fünf Anträge zum Bundesparteitag relativ kurz und verständlich zu halten.

In der Diskussion eines Antrages zeigt sich, dass es einen Bedarf gibt, die Intention des Antrags zu erläutern und das führt dann dazu, dass es sehr wissenschaftlich wird. Teilweise wird die Diskussion dann leider manchmal so speziell, dass ihr dann keiner mehr folgen kann. Zum Beispiel hatten wir hier http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsfabrik/Programm%C3%A4nderung_027#Pro.2FContra-Argument:_..._2 eine tiefschürfende Diskussion mit Feuerreiter, der sich wirklich gut im Geldsystem auskennt und haben uns einen Wolf diskutiert, um dann am Ende festzustellen, dass wir eigentlich nur einen unterschiedlichen Ansatz in der Aufgabendefinition der Zentralbank haben. Aber mal zurück zu diesem Antrag hier:

rubbeldekatz schrieb:
Der Vorschlag ist also, dass man die Zinsen zugunsten der Peripherie niedrig hält und 5% Inflation in Deutschland in Kauf nimmt. Das käme ja auf die Dauer einer gewaltigen Reallohnsenkung gleich und das würde doch sämtliche Steuerkonzepte, die an anderer Stelle besprochen werden, ad absurdum führen. Und könnte nicht der Ansatz „Niedrige Zinsen trotz höherer Inflation“ wieder zur nächsten Blase führen? Ich höre und lese überall, wie gut es Deutschland geht, und will das ja nicht bestreiten. Aber:
- Die Zinsen wären ohne den Euro in Deutschland signifikant höher
- Der Wechselkurs einer deutschen Währung gegenüber allen anderen Währungen wären ohne den Euro signifikant höher

Nicht unbedingt. Um die Intention des Antrags mal kurz zu umreißen:

Mit der Einführung des Euro und der anschließenden Ausgabe von einem einheitlichen Bargeld in der gesamten Eurozone wurde die Möglichkeit von Währungskursanpassungen zwischen den einzelnen Ländern abgeschafft. Soweit eigentlich nicht schnlimm, denn der tiefere Sinn einer gemeinsamen Währung ist ja, dass ich mit dem Geld innerhalb der Eurozone überall ohne mein Geld tauschen zu müssen, einkaufen kann.

Leider stellt sich nun nach knapp 10 Jahren der Währungsunion heraus, dass dieses Fehlen der Wecheselkursanpassungen das gesamte Eurosystem in seinen Grundfesten gefährdet.

Faktisch stehen wor vor der Entscheidung, das Eurosystem aufzulösen oder in eine vollkommene Transferunion einzutreten. Da wir mit beiden Alternativen nicht vollkommen zufrieden sind, haben wir einen dritten möglichen Weg skizziert.

*Worum geht´s im Einzelnen?*

Die unterschiedliche Wirtschaftsleistung der einzelnen Euroländer führt dazu, dass wir einerseits einige Länder haben, die mehr exportieren und andere, die mehr importieren. Da die Importe aber bezahlt werden muss, führten permanent höhere Import als Export dazu, dass sich diese Länder (oder deren Unternehmen) gegenüber dem Ausland verschulden müssen.

In einem System mit unterschiedlichen Währungen ist das kein Problem, denn dann wertet die Währung des Importlands gegenüber der Währung des Exportlands automatisch ab.

In einem System mit festen Wechselkursen bzw einer Währungsunion kann sich jedoch die ungleiche Wirtschaftsleistung nicht über geldpolitische Wechselkursanpassunegn ausgleichen.

Unsere Überlegung geht in die Richtung, dass wir die Vorteile der einheitlichen Währung gerne behalten wollen und Instrumente einführen wollen, die es zulassen, dass die unterschiedliche Wirtschaftskraft der einzelnen Staaten sich angleichen kann. Systembedingt würde es faktisch dann so aussehen, dass stärkere Länder wie die BRD bewusst auf zusätzliches Wirtschaftswachstum verzichtet, um nicht die anderen EU-Länder abzuhängen.

rubbeldekatz schrieb:
Ich traue Euch einiges zu, aber meint Ihr, dass Ihr das besser prognostizieren könnt als die Experten am Ruder?

Natürlich kann man zu unserem Ansatz kritisch stehen. Wir betreten hier absolutes geldpolitisches Neuland und sind damit seit nunmehr 1,5 Jahren der politischen Diskussion weit voraus. ;)

Gruß, Andena




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