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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?


Chronologisch Thread 
  • From: Patrik74 <Patrik74 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
  • Date: Sat, 14 Apr 2012 13:41:54 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


aloa5 schrieb:
Ach... Immobilien, Gold und Aktien gelten neuerdings als "Geld"?

Immobilien nicht, bei Gold gibt es geteilte Meinungen, Aktien und andere Wertpapiere gehören in jedem Fall zum Geldvermögen http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_g.php

Bundesbank schrieb:
Das Geldvermögen des privaten Sektors umfasst insbesondere die von den inländischen nichtfinanziellen Unternehmen, den privaten Haushalten (einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck) und dem Staatgehaltenen Bargeldbestände, Bankeinlagen, Wertpapiere (Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Investmentfondsanteile) und Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen.

Wenn überhaupt meinst du S <> I
Das meinst Du.

Das meine ich nicht, das ist so. Natürlich ist auch S <> C+I wahr, aber eine Nullaussage, weil in jedem Fall gilt S < C+I (=Y).

Du hattes geschrieben:
/"Niemand schöpft Wasser aus einem Wasserrad oder einer Turbine ab, während es noch Arbeit verrichten kann,"/

Was darauf schließen ließ das Du es nicht verstanden hast.

Das Geld ist in diesem Fall das Wasser, das die Wirtschaft - in dem Fall die Turbine - am Laufen hält. Einkommensteuern reduzieren den Wasserstom noch während er Arbeit verrichten könnte.

Ist das Wasser erstmal unten angekommen, kann es keine Arbeit mehr verrichten und verliert so seinen Nutzen; auf das Geld übertragen bedeutet das, es landet im Finanzcasino und wird dort nur noch hin- und hergezockt, ohne einen realen Mehrwert zu erzeugen, es hat also seine eigentlich Funktion, nämlich den Austausch von Gütern zu erleichtern oder erst zu ermöglichen verloren. Warum sollte es dann nicht wieder eingezogen werden, wenn man doch weiss, dass es andernfalls nur zu Fehlallokation und Ungleichverteilung führt?

Ich wiederhole mich: das würde nur dazu führen, dass eben Immobilien, Gold, Aktien etc. pp. immer schneller den Besitzer wechseln und damit die Nachfrage nach nicht von Deiner (oder Gesells) Geldsteuer erfassten Vermögenswerte im Preis nach oben zu treiben.

Warum sollten sie schneller den Besitzer wechseln? Wenn ich eine Realanlage besitze, für die ich keine Steuern zahlen muss, tausche ich sie doch nicht ohne Grund für Geldvermögen ein, das besteuert wird?

Höhere Preise, mehr Vermögenswerte, hohe Renditen durch diesen Zuwachs, Anreiz mehr dort anzulegen als in der Realwirtschaft, Realwirtschaft schleift..... und der Staat muss sich wieder mehr Geld drucken.

Keineswegs, da Liquidität besteuert wird, wird die Nachfrage danach abnehmen, womit der Staat WENIGER Geld drucken muss. Höhere nominale Preise sind aber nur bei höheren nominalen Einkommen zu erzielen, sinkt aber sie Geldmenge ist eine Assetinflation, wie wir sie grade erleben - nicht zu befürchten. Die Preise werden wohl eher stabil bleiben.

Wenn Einkommen im Ausland angelegt wird (also Geld dort investiert) wird GERADE die Arbeit auch ins Ausland mitverlagert.

Das ist nicht schlüssig. Geld allein schafft keine Arbeit, das mussten die Angelsachsen in der aktuellen Krise leidvoll erfahren - und auch die Griechen. Nur Realinvestitionen sorgen für mehr reales Einkommen. Sollen die Derivate doch in New York, London oder Singapur gehandelt werden, wen interessiert das? Wesentlich wo real investiert wird.

Ich hatte nicht geschrieben das es im Ausland zwingend in Derivaten angelegt würde. Entscheidend ist der Geldabfluss (also "wo bleibt das BIP"). Das durchbricht Deine neoklassisch/neoliberale Theorie das alles gesparte im Inland verbleibt und "arbeitet".

Was hat Neoliberalismus mit dem neoklassischen Model und dieses wiederum mit der Frage zu tun, ob man eine offene oder geschlossene Volkswirtschaft betrachtet? Du wirfst wieder einiges Durcheinander. Im übrigen behaupte ich nicht, dass Geld "arbeitet" - eher das Gegenteil, s.o.

Kein Mensch ist so dämlich wie Du meinst. Das wird sofort in etwas anderes als Geld umgewandelt - eben in ein Geld-Derivat.

Selbst wenn du Euro in Dollar umwandelst bleibt es Geldvermögen und würde besteuert. Wird es hingegen real investiert, umso besser. Frage: warum sollte jemand an einem Ort real investieren, wo er später auf die Erträge ESt zahlen muss, wenn er auch hier real investieren könnte, wo ihm in diesem Fall weder das Vermögen noch das Einkommen besteuert würde?

Geldanlagen lohnten sich nicht in Deutschland, also hat man in Spanien Immobilien gebaut mit Deutschen Ersparnissen. TARGET-Saldo aufgebaut, Immobilien stehen dort, Du läufst mit Deiner Geldsteuer gegen die Wand.

Warum sollte jemand sein Geld in spanische Investitionruinen stecken, statt sie in Deutschland sinnvoll in Realkapital zu investieren? Der Effekt ist der selbe - er muss keine Steuern zahlen. Viel weniger als nichts kann man doch nicht bezahlen - das ist doch der Punkt! Warum also in die Ferne schweifen?

Weil die spanischen Immobilien und deren Erbauer nicht mit Luft und Liebe laufen, sondern Waren importieren (vom Ziegel bis zum Benz des spanischen Ingenieurs).

Du meinst also, das Spanien das Geld, welches ihm aus dem Ausland grundlos zufliesst alternativlos in Importwaren stecken muss? Wie wäre es mit selbst investieren und heimische Güter konsumiere - um mal zwei ganz naheliegende Beispiele zu nennen?

Das sind bekannte Zusammenhänge.

Das sind verkürzte und wie mir scheint reflexhafte aber reflexionslose Zusammenhänge.

_Kurzfassung:_

1) Wenn ich mein Geld (Einkommen) hier in Sachvermögen investiere oder konsumiere, brauche ich hier auch keine Steuern zu zahlen und deshalb gibt es keinen Grund sein Geldvermögen von hier zu verschieben.

2) Wenn ich aber unbedingt Geldvermögen halten will, dann ich das tun, wo ich will, das hilft mir aber nicht die Steuern zu vermeiden, weil es nur um die Nationalität des Steuerpflichtigen um den Ort des angelegten Geldvermögens geht.




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