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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten
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- From: sepp25 <sepp25 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten
- Date: Mon, 05 Mar 2012 11:50:46 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
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porcupine87 schrieb:
@SeppFreut mich, danke für die Fragen.
"Ob das wirklich nur Rockefeller traf, wage ich zu bezweifeln."
Ich hab mal gehört, dass es bei der Einführung so war. Ich hab nicht geschrieben, dass das bis 1981 so war. Ronald Reagon hat den Spitzensteuersatz auch mit der Begründung gesenkt, weil er selber in den Genuss dieses Tarifs kam. Seltsam dabei ist, dass nach der kleinen Rezession trotzdem Senkung auf 30% (oder so) die Steuereinnahmen nicht zusammenbrachen, sondern schön stiegen. Warum?
Ich hab deinen Anhang mal kurz angeschaut, va. die beiden Tabellen auf Seite 4 und 7. Auch wenn ich nicht genau weiß, woher du alle die schönen Zahlen hast (zB. 270€ Weihnachtsg pro Monat, also 3200€ im Jahr, was dann mit BGE plötzlich viel weniger wird), wirst du sicherlich dein Ziel erreichen, dass über das BGE-System jeder 80% des Medianeinkommens hat. Du solltest dir aber bewusst sein, dass das BIP krass einfallen wird und so im Endeffekt jeder weniger hat. Ich meine, du willst 60% des BIP für das BGE ausgeben, (beim Kinderbge hast du übrigens ne 0 vergessen. Es sind 150 nicht 15Mrd. ) und dann nochmal 10% BIP für andere Staatsausgaben.
Das Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld geht zurück auf "Ges. Kosten Arbeit" Anteil und sind einfach die Monatlichen Kosten für das Unternehmen. Der Anteil WG und Urlaub muss ja auch erwirtschaftet werden. Für das Unternehmen sind das Kosten ohne Produktion. Heisst, der Mitarbeiter hat im Jahr (bei vernünftigen Verträgen) 13 Monatsgehälter, steht aber nur 11 Monate der Produktion zur Verfügung.
Mit bGE werden dieses Firmenbezugskosten weniger, da die Gesamtkosten der Arbeit mit Wegfallen der Belastung durch die Sozialabgaben geringer werden. Die proportionale Belastung für die Firma bleibt gleich, der reale Wert dadurch geringer.
Warum bist du der Meinung, dass BIP würde einfallen??
Meine Annahme ist, dass das BIP sich erhöht, da ein wirkliches Mehr an Kaufkraft und damit Binnennachfrage erzeugt wird, ohne die Geldmenge zu erhöhen.
Das KinderbGE = 82 Mio x 20% = Anzahl der Kinder x 940 .- € = 15.416.000.000 €
hab extra nochmal nachgerechnet.
Ein BGE von 1250€ plus Krankenversicherung wird es NIE geben. Sprich mir nun nach: Ein solches BGE wird es NIE geben. NIE NIE NIE Man kann nicht einfach so 70% vom BIP nehmen, 1250€ an Singles und 4500€ an eine vierkörpfige Familie plus Krankenversicherung bezahlen und hoffen, dass es Blöde gibt, die dann über 70% Steuersatz das ganze finanzieren. Über die Umsatzsteuer klappt das nicht.Sorry, aber mit Hypnose kann man mich nicht beeinflussen. Mit Argumenten schon.
Du hast Recht, die Staatsquote liegt dann etwa bei 70%. Ich glaube Schweden war da auch schon mal, ist also international kein Beinbruch.
Guggst Du mal auf Seite 11, die zweite Tabelle. Dort siehts du die Belastungen nach Einkommensgruppen für Einzelpersonen aufgeteilt. Ein Mitarbeiter mit 66 T€ Jahresgehalt, (ist ja schon was) hat eine Effektivbelastung von knapp über 40% durch das bGE, obwohl der Steuersatz schon bei 70% angelangt ist.
Ich kann bis etwa 200 T€ Jahresverdienst keine erhöhte Motivation zur Abwanderung wg. Steuer eindeuten. Mit Kindern noch weniger. Ab dieser Gehaltsgruppe kann des zu Wohnsitzverschiebungen kommen, wofür ich aber auch Gegenmassnahmen angedacht habe.
Ich würde zuerst mal niemanden als Blöde bezeichnen, der in einer homogenen friedlichen Gesellschaft seinen möglichen Beitrag zur Gemeinschaft trägt.
Bei der Umsatzsteuer rechnest du mal von 14,48 auf 32,58€ und nennst es 80% Mehrwertssteuer. Genaugenommen sind es heute 19% und du rechnest mit 125%, da man den Steuersatz auf das Netto drauf rechnet.Ich gehe davon aus, du bist auf Seite 7 mit deiner Kritik. Das hast Du falsch verstanden. Die linke Spalte sind die heutigen Kosten eines Mitarbeiters für den Betrieb und der daraus resultierende Arbeitspreis Netto (Verrechnung bei 173 Std/Monat) in Blau. (theoretisch muss der Betrieb hier sogar noch Wagnis und Gewinn aufschlagen) Dieser Nettokundenpreis ist zugleich der Exportpreis, da die Umsatzsteuer, Mwst, nicht mit über die Grenze geht.
Die Summe ist dann der VK-Preis im Innland am Break-Even-Point der Firma.
Hoffe das konnte da Missverständnis klären.
Wie und wo du 125 % gefunden hast konnte ich nicht ermitteln?
Im Endeffekt verfolgst du quasi die Logik: Tja, es könnte zwar alles teurer werden, jedoch hat jeder mehr Geld, also ist es ja egal. Wenn es wirklich so einfach wäre, dann nur her damit. Dann kostet uns der Urlaub im Ausland ja nur noch einen Bruchteil.Genau hier bin ich auch am zweifeln, da ich kein Volkswirt bin und eine Prognose damit für mich schwierig ist. Ich gehe mal vom schlimmsten Fall aus (es wird alles teuer, ausser Lohnarbeit, die wird billiger). Der Urlaub innerhalb der EU könnte dadurch im Verhältnis günstiger werden. Der Urlaub in andere Länder durch eine evtl. Inflation aber teuerer.
Dieser Faktor "Inflation" macht mich unsicher. Nach meinem Kenntnisstand ist bei gleichbleibender Geldmenge und Zinsen keine Inflation möglich.
Meine Logik widerspricht mir da aber, da erhebliche Preisänderungen eintreten und viel mehr Kaufkraft zu erhöhtem Konsum, damit zu höherem BIP führen.
Da wäre mir ein Fachmann recht, der die Fragestellung mal durchleuchtet.
Noch ne letzte Anmerkung: Das Steuermodell funktioniert nicht so wie du dir das vorstellst. Du musst deine Finanzierung überdenken. Euro #1 bis Euro 7500 besteuerst du mit 10%. Ab dem Euro 7501 bis Euro 10 000 besteuerst du dann mit 20% usw. Das heißt: Wer 7501€ verdient, bezahlt 7500€*10% + 1€*15% Steuern. Du rechnest da mit 7501€*15%. Dann würde jedoch der mit 7500€ Gehalt netto mehr haben als der mit 7501€.Du bist bei Seite 11.
0 - 5000 € = 10% Steuer / 5000 - 7500 € = 15% Steuer / 7500 - 10000 € = 20 % Steuer
Wenn jemand 7500 €/a verdient zahlt er bis 5000€ 10%= 500€ / ab 5000 - 7500 €/a 15% = 2500€ a 15% = 375 € ( Die Summe davon sind 875% Steuerbelastung)
Wenn jemand 7501 €/a verdient zahlt er 875 € + 1 € x 20% = 875,20 €.
Jeder wird egal wieviel er verdient immer in der jeweiligen Einkommensgruppe entsprechend veranlagt. Nur der Verdienst, der über die Einkommensgruppe geht wird mit der höheren Steuer belegt.
Dein berechnetes Steueraufkommen würde also deutlich geringer ausfallen. Nicht nur wegen den utopischen 80% Steuersatz auf ganz hohe Einkommen. In welcher Welt lebst du?
Wenn du wirklich einen Rechnenfehler entdeckt hast, benenne ihn bitte mit Seite oder Textpasage.
Dadurch das die Steuersätze in Stufen wirken, ist die Belastung ja real nicht so extrem. Alle werden in der jeweiligen Stufe gleich behandelt. Wenn jemand auf Einkommen über 4 Mio pro Jahr dann 80% zahlt, sollte nicht mehr ins Gewicht fallen.
wenn jemand nach Seite 11 z.B. 7,5 Mio im Jahr hat, bleiben ihm mit diesem Steuermodell immer noch 2 Mio und ein paar kleine Tausender (von denen andere Familien ernähren).
Wer kann oder besser muss 2 Mio im Jahr ausgeben????
Und warum müssen es unbedingt mehr als 2 Mio sein?
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, milton2011, 05.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, sepp25, 04.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, milton2011, 04.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, sepp25, 04.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, milton2011, 04.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, Günter Weller, 05.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, milton2011, 04.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, sepp25, 04.03.2012
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, porcupine87, 04.03.2012
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, sepp25, 05.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, milton2011, 05.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, porcupine87, 05.03.2012
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, porcupine87, 05.03.2012
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- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Maßnahmenkatalog Sozialstaat, Grundfürsorge und Lohnnebenkosten, Sir Thomas Marc, 09.03.2012
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