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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier


Chronologisch Thread 
  • From: Thomas Irmer / ID Concept <irmer AT id-concept24.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
  • Date: Wed, 30 Nov 2011 09:14:05 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Tja, liebe Leute. Ich weiß, es tut manchmal weh den Tatsachen ins Auge zu sehen, aber es muss leider sein.

Fackt ist, dass es bis in die 80ger rein absolut kein Problem für einen Handwerker oder einen Fabrikarbeiter war, seine Familie zu ernähren. Wir nannten das "soziale Marktwirtschaft". (Klar, wenn ein neues Auto her sollte und das unbedingt ein Neuwagen oder ein BMW oder ähnliches sein sollte, hat auch mal die Dame des Hauses gejobbt. Aber den alltäglichen Bedarf incl. Klassenfahrt und Nachhilfe für den Jungster war mit einem Einkommen zu wuppen.)

Wie das heute aussieht wisst ihr.

Die Liste hier heißt "soziale Marktwirtschaft". Wo wollt ihr denn hin, wenn ihr nicht bereit seit, jede noch so kleine Möglichkeit zu nutzen, um dahin zurück zu kehren, wo der Zustand einmal den Namen "soziale Marktwirtschaft" zu recht trug.




Am 29.11.2011 13:26, schrieb TheAlien:
Die Frage, die sich stellt ist doch: Ist Arbeit in der sozialen Marktwirtschaft Mittel zum Zweck - oder der Zweck selbst?

Auch auf die Gefahr hin, von Alice Schwarzer geschlachtet zu werden: Das erste Ziel von Arbeit in der modernen Gesellschaft ist es, Menschen ein Einkommen zum Lebensunterhalt zu verschaffen. Sie ist kein Selbstzweck zur Selbstverwirklichung - zumindest nach meinem Verständnis.

Entsprechend muß man auch den demographischen Tatsachen in's Auge sehen: Einer sinkenden Anzahl von Arbeitsplätzen - bedingt durch die technologische Entwicklung in der Produktion - steht eine wachsende Anzahl an Arbeitssuchenden gegenüber.

Ich meine ja nicht, dass die Frau an den Herd gehört. Das ist Unfug und antiquiert. Genauso könnte auch der Mann zuhause bleiben. :D

Spaß bei Seite. Ich gehe bei meinen Überlegungen von einer deutschen Durchschnittsfamilie aus, sprich: einem 3-4 Personen-Haushalt. Und da hakts derzeit gewaltig. Dass es die Ausreißer gibt, wie das Beispiel mit dem schlecht qualifizierten Vater und den sieben Kindern - daran werden wir nichts ändern können. Darüber bin ich mir auch im Klaren und ich halte solche Beispiele für der Sache nicht dienlich.

Ebensowenig passen Argumente mit den Statistiken, wie hoch das Durchschnittseinkommen einer deutschen Familie wäre. Ich frage mich immer noch, wer in all den Jahren das Geld bekommen hat, dass ich nach der Statitik hätte verdienen müssen. ;)

Ziel der sozialen Marktwirtschaft muß es doch aber sein, dass die staatliche Unterstützung so niedrig wie möglich gehalten wird und das kann man nur dadurch erreichen, dass das Einkommen einer normalen - ich benutze jetzt mal den ARGE-Begriff - "Bedarfsgemeinschaft" diesen Menschen ein vernünftiges Auskommen ermöglicht. Über den Begriff der "Familie" zu debattieren ist in dem Zusammenhang wenig zielführend.

Aufgabe der Politik muß es also sein, durch gesetzliche Maßnahmen eben genau dieses Ziel - Reduzierung der staatlichen Unterstützung zum Lebensunterhalt auf ein Mindestmaß - umzusetzen. Und das beinhaltet alle möglichen Maßnahmen, von Mindestlohn, über Neu-, Weiter- oder Umqualifizierung bis hin zu Reha-Maßnahmen. Alles, was eben mittelfristig dazu beiträgt, die Bedarfsgemeinschaft so unabhängig wie möglich von staatlicher Unterstützung zu machen.

Mein Satz, dass "eine Familie wieder (und das war früher mal der Fall!) wieder von einem Einkommen leben können muß", war in dem Zusammenhang als stark vereinfachte Zielformulierung gedacht - und nicht so wörtlich, wie es der eine oder andere jetzt ansieht.

MfG The Alien




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