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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier


Chronologisch Thread 
  • From: TomJong <TomJong AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
  • Date: Wed, 30 Nov 2011 12:40:26 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


aloa5 schrieb:
TomJong schrieb:
aloa5 schrieb:
ein (Brutto-)Mindestlohn nicht dafür sorgt das Vollbeschäftigung oder etwas annäherndes erreicht werden kann
Das ist ja auch nicht das Ziel eines Mindestlohns, von daher versteh ich das Argument nicht.

Je höher der Beschäftigungsstand bzw. je höher die Nachfrage nach Arbeitskräften, desto höher sind die Markt-Löhne.

Man kann also hohe Marktlöhne herbeiführen indem man viele Beschäftigte hat.
Das ist in der allgemeinen Form falsch. Richtiger wird die Aussage, wenn es um besonders nachgefragte Qualifikationen geht, bei denen die Nachfrage höher ist als das Angebot.

aloa5 schrieb:
Ein Mindestlohn ist auch ein Weg hohe Löhne herbeizuführen, aber ein anderer. Problematisch wird es wenn der Weg über einen Mindestlohn den anderen Weg behindert.
Mit "anderem Weg" meinst du den über eine Vollbeschäftigung, die eine Arbeitskräfteverknappung generiert, was wiederum Löhne steigen lässt? Falls ja, lässt du dabei außer Acht, mit welchen Mitteln man sich dieser Vollbeschäftigung annähern darf. Pointiert: ein Lohnsklave wird sich wahrscheinlich freuen, wenn man seinen Lohn von 1€ auf 1,10€ erhöht, aber dass er vorher vielleicht von 8€ runtergestuft wurde, um in den "Genuss" des 1€ zu gelangen, wird in deiner Argumentation unterschlagen. Bleibt also die Frage an dein Modell: wo liegt die untere Einkommensgrenze, ab der auch dieses Modell Menschenunwürdigkeit erkennt?

aloa5 schrieb:
Ein Mindestlohn kann auch bei geräumten Markt sinnvoll sein. Das ist in den Niederlanden der Fall. Dort gilt er für so um die 2% der Beschäftigten und sorgt für Gerechtigkeit. Da stimmt das mit dem übrigen Markt. In Frankreich gilt der SMIC imho für rd. 15% der Beschäftigten bei 9% Arbeitslosigkeit. Da stimmt gar nichts mehr. Der Mindestlohn ist marktfern, der Staat ist bei 55% Staatsquote (umgerechnet 200Mrd höhere Ausgaben) am rudern und kriegt nichts auf die Reihe. Und trotzdem sichert der Mindestlohn dort nur gerade mal das absolute Minimum.

Insgesamt gehen deine Äußerungen an meinem Einwurf gegen dein vorheriges Argument ("Mindestlohn bringt keine Vollbeschäftigung") vorbei.




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