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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )


Chronologisch Thread 
  • From: Patrik74 <Patrik74 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )
  • Date: Thu, 03 May 2012 08:20:39 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Denk schrieb:
Mein englisch ist recht eingeschlafen, kann jemand das CFT kurz umreißen oder einen vergleich mit was bekanntem herstellen?

In aller Kürze:

Man unterscheidet im Allgemeinen drei Arten von Cash flow http://de.wikipedia.org/wiki/Cashflow:

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (auch Operativer Cashflow):
Cashflow aus Investitionstätigkeit:
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit:

Bei einem normal laufenden Unternehmen ist der Operative Cash flow stets positiv und besteht aus den Einnahmen - Betriebaussgaben. Dieser bildet die Basis des Geschäftes. Dieses Geld wird im Allgemeinen für Investitionen oder für den Schuldendienst verwendet, was übrig bleibt, kommt in die Kasse (sehr verkürzt ausgedrückt) Steigt die Kasse an, ist der Cash Flow also positiv, anderfalls negativ. Ist die Kasse leer und der Cash Flow negativ ist man pleite (Illiquide).

Da Kassenhaltung aber keine Rendite bringt, sind die Unternehmen bestrebt die Kasse möglichst klein zu halten, andererseits muss immer genug Geld vorhanden sein, um die laufenden Ausgaben zu bedienen und bei Störungen noch reagieren zu können. Die Kasse ist also ein sehr wichtiger Teil des Vermögens - insbesondere bei kleinen Unternehmen, da sie meist nicht sehr üppig ist (bei großen Softwarekonzernen sieht das aus strategischen Gründen meist anders aus).

Um also zu verhindern, dass man kleine Unternehmen in Liquiditätsnöte bringt, sollte sich die Besteuerung am Cash Flow orientieren; denn wenn der positiv ist, hat das Unternehmen auch die Kraft Steuern zu zahlen und wenn es grade eng ist, sollte der Staat das Unternehmen nicht in die Pleite treiben - davon hat nämlich niemand etwas.

Bei der Besteuerung des Cash Flows kann man sich jetzt überlegen, welchen Cash Flow man anzapft, sprich welcher die Steuerbasis werden soll.

Im einfachsten Fall konzentriert man sich auf den operativen Cash Flow, also Umsatz - Betriebsausgaben (wieder extrem vereinfacht). Von dem Geld wird ein Anteil als Steuer festgesetzt und abgeführt. Damit benachteiligt man aber Unternehmen, die viel investieren müssen/wollen. Und eigentlich sollte der Staat Investitionen befördern, denn nur Investitionen bringen Fortschritt und (reales) Wirtschaftswachstum. Daher wäre es angemessener, als Steuerbasis den operativen Cash-Flow abzgl. der Investitionstätigkeit festzulegen. Ein Unternehmen, das viel investiert, zahlt also weniger Steuern, als eines, das sein Geld rumliegen lässt. Dieses wäre auch meine Präferenz.

Die Steuerbasis wäre also CF = Einnahmen - Betriebsausgaben - Investitionen, die Steuerlast T = t x max{0;CF}

Es gibt auch Überlegungen, den CF aus Finanzierungstätigkeit mit einzubeziehen, finde ich persönlich aber nicht so sinnvoll.

Ganz grob kann man sich die CFT ähnlich vorstellen wie die Mehrwertsteuer. Man zieht von den Einnahmen die Ausgaben für die Produktionsfaktoren (inkl. Arbeit) ab und die Differenz wird besteuert. Und ähnlich wie die MwSt könnte man sie auch monatlich bezahlen statt jährliche Abrechnungen zu machen, damirt wäre man dan bei der "liquid taxation" ;-)




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