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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gesetzesanspruch auf einen ein € Job

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gesetzesanspruch auf einen ein € Job


Chronologisch Thread 
  • From: PolitPiratNRW <PolitPiratNRW AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gesetzesanspruch auf einen ein € Job
  • Date: Tue, 24 Apr 2012 16:36:29 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Richard C schrieb:
Die Agenda 2010 gibt als Ziel das Fordern und Fördern an.
Also, wenn jemand arbeiten will, dann sollte er auch die Möglichkeit haben. Ein ein € Job bietet weigstens die Möglichkeit das ALG II um ca. 160 € aufzubessern - was eine Steigerung von 374 € auf ca. 534 € bedeutet.

Soweit ich verstanden habe werden diese Jobs verordnent (Fordern). Aus dem Förden Grundsatz ergibt sich aber auch ein Anrecht auf diese Job.

Ahoi Richard C !

Das Anrecht auf einen Job ist rein theoretisch überall möglich. Es gibt auch Arbeitgeber, die sichern ihren Arbeitnehmern und den Auszubildenden lebenslang einen Job zu.
Die Vorraussetzung ist hier immer wieder, dass das Unternehmen etwas herstellt oder anbietet, was auf dem Markt sehr selten ist und/oder einer besonderen Qualität unterliegt.

Leider ist es heute so, dass nur kurzweilige Angebote nachgefragt werden, damit werden auch Arbeitskräfte nur kurzweilig benötigt. Das Anrecht auf einen Job schmilzt so gegen Null.

1-Euro-Jobs verdrängen versicherungspflichtige Jobs, so wie alle anderen Jobs, die der Steuerabschreibung oder Steuervergünstigung unterliegen (Zeitarbeit/Leiharbeit).
Das bringt nur Lohndumping, und fordert den Mindestlohn auf die Tagesordnung.

Also weg mit diesen Jobs, und auch eine Eindämmung der 400-Euro-Jobs.

Bei den Praktikanten/innen sieht es auch nicht besser aus. Sie werden ausgenutzt.
Gerade im Bereich der Studierenden ist es so, dass ein Praktikum nach dem anderen absolviert wird, aber kein Job als Vertrag in Sicht kommt. Kurz um, Praktikanten sind sehr gut ausgebildete Billigkräfte, oder gar Umsonstkräfte. Billigkräfte gibt es an den UNIs als Dozenten, die einen befristeten Billigvertrag nach dem anderen unterschreiben müssen, da es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, - es sei denn z. B. die Selbstständigkeit als Weinhändler (kann man sein eigner Gast sein und den Frust runter spülen).

Hier muss tatsächlich ein Gesetz her. Dieser offensichtliche Jahrzehnte lange Missbrauch der Praktikanten in den Unternehmen und der Dozenten an den UNIs ist zu beenden, genau so, wie ein befristeter Vertrag nach dem anderen, was offensichtlich in Missbrauch mündet, und von daher auch nicht erlaubt ist.

Es kann nicht sein, dass die Betroffenen ohne Gesetzesgrundlage immer wieder in diese missliche Vertragslage gebracht werden, und die Betroffenen dann nachweisen müssen, dass Missbrauch vorlag, und ein Festvertrag zu schließen ist.

Richtig ist daher gesetzlich klar zu regeln, nach wie viel Verlängerungen beim gleichen Arbeitgeber ein befristeter Vertrag in ein unbefristeten Vertrag über geht. Desgleichen gilt für Praktikumsverträge und Dozentenverträge.

Liebe Grüß
PolitPiratNRW




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