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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gesetzesanspruch auf einen ein € Job

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gesetzesanspruch auf einen ein € Job


Chronologisch Thread 
  • From: aloa5 <piratenpartei AT t-online.de>
  • To: Richard C <Richard+C AT news.piratenpartei.de>, ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Gesetzesanspruch auf einen ein € Job
  • Date: Tue, 24 Apr 2012 15:01:49 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: http://twitter.com/aloa5

Richard C schrieb:

Hallo Ottmar,

So macht man den Markt in einer Abwärts-Spirale kaputt.
Du hast vollkommen recht, dass ein Euro-Jobs in Konkurenz stehen zum regulären Arbeitsmarkt. Aber die Folgen, die du beschreibst, gibt es nicht. Die Abwärtsspirale siehst du aktuell nur in den Arbeitslosenzahlen, Löhen steigen übrigens auch gerade massiv. Auch wenn du allgemein anführst, dass diese Entwicklung nicht nachweislich auf das Hartz 4 Gesetz zurückgeführt werden kann, das Gegenteil zu postuliern ist absurd. Damit ist diese Folgerung unhaltbar.

Wenn man einen Job den bisher ein 8 Euro Löhnempfänger gemacht wird nun von einem Aufstocker erledigt wird, das nichts anderes ist als Kombilohn und/oder Kostensenkung. Wäre es das nicht, dann gäbe es den 1-Euro-Job nicht.

Das Gegenteil *dessen* zu postulieren wäre auch absurd, nicht? ;)

Die Löhne steigen aufgrund der Beschäftigungszahlen und diese auf Basis der Exporterfolge welche wiederum hauptsächlich auf Basis der seit dem Jahr 2000 erfolgten fixen Koppelung der Wechselkurse (und "beggar my neighbour") im Euro-Raum erfolgt sind.... also auf Kosten anderer und deren Verschuldung bzw. dem "Zurückkommen" der Ersparnisse in Form einer kreditfinanzierten Auslandsnachfrage und dort gesunkenen Zinsen.

Man kann es auch noch plakativer formulieren. Unsere Besserverdiener hatten Kreditnehmer im Ausland gefunden. Die sind zwar nun Pleite, aber es hat zum Aufschwung bei uns geführt und selbiger wiederum hat dem Arbeitsmarkt und damit den Löhnen auf die Sprünge geholfen. HartzIV, Riester-renten sowie MwSt-Erhöhung haben daran auch einen gewissen Anteil.


Dazu: was mit 1-Euro-Jobs erledigt wird sind oftmals "Binnenmarkt-Arbeiten" oder welche der öffentlichen Hand. Mein Schwiegervater hat auch schon Spielplätze/Spielgeräte für 1 Euro abgeräumt, gefertigt und wieder aufgebaut....
...weil....
...andere die Steuern oder/und Sozialversicherungsbeiträge dafür nicht zahlen mussten.


Es wäre etwas anderes wenn man sich (als Staat) es nicht leisten könnte den Differenzbetrag zwischen den Kosten eines ALG2-Aufstockers und einem regulären Spielgerätehersteller oder einem regulären Gemeindearbeiter zu bezahlen. Zwischen nicht leisten können und nicht leisten wollen besteht m.E. aber ein Unterschied.


Fazit:
Die Kosten für Arbeitsaufnahme im unteren Lohnsektor sind anders als mit einer Kombilohn-Lösung zu senken welche nicht Marktkonform ist und bestehende Betriebe schädigt. Das geht über die Renten- und Krankenversicherung im unteren Lohnbereich welche man durch eine Steuer ersetzen kann (LsSt und/oder ESt, was m.E. fast das gleiche ist).


Grüße
Otmar




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