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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Negative Einkommensteuer einführen!?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Negative Einkommensteuer einführen!?


Chronologisch Thread 
  • From: milton2011 <milton2011 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Negative Einkommensteuer einführen!?
  • Date: Fri, 02 Mar 2012 15:23:05 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


aloa5 schrieb:
DrHeistermann schrieb:
Ich will es mir aber leicht machen! :-))
Erstmal wie gesagt nur eine Steuerprogressionstabelle. Dass die eine negative Komponente enthält ist erstmal egal. Die SV lasse ich im ersten Schritt wirklich weg. Warum soll das nicht gehen?
Weil es unsinnig ist und zu falschen Schlussfolgerugnen führt.

Du: "Schiff schwimmt"

Ich: "Aber es ist aus Papier"

Du: "Das lasse ich im ersten Schritt weg, warum sollte das nicht gehen?"

Du erhältst damit nur das was tausende BGEler vor Dir bereits anbieten. Das ist weder eine neue noch eine revolutionäre Art der Herangehensweise, sondern die auf welcher das BGE als solches basiert. Marke "wenn man alles unerwünschte wegstreicht geht es doch".

Arbeitsangebot ist ein Problem bei Niedriglohnjobs.
Und Teilzeitarbeitern, und allen zwischen den Jobs, Eltern usw..

Die Folgen auf den Arbeitsmarkt muss ich mir anlesen, da hat ja dieser Widerquist offenbar schon Pionierarbeit geleistet.
Widerquist hat überhaupt nichts geleistet. Lies erst einmal bevor Du ihm bereits von vornherein für herausragende Arbeit den Nobelpreis für Ökonomie verleihst.

Er hat sich lediglich ein paar Studien zu den Friedmann-Versuchen in den USA und Kanada angesehen. Die Feldversuche waren dazu angelegt um Arbeitsangebots-Effekte zu studieren. Das Ergebnis war (durchgehend) ein Rückgang des Angebotes welches mit Dauer der Versuche, Höhe der Leistung und Steuersatz zugenommen hat. Praktisch alle Studien zu den Feldversuchen folgern daraus das es sehr viel teurer wird da die Kosten steigen und das Arbeitsangebot abnimmt.

Widerquist versucht das zu relativieren indem er korrekter hingeht und erklärt das die Antwort auf ein verringertes Angebot (in der Fläche/Masse) ein steigen der Löhne zur Folge hat. Schlussfolgerung: "alles nicht so tragisch".

Das ist keine Pionierarbeit sondern eben nicht Zuende gedacht. Weder Arbeitsplatzverlagerungen (Heckscher-Ohlin) noch Inflation (und damit negESt-Entwertung) noch die Dimensionen in welchen das ganze abläuft werden damit erfasst. Nimmt man die einzelnen Feldstudien auch noch in Bezug auf Höhe/Versuchsdauer etc. auseinander kommt man u.a. hierauf:
http://logicorum.files.wordpress.com/2010/11/sime-dime1-e1289556599393.jpg

Hat man dann womöglich noch Zielvorstellungen welche für die aktuell wenig habenden, ärmeren Menschen MEHR fordert, dann ist mit einem WENIGER an Output überhaupt nichts mehr zu machen. Dann fällt die Argumentation Widerquists welche darauf hinaus läuft das diejenigen welche noch arbeiten dann eben mehr erhalten, alle anderen (nämlich diejenigen ohne Arbeit) jedoch weniger (nämlich negESt abzgl. Inflation). Addiert man das aktuelle H.-O.-Problem dazu, setzt voraus das für mehr Arbeit das Angebots/Kaufkraft-Verhältnis stimmen muss ist der Ofen dann endgültig aus.

Das kann man Schritt für Schritt mit den Wirkungen so durchspielen.

Aloa,
immer wieder die gleiche alte Litanei, sie wird aber nicht wahrer.:)

Voraussetzung ist einfach nach Friedman :

/"Was aber passierte, wenn die Möglichkeiten zur Substitution menschlicher Arbeitskraft voranschritten, wenn es gemessen an der Wertschöpfungssteigerung vernünftig erschiene, die gegenwärtig noch besetzten, nach Maßgabe der Automatisierbarkeit aber ersetzbaren Arbeitskräfte auch noch zu entlassen?...
Erstrebenswert ist sie dann, wenn das Sozialleistungssystem so umgebaut wird, daß es nicht in erster Linie von Beitragszahlern abhängig ist, sondern von der Wertschöpfungsleistung, von der sie abschöpft. " /

Und daraus ergeben sich folgende Fragen an die Feldversuche :

1. Hat man die Einkommensteuer auf Wertschöpfung, also Arbeit und Kapital, umgestellt ? Dann ist bGE und NIFT 50 nämlich beschäftigungsunabhängig. :)
2. Wie hat man das bGE definiert ? Als Existenzminimum oder eben doch etwas mehr ?

Antiquiert auf jedenfalls ist derGlaube, man könne im Postkapitalismus die Arbeit allein das Sozialsystem finanzieren lassen.

Und SVn gehören nicht zum Sozialsystem, es sind gesetzliche, also nicht staatliche Versicherungen der Arbeitnehmer, heute noch paritätisch mit den Arbeitgebern.

Aber das würde sich durch bGE mit NIFT 50 ändern, das bGE würde die Beiträge für die KV finanzieren, RV und AV würden von den AN allein finanziert. Die AG werden gleich wie die AN besteuert, also lohnquotenunabhängig.

*Statt 50 : 50 über Lohnsumme von 55 % der Wertschöpfung, dann 55 : 45 über Wertschöpfung.*




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