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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier


Chronologisch Thread 
  • From: blackdrag <blackdrag AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
  • Date: Fri, 25 Nov 2011 23:16:00 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


TheAlien schrieb:
Die Diskussion über den Mindestlohn wird so geführt, als wäre sie entweder ein Allheilmittel oder der Untergang unseres Wirtschaftssystems. Weder das eine noch das andere ist richtig. Notwendig - in meinen Augen - ist eine grundlegende Veränderung unseres gesamten Systems, bei der ein gesetzlicher Mindestlohn nur eine der notwendigen Veränderungen darstellt.
Änderung wohin?

TheAlien schrieb:
Der Mindestlohn ist in diesem Zusammenhang nur ein Instrument, die Probleme zu lösen. Ein gesetzlicher Mindestlohn schafft zumindest eine Basis damit Arbeitnehmer von einem Vollzeitarbeitsplatz auch wieder normal leben können, ohne auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein _und_ hebt deutlich die Einnahmen der SV.
Genau das aber wird bezweifelt. Viele, die von ihrem Einkommen rein rechnerisch nicht leben können arbeiten Teilzeit. Wenn jemand 50% arbeitet kann er auch dann nicht davon leben, wenn er einen Mindestlohn bekommen würde, der bei 100% dafür sorgt. Auch erreichst du damit lediglich die Singles, die Familie kann auch bei 100% davon nicht leben. Die Frage ist dann also: wie vielen Menschen wird damit denn überhaupt theoretisch geholfen?
Die andere Frage ist, wie viele es denn praktisch sein würden. Müssen die Arbeitgeber die Löhne erhöhen, kann es auch gut passieren, dass sie das Geschäft aufgeben. Aus jemanden der vorher ein wenig in die Sozialversicherung eingezahlt hatte und als Aufstocker über die Runden kam wird dann jemand, der gar nichts mehr einzahlt und noch mehr Geld braucht. Wir haben jetzt zwar mehr Erwerbspersonen als jemals zuvor, allerdings ist das Arbeitsvolumen fast gleich geblieben. Daraus folgt für mich dass mehr Teilzeit gearbeitet wird. Und wenn Teilzeit immer mehr zunimmt, dann ist auch ein Midnestlohn kein Garant. Wenn man Teilzeit verhindert wird es mehr Arbeitslose geben, weil die Zahl der Erwerbspersonen gleich bleiben wird, das Arbeitsvolumen aber nicht zunimmt.

TheAlien schrieb:
Die Argumentation, ein Mindestlohn würde Arbeitsplätze vernichten, weil der Unternehmer die entsprechenden Gewinne nicht erwirtschaften kann und deswegen Stellen abbauen müßte, greift nicht - zumindest nicht was den Inlandsmarkt angeht, der für den Arbeitsmarkt am wichtigsten ist (Was mit einer Wirtschaft passiert, die fast ausschließlich auf Export ausgerichtet ist, zeigen die jüngsten Beispiele).
Entweder er kann es nicht erwirtschaften oder er gibt die Kosten an die Kunden weiter.




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