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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten


Chronologisch Thread 
  • From: blackdrag <blackdrag AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten
  • Date: Thu, 20 Oct 2011 14:06:41 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Andena schrieb:
blackdrag schrieb:
Das ist dann wohl eine Abwägungssache. Dir ist es wichtiger dass alle Einkommensarten gleichermaßen zur Finanzierung des Sozialsystems beitragen, mir ist es wichtiger die untersten Schichten nicht zu sehr zu belasten und ihnen Arbeitsanreize ohne Zwänge zu verschaffen - denn wer arbeitslos ist, zahlt garnichts.

Politik ist ja irgendwie immer Abwägungssache und natürlich könnte man auch für die untersten Arbeitseinkommen auch eine Sozialversicherungsfreiheit andenken, dann müssten aber auch alle anderen Einkommensarten gleichgestellt werden und ein Stück vom Clou der Gleichbehandelung der Einkomensarten geht dann komplett verloren.
Ehrlich gesagt ist mir der "Clou" ansich auch nicht ganz klar. Bei der Abgeltungssteuer zum Beispiel kann man sagen dass so wie sie ist recht gut funktioniert, auch wenn sie vielleicht nicht ganz "gerecht" ist. Aber sie funktioniert dewegen

Kann man durchaus machen, aber dann in einem grundsätzlich anderen System.

Wieso grundsätzlich anders? Was ist da so grundsätzlich anders.

Andena schrieb:
Wir haben hier zwei Ebenen: Die erste Ebene ist die Systematik an und für sich und beinhaltet, dass die Einkommensarten gleichbehandelt werden sollen. Das ist eine systemische - strategische Entscheidung.
Die mMn mit einem progressiven System nicht funktionieren kann.

Andena schrieb:
Die zweite Ebene wäre dann die konkrete Festlegung der Prozentsätze und der steuerfreien Einkommengrenze. Das sind Entscheidungen, die von mir aus jährlich neu zu fassen sind, von daher kann die konkrete Höhe von den obigen Werten abweichen. Weder die Steuer- und Abgabensätze noch der Freibetrag ist ein unverrückbares Dogma.
Gut, aber wo kommt da jetzt die Sache mit dem Mindestlohn her? Bis jetzt sehe ich 2 Sachen: Vorgehen gegen Aufstockergeldermissbrauch durch Mindestlohn und Gleichbehandlung aller Einkommen. Warum sind das nicht zwei separate Dinge? Warum braucht die Gleichbehandlung aller Einkommen den Mindestlohn? Das sehe ich nicht. Denn wenn dem nicht so ist, dann sollten das 2 unabhängige Anträge sein, nicht einer. Und wenn es da einen Zusammenhang gibt, so ist der mir noch nicht klar.

Andena schrieb:
Die heutige Situation ist so, dass einige Unternehmer Löhne unterhalb der Armutsgrenze zahlen und somit ihren Anteil an Unternehmerlöhnen zu Lasten der Arbeitnehmerlöhne ausweiten. Die Arbeitnehmer beantragen dann staatliche Aufstockerleistungen. Im Ergebnis haben wir eine Situation, dass durch die Aufstockerregelung indirekt der Unternehmer höhere Unternehmerlöhne erzielen kann. Diese mißbräuchliche Zweckentfremdung sollte so schnell als möglich beseitigt / abgeschafft werden.

Am sinnvollsten kann man das schaffen, wenn die Unternehmer Löhne über der Sozialgrenze zahlen, denn dann müssen keine Aufstockerleistungen beantragt werden. Deshalb sollte ein solcher Mindestlohn gesetzlich eingeführt werden.
Die konzentrierst dich da so auf Unternehmerlöhne. Ich sehe das ein wenig anders. Sinn ist es die Kosten zu senken. Dadurch sind dann niedrigere Preise möglich, oder wenn der niedrigere Preis nicht notwendig ist, Geld für mehr Investitionen. Und erst ganz am Ende der Kette steht da für mich der Unternehmerlohn. Entsprechend ist das Erzwingen eines höheren Lohnes dann auch mit den möglichen Folgen behaftet: zu hoher Preis, Investitionsstau, Geschäftsaufgabe, weil nicht genug Gewinn. Wer Mindestlohn fordert muss ganz klar auch bereit sein, Arbeitsplätze im Niederiglohnbereich abzubauen, ohne Ersatz garantieren zu können. Unklar dabei ist, ob das langfristig nicht besser ist.




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