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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten


Chronologisch Thread 
  • From: bonbini <bonbini AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten
  • Date: Wed, 19 Oct 2011 08:26:09 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


T-Bone Hacker schrieb:
Die armen Selbstständigen - ich kann es nicht mehr hören.

Wir haben in Deutschland über 6 Millionen Freiberufler und Selbstständige, die einen wesentlichen Teil zur Wirtschaftskraft und zum Steueraufkommen beitragen. Wenn Du deren "Gejammer" nicht mehr hören kannst, dann sagt das mehr über Dich als über diese Berufsgruppen aus.

Warum man Angestellte und Freiberufler nicht über einen (Abgaben-) Kamm scheren kann, liegt an einer Reihe von Faktoren: Ein Angestellter hat Anspruch auf bezahlten Urlaub von im Durchschnitt 4 Wochen - ein Freiberufler nicht. Ein Angestellter hat eine tarifvertraglich geregelte Arbeitszeit, alles was darüber hinausgeht, wird als Überstunden bezahlt - beim Freiberufler nicht. Ein Angestellter genießt einen gewissen Krankenschutz, zum Beispiel durch Lohnfortzahlung - die meisten Freiberufler nicht (weil kaum bezahlbar). Dem Angestellten wird nur etwas mehr als die Hälfte der Krankenversicherungsbeiträge vom Lohn abgezogen - der Freiberufler muss sie nahezu komplett alleine tragen und konnte sie bislang nicht mal absetzen. Freiberufler und Selbstständige arbeiten im Schnitt zehn Stunden mehr als Angestellte pro Woche, verdienen aber häufig nicht mehr.

Das ist kein Jammern, das sind Fakten. Und als politisch denkender Mensch sollte man diese Fakten nicht einfach mit einem "ach, die armen Selbstständigen" unter den Tisch wischen. Hier handelt es sich um gerechtfertigte Belange.

T-Bone Hacker schrieb:
Und nein, ich stelle "den Apparat" eigentlich nicht in Frage. Er funktioniert nämlich im Großen und Ganzen gut, hat aber ein paar Designfehler.

Siehst Du - das unterscheidet uns. Ich gucke nämlich zuerst nach den Ursachen, warum alles so teuer ist, bevor ich nach Tariferhöhung schreie und den Leuten in die Tasche greifen will. Ich stelle infrage, ob es beispielsweise 80 Krankenkassen mit Vorständen, Aufsichtsräten und allem Drumherum geben muss. Ich stelle infrage, ob es eine ausufernde Sozialbürokratie geben muss oder so viele Bundesländer mit eigenen Parlamenten. Und und und ...

T-Bone Hacker schrieb:
Als Angestellter habe ich gar keine Möglichkeiten zu bescheissen und zahle aktuell 53% Abgaben. Soll ich jetzt Mitleid haben?

Es gibt ja immer zwei Herangehensweisen, wenn eine gesellschaftliche Gruppe das Gefühl hat, benachteiligt zu sein: Man kann sagen: "Den anderen soll es ebenso besch ... gehen wie mir", oder man kann sagen: "Mir soll es so gut gehen wie denen." In diesem Thread scheinen sich die meisten Teilnehmer für Variante 1 entschieden zu haben. Ich bin eher dafür, dass es allen besser geht.

Gruß,
Gerd




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