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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten
Chronologisch Thread
- From: T-Bone Hacker <T-Bone+Hacker AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten
- Date: Tue, 18 Oct 2011 19:38:32 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
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bonbini schrieb:
Was das für einen Freiberufler wie mich bedeutet, ist klar: Meine Abgaben von derzeit etwa 25 bis 30 Prozent meines Einkommens steigen auf 46 Prozent an! (Und ich verdiene deutlich weniger als die berüchtigten 100.000.) Nein danke!
Mir kommen gleich die Tränen. Das ist für jeden Angestellten täglich Brot. Außerdem läßt Du ganz elegant unter den Tisch fallen, daß wir über deutlich höhere Freibeträge sprechen.
Ich habe nichts gegen Steuervereinfachung und gerechtere Erhebung der Sozialabgabenquote. Aber doch bitte nicht so! Aber das kommt natürlich davon, wenn man sich nur ein Element eines komplexen Zusammenhangs herauspickt und den Rest außer Acht lässt. Ebenso wie alternative Modelle.
Ich habe die Selbstständigen durchaus nicht vergessen. Nochmal: Alle sollen gleich zahlen, die Freibeträge werden deutlich erhöht und der Spitzensteuersatz nach hinten gestreckt.
Statt mir vorzuwerfen, ich würde nur einzelne Fakten herauspicken solltest Du lieber nochmal bei Dir selber schauen, wo Du da rumpickst.
Vielleicht solltet Ihr mal Eure Definitionen von "Mittelschicht" und "Gutverdiener" offenlegen. Mir scheint, da wird immer noch mit Einkommenskategorien aus den 60er Jahren gearbeitet, als jemand mit 40.000 Mark Einkommen im Jahr als "reich" galt.
Bitte lies den zugrunde liegenden Thread "Steuer und Abgabenpolitk".
Als Freiberufler habe ich schon jetzt kaum Möglichkeiten der "steuerlichen Gestaltung", wie sie Unternehmen haben. Warum versucht Ihr denn nicht, die Einnahmesituation durch eine höhere Besteuerung von Unternehmensgewinnen zu verbessern? Wieder einmal sollen diejenigen ran, die sowieso immer gemolken werden.
Als Angestellter habe ich gar keine Möglichkeiten zu bescheissen und zahle aktuell 53% Abgaben. Soll ich jetzt Mitleid haben?
Wir reden darüber, daß wir alle Einkünfte gleich behandeln wollen, weil wir endlich die Reichen (mehr als 1 Mio Income per anno) endlich angemessen an den Staatsausgaben beteiligen wollen.
Unternehmenssteuern sind ein völlig anderes (natürlich nicht isoliertes) Thema.
Als Pirat gehe ich zunächst einmal davon aus, dass jedem Bürger, der für sein Einkommen hart schuftet, davon so viel wie möglich in der Tasche bleibt. Bei Euch scheint das umgekehrt zu sein: Ihr überlegt, wie viel Ihr den Bürgern abpressen könnt für einen aufgeblähten und ineffektiven Apparat. Ihr stellt nicht den Apparat infrage, sondern dessen Beitreibungsmodelle.
Ich als Pirat gehe erstmal davon aus, daß alle gleich behandelt werden. Und wenn Du Dich mit dem Antrag und der grundlegenden Idee beschäftigt hättest, würdest Du das auch erkennen.
Und nein, ich stelle "den Apparat" eigentlich nicht in Frage. Er funktioniert nämlich im Großen und Ganzen gut, hat aber ein paar Designfehler.
Und ich als Mittelschichtler habe ein großes Interesse an einem starken Staat.
Als Pirat sehe ich mir an, welche Aufgaben gesellschaftlich sinnvoll sind und wie die organisiert sind, von der Bildung über den Verkehr bis zum Gesundheitswesen. Dann lege ich zunächst da die Axt an oder schaue, wie sie sich refinanzieren oder umsteuern lassen.
Du willst lediglich Deine Abgabenlast minimieren, dafür den Staat kaputt sparen. Diesen neoliberalen haben wir schon. Nennt sich FDP. Wählt im Moment aber keiner.
Eins stimmt: Geld ist in dieser Gesellschaft genug vorhanden, um eine solide Finanzierung gesellschaftlicher Leistungen zu erreichen. Ihr wollt es nur bei den Falschen abholen.
Dass Ihr dabei einer der produktivsten gesellschaftlichen Gruppen, nämlich den Freiberuflern und Selbstständigen, den Todesstoß versetzt, das scheint Euch entweder zu entgehen - oder es ist Euch egal.
Tja, dann waren Kohl und Reagan wohl die schlimmsten Wirtschaftsvernichter der Welt.
Die armen Selbstständigen - ich kann es nicht mehr hören.
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, (fortgesetzt)
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, Andena, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, bonbini, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, Andena, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, bonbini, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, Andena, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, Schwan, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, bonbini, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, bonbini, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, Andena, 18.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, Andena, 19.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Gleichstellung aller Einkommensarten, aloa5, 19.10.2011
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