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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?


Chronologisch Thread 
  • From: sepp25 <sepp25 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
  • Date: Thu, 24 May 2012 10:09:04 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


1+++
Sehr gut.

Patrik74 schrieb:

porcupine87 schrieb:
OK, also ganz allgemein der Mehrwert ist eine Steigerung des realen Vermögens.

Ok, der Mehrwert hat nichts mit der "Steigerung des realen Vermögens" zu tun, sondern dass aus einem Gut durch zuführen von Produktionsfaktoren (Land, Arbeitskraft, Materialien) ein wertvolleres Gut dabei heraus kommt. Der Wert des Gutes, das dabei heraus kommt, kann natürlich erst bemessen werden, wenn es verkauft wird. Der Wert ergibt sich ja nicht aus Anfangswert + Produktionsfaktoren. Der Wert bemisst sich daraus, was Käufer davon erwarten.

Soweit richtig; nenn mich verrückt, aber für mich zählen letzlich nur realer Mehrwert.

Ob ich immer mehr Geld drucke und damit immer mehr für das selbe Stück Papier bezahle, ist für mich kein wirklicher Mehrwert - denn am Ende entsteht davon kein Käse, den man essen kann, egal wieviel das Blatt Papier dann kostet. Mehrwert entsteht nur in der Realwirtschaft - und die Finanzkrise hätte das eigentlich jedem anschaulich klarmachen sollen. Diejenigen Volkswirtschaften, die darauf setzten, dass man durch reine Geldvermehrung tatsächlich "reicher" wird, sind ganz schon auf die Schnauze gefallen. Weil Geld an sich eben nichts wert ist.

Beispiel: Wenn A und B einen Zettel zirkulieren lassen und dafür bei jedem Vorgang mehr zahlen, dann "verdienen" beide bei jeden Verkauf, aber es entsteht real NICHTS! Das einzige, was passiert, ist, dass irgendwann einer von beiden das Geld ausgeht - und weil er der Illusion unterliegt, dass der Zettel immer mehr "wert" wird, fängt er an Kredite aufzunehmen, um den Preis dieses pseudorentablen "Investitionsobjektes" bezahlen zu können (was für eine "Wert"-Steigerung!). Das einzige was real steigt ist dann die Geldmenge. Und im wesentlichen passiert im Kasino nichts anderes. Die "Scheinrendite" dieses Zettels ist durch diesen Handel viel höher als der Erlös, den man mit Käse erzielen kann. Für einen Käse muss man 1 Jahr warten und verdient 20€. Der Preis des Zettels steigt um 100€ PRO TAG! Wahnsinn!! Man müsste doch bescheuert sein noch Käse zu produzieren....

Deine Beispiele sind aber treffend. Die Bauer machen aus einem weniger wertvollen Gut durch ihre Arbeitskraft, etc. ein wertvolleres Gut. Bei der Wette ist es komplizierter, aber auch so. Zu dem Zeitpunkt, an dem sie einschlagen, erwarten beide, dass sie gewinnen oder zumindest zu >50% gewinnen. Oder man will den anderen beeindrucken, wie risikobereit man wäre. Das ist die Erwartung und beider liegt höher als ihr eigener Einsatz. Also ich denke, das wirst du nicht nachvollziehen können. Wenn man Waren bzw. Geld austauscht, dann erwartet zu dem Zeitpunkt der Vereinbarung jede Partei, dass man durch den Tausch besser gestellt wird als wenn man es unterlässt. Da spielt natürlich das subjektive Wertempfinden eine Rolle. Nach einem Tausch können nicht beide mit zB. einem schwereren Produkt nach Hause gehen. Es ist das unterschiedliche Wertempfinden. Und dabei spielen auch nichtmaterielle Erwartungen eine Rolle. Wenn du deiner Freundin einen Ring schenkst, bekommst du vll Sex zurück. Vielleicht aber auch nicht, aber du nimmst die Chance ;)

Der Ring ist ein reales Gut, die Gegen"leistung" ist auch höchst real, insofern ist dein Beispiel völlig verfehlt. Und was "subjektives Wertempfinden angeht", werden Bauer A und B trotzdem irgendwann nichts mehr zu beissen haben, egal wie reich sie sich durch den Zettel "fühlen". Faktisch werden sie nur ärmer, je mehr Schulden sie aufnehmen, um die "Zettelwirtschaft" aufrechtzuerhalten. Wirklich reicher werden nur die Banker; die machen den Irrsinn nämlich nicht mit, sondern begnügen sich damit, die Zinsen zu kassieren und in reale Güter anzulegen. Die wissen nämlich, dass die "Zettelwirtschaft" reiner Schwachsin ist - aber das werden sie den Bauern natürlich nicht sagen, da wären sie ja schön blöd. Die Bank wartet einfach so lange, bis sich beide wegen des blöden nutz- und wertlosen Zettels - aufgrund ihrer "subjektiven Wertempfindens" - so weit verschuldet haben, dass deren Höfe gepfändet werden können - und den Zettel natürlich auch, der ist ja sooo viel Wert... ;)

Aber glaub nur weiter dran, dass der Finanzsektor "Werte" schafft, die Bank wird es dir danken.

Es ist nötig. Ein Geld ist praktisch eine Forderung gegenüber einer realen Ressource.

Nein! Giralgeld ist eine Forderung auf Zentralbankgeld, welches eine Forderung auf anders Zentralbankgeld ist - traurig aber wahr. 1€ ist eine Forderung auf 1€, mehr nicht. Wie dein "subjetives Wertempfinden" da ist, spielt faktisch keine Rolle. Mit 1€ hast du faktisch einen Anspruch auf gar nichts! Wenn dir jemand für 1€ ein Eis geben WILL, fein. Einen ANSPRUCH/FORDERUNG hast du darauf nicht.

Wenn man nun einfach nur Forderungen immer weiter druckt, aber selber keine Leistung dafür gibt, naja, das macht uns nicht reicher.

Na langsam fällt der Groschen: Egal wieviel die Bauern für den Zettel zahlen, es bleibt genau ein Zettel und davon werden beide nicht reicher (siehe oben).

Da kann dein König Kuno noch so viele Forderungen drucken. Die kann er nicht essen. Er braucht den Bäcker und Bauer, die Arbeitskraft anwenden.

Richtig (abgesehen davon, dass du im falschen Thread bist)! Und deshalb soll er auch nur Geld drucken, wenn die Bäcker und Bauern dafür etwas TUN, HERSTELLEN, LEISTEN (z.B. einen Deich) können. Es geht NICHT darum, einfach nur die Geldmenge zu erhöhen - ganz im Gegenteil.

PS: Letzter Hinweis bezieht sich auf dieses Beispiel: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/ThemaModernMonetaryTheory




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