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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Positionsentwurf zum Thema "Risikovorsorge gegen Peak Oil" - Bitte um Feedback
Chronologisch Thread
- From: Christian Schmidt <csc AT schmifu.de>
- To: Johannes Nix <Johannes.Nix AT gmx.net>
- Cc: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Positionsentwurf zum Thema "Risikovorsorge gegen Peak Oil" - Bitte um Feedback
- Date: Sat, 19 May 2012 07:27:25 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
Hallo,
danke für die Erläuterungen und links.
Speicherlösungen gibt es aber schon lange, wenngleich sich diese bisher
durch die Atom-, Akku und Öllobby wirtschaftlich nicht durchsetzen
konnten.
Technologie: http://de.wikipedia.org/wiki/Latentw%C3%A4rmespeicher
prak. Anwendung: http://de.wikipedia.org/wiki/Andasol
Suche nach "Diplomarbeit" und "latentwärmespeicher" gibt hier z. B. auch
die ein oder andere Kalkulation für die Beheizung von
"Einfamilienhäuser" oder aus.
Ich käme z. B. mit 22 m³ zum Heizen, vergraben im Garten aus und das
ganze aus Risikoerwägungen dezentral vernetzt ist m.E mindestens in
diesem Bereich eine zukunftsweisende Technologie.
Letztendlich lässt sich m.E "gesamtheitlich" gesehen in
Latentwärmespeichern so viel Energie speichern, das selbst die eigene
dezentrale Wasserstoffproduktion für den Eigenbedarf in DE
wirtschaftlich tragfähig wäre, um sein Fahrzeug zu bewegen.
Damit sage ich nicht, das es keine Akku betriebenen Fahrzeuge geben darf
(nicht jeder hat eigene Fläche), möchte nur vermeiden das der Anschein
erweckt wird es "kann" nur eine Lösung geben.
Weniger "Entweder Oder" Denken, als ein "sowohl als auch" hilft an
dieser Stelle weiter, zumindest um mal was gegen die Energieriesen zu
unternehmen.
Eine bitte hätte ich für weitere Überlegungen noch. Bitte "gute"
Technologien fördern, bzw. ans Tageslicht bringen aber nicht den Bürgern
vorschreiben welche sie zu verwenden haben, sondern das über der Preis
regeln lassen.
Ich habe z. B. noch eine weitere Gas Brennwerttherme kallkulliert und
möchte in 20 Jahren ggf. "abreissen", nach dann aktuellen Standards neu
bauen und denke das diese Speichertechnologie bis dahin soweit ist.
Bis dahin möchte ich nicht in eine "Plastiktüte" wohnen, weil die
aktuelle Substanz dafür nicht ausgelegt ist und es sich wirtschaftlich
nicht trägt, wenn man es "richtig" machen würde, wie es z. B. im
"Passivhaus" Bereich gemacht wird.
Just my 2 cents
Christian
Am Samstag, den 19.05.2012, 02:17 +0200 schrieb Johannes Nix:
> Hallo Alex,
>
> On Fri, 18 May 2012 21:16:35 +0000
> AlexBu <AlexBu AT news.piratenpartei.de> wrote:
>
> >
> > HumanEconomy schrieb:
> > > Vorschlag:
> > >
> > > Wir schlagen eine zweckgebundene Besteuerung von Erdöl und daraus
> > > entstehenden Endprodukten wie Dieselöl, Heizöl und Benzin. Der so
> > > entstehende Geldfond soll verwendet werden, um nachhaltige Energie
> > > zu fördern.(...)
> >
> > finde ich gut. Jedoch würde ich nicht so schwammig formulieren,
> > wofür das Geld eingesetzt werden soll. Das macht misstrauisch.
>
> Ich finde ergebnisoffene Prozesse wichtig. Es handelt sich immerhin
> um Probleme, für die es sinnvolle Ansätze, aber noch keine durchgängigen
> Lösungen gibt.
>
> > Am Ende kommen irgendwelche Firmen, und beanspruchen das Geld für die
> > eigene Forschungsabteilung.
>
> Genau das ist mit der Brennstoffzellen-Forschung ca. in den
> letzten 30 Jahren passiert.
>
> Die Resultate lesen sich beispielsweise so:
>
> http://www.zeit.de/2004/42/Wasserstoff
>
>
> >
> > Konkret: Erdöl wird meist verwendet für Benzin usw. also fürs Auto.
> > An zweiter Stelle, doch schon deutlich dahinter, zum Heizen.
>
>
> > Und dann noch in vergleichsweise geringen Mengen für andere Zwecke,
> > die vorerst nicht interessieren sollen.
>
> Ohaha. Erdöl ist auch sehr wichtig als chemischer Grundstoff,
> Plastik, zur Herstellung von Düngemitteln und so weiter.
> Es ist aber richtig, dass Verkehr und Gebäudeheizung
> einen sehr großen Anteil ausmachen.
>
> >
> > 1. Erdöl fürs Auto:
> > Klar dürfte sein, dass die Zukunft dem Elektroauto gehört. Dabei ist
> > nicht festgelegt,
> > ob der Strom in Akkus oder Wasserstoff oder sonstigem gespeichert
> > wird.
>
> Ich vermute, mit "Elektroauto" meinst Du Akkumulator-betriebene PKW.
>
> Das ist *nicht* sehr klar, denn bisher ist keine wirklich
> effiziente und ökonomische Speichertechnik gefunden.
> Es ist trotz stark steigender Spritpreise immerhin
> scheinbar nicht so, dass die Städte und Fernstrassen
> mit Elektroautos verstopft sind.
>
> Die effizienteste Technik des Personentransports zu
> Land mit Elektrizität sind immer noch elektrifizierte
> Eisenbahnen und Oberleitungsbusse, wie es sie zB
> in der Schweiz gibt. Da entfällt nämlich
> das Speicherproblem und man muss nicht auch noch die
> schweren Batterien durch die Landschaft bewegen.
>
> Worauf ich hinaus will: Ob die Akkutechnologie wirklich
> ökonomisch tragfähig ist, wird sich noch herausstellen.
> Bisher wurde da viel gehypt und auch Gelder eingestrichen.
> Brauchbares geliefert wurde da aber nichts. Es ist ziemlich klar
> dass die Automobilindustrie es lieber beim Alten
> lassen möchte, und die Konsumenten fordern keine
> Drei-Liter-Autos ein. Aber bestimmt wird gejammert wenn plötzlich
> keiner mehr solche Autos kaufen will. So wie bei General
> Motors, Ford und Chrysler vor drei Jahren.
>
> Ob diese Branche bei steigenden Ölpreisen überhaupt
> noch zukunftsfähig ist, daran habe ich gewisse Zweifel.
> Wir werden sehen. Besser wäre es, einen Plan B zu haben.
>
> > Wir können sehr leicht über Solar und Wind in Zukunft die
> > notwendige Strommenge produzieren.
>
> Wie schon vielfach festgestellt wurde, ist hier die
> Speicherung das nicht gelöste Hauptproblem.
>
> > Deshalb sollte man den Bürger auch schon direkt weg vom Benzinauto
> > hin zum Elektroauto bewegen. Man könnte 5 Cent pro Liter Benzin o.ä.
> > erheben. Dieses Geld kommt in einen Fond.
> > Damit könnte z. B. jeder, der ein Elektroauto kauft, eine Hilfe von
> > (nur als Beispiel) 20 000 Euro erhalten (ähnliches macht Dänemark und
> > China). Je mehr Elektroautos kaufen, um so mehr wird dieser Betrag
> > sinken. Je mehr Elektroautos produziert werden, um so günstiger
> > werden diese.
>
> Das wäre nichts als eine Subventionierung und in dieser
> Form auch eine Umverteilung von Arm nach Reich (genauso wie
> es bei der Pendlerpauschale schon massiv der Fall ist). Wieviel
> bekomme ich dann, wenn ich mit dem Fahrrad fahre oder
> so umziehe, dass ich gar keine weiten Wege habe?
> Außerdem kann es sein, dass es momentan vor allen
> Dingen nötig ist, einfach wesentlich kleinere und leichtere Autos zu
> bauen und vom Straßenpanzer-Konzept weg zu kommen.
> Isetta statt SUV, wenn man so will.
>
> > (Ein Wirtschaftsgesetz: Stückzahl verdoppeln,
> > Stückkosten um 20 Prozent senken).
>
> Bei Elektroautos ist ein wesentlicher Kostenanteil der
> Akku und hier die (endlichen) Rohstoffe. Es sind sicher noch
> Kostensenkungen drin. Aber bis auf Weiteres ist es
> eben so, dass Kohlenwasserstoffe als chemische
> Energiespeicher unerreicht sind. High-Tech Akkumulatoren
> haben etwa ein Hunderstel der spezifischen Energiedichte
> von Benzin. Das bedeutet, dass sie zB für den Gütertransport
> völlig untauglich sind, und auch für die Landwirtschaft.
>
> > Zudem würde man damit die heimische
> > Autoindustrie fördern, eine Wirtschaftsförderung. Die
> > Automobilindustrie würde damit sehr schnell für die
> > Elektroauto-Zukunft fit gemacht.
>
> Die Autoindustrie hat sowieso schon viel zu viel Lobby. Sie
> zu fördern muss keineswegs die gesamtwirtschaftlich beste Lösung sein.
> Beispielsweise stehen Elektroautos wegen der geringeren Reichweite noch
> stärker in Konkurrenz zum ÖPNV als Benzinautos. In Städten wie Berlin
> machen sich Mobilitätskonzepte breit, bei denen ein eigenes Auto nicht
> mehr notwendig ist. Dann stehen beispielsweise Dienstleister vor dem
> Möbelhaus und bieten den Transport nach Hause an. Und bei der jungen
> Generation besitzen immer weniger ein Auto. Was neben dem Verlust des
> Coolness-Faktors auch an den finanziellen Umständen liegt - von einem
> Lehrlingsgehalt oder Studenten-Nebenjob kann man sich heute kein Auto
> mehr leisten, abgesehen davon dass es für so einen Nebenjob nur noch
> sehr wenig Zeit gäbe.
>
> >
> > 2. Erdöl zum Heizen:
> > Ebenso könnte man hier 3 Cent pro Liter Heizöl erheben. Das Geld
> > kommt in einen Fond. Das Geld wird ausgeschüttet an Bürger, die eine
> > Wärmedämmung am Haus durchführen oder auf Solar- bzw. geothermische
> > Heizung umstellen.
>
> Hier ist leider Bürger nicht gleich Bürger. Manche Bürger
> haben eigene Häuser und manche leben in Mietwohnungen.
> Prinzipiell sollten natürlich auch Mieter an verbesserter Wärmedämmung
> interessiert sein. Die Kosten sind aber Gegenstand von
> Verteilungskämpfen. Und verteilt wird bekanntlich
> derzeit gerne von unten nach oben. Als etwas polemisches
> Beispiel:
>
> http://www.heise.de/tp/artikel/33/33412/1.html
>
> Aktuell werden also gerade öffentliche Förderungen gestrichen
> und die Umlage auf die Mieten erhöht. Energiewende auf Schwarz-Gelb
> halt.
>
> Gutes mögliches Beispiel übrigens für piratische Politik:
> Förderliche Rahmenbedingungen für Wohnprojekte, wo Beteiligte
> auf Genossenschaftsebene Miteigentümer werden.
>
> > Mit solchen Maßnahmen könnte man innerhalb von 10 Jahren Deutschland
> > weitgehend unabhängig vom Erdöl machen.
>
> Allein die Anpassung des Gebäudebestands dürfte bei energischer
> Durchsetzung etwa die doppelte Zeit benötigen. Zudem haben wir es z.B.
> bei den Speckgürteln der Städte mit Siedlungsstrukturen zu tun, die
> einseitig aufs Auto ausgerichtet wurden. Das gilt auch für
> städtebauliche Schönheiten wie Einkaufszentren auf der Grünen
> Wiese und Gewerbegebiete. All das erzeugt motorisierten Verkehr
> und stammt aus einer Zeit, wo man Mobilität als ein vermeintliches
> Gut für sich anpries.
>
> viele Grüße,
>
> Johannes
>
>
>
>
> --
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