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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Führt ein zu freier Markt zu Monopolen?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Führt ein zu freier Markt zu Monopolen?


Chronologisch Thread 
  • From: porcupine87 <porcupine87 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Führt ein zu freier Markt zu Monopolen?
  • Date: Wed, 09 May 2012 15:03:57 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


@Daniel

Also du kannst schon Fachwörter verwenden. Dann lern ich auch noch was ;) Also ich kann ja selber Begriffe googeln, nur war mir nicht ganz klar, was du dabei meinst und warum das ausgelöst würde.
Mit anderen Worten sagst du: Wenn ein Markt mit hohem Fremdkapital arbeitet und viel Collateralls verwendet werden, löst die Pleite eines großen Instituts eine Art Dominoeffekt aus, da der Pfand nun liquidiert werden will, was das Anegbot dieses Produktes erhöht und so den Preis senkt, wodurch eben die Verleiher ihren Pfand so günstig verkaufen müssen, dass sie selber Probleme bekommen usw.
Also ausgehend von 2007 bedeutet dies, dass die Organisationen (oder Privatpersonen), die diese Produkte nachgefragt hätten, diese günstiger bekämen und so profitiert hätten. Desweiteren hätten die Organisationen profitiert, die ihre Aktiva nur mit Bedacht an Debitoren mit hoher Bonität verliehen hätten. Das sind die, die in der Boomphase am wenigsten profitiert haben. Anders wäre die fast chancenlos, die bereitwillig verliehen haben (fahrlässig mit Bonität umgegangen sind) und die größten Profiteure der Boomphase waren. Also ich käme damit aus ethischen Gesichtspunkten klar. Du?

Und man muss noch sagen, dass der verkaufte Collateral schlichtweg überbewertet war und es dann eben zu einer Korrektur kommt. Ich finde nicht, dass der überhöhte Wert der "faire Wert" wäre. Es wäre auch keine Abwärtsspirale, wenn Löhne wie auch Preise fallen würden und Unternehmen, die alle eine auf Schulden basierende bzw. "erfundenen" Nachfrage bedienten. Das ist eine Korrektur, die natürlich weh tut, aber nötig ist. 1000€ Schuldenaufnahme im Monat erhöhen auch mein Einkommen um 1000€ und wäre es nun unfair, wenn mein Einkommen wieder um 1000€ fällt und sogar noch weiter, da ich die Schulden ja begleichen muss?

Das Problem ist meiner Ansicht nicht die Verschuldung per se, sondern woher dieses Geld für die Verschuldung herkommt. Wurde dieses aus dem nichts erschaffen (Geldmenge wächst), kann das langfristig nur zu einem Zusammenbruch kommen. Nach der österreichischen Konjunkturzyklustheorie, wie ich erklärt habe, geht das nicht anders. Geld hat einen Bezug zu anderen Ressourcen und wenn man Geld druckt, und damit reale Güter nachfrägt, kann das nicht gut gehen. Es muss zu einer Korrektur kommen.
Wenn die Verschuldung 1:1 Erspartes ist, ist das etwas ganz anderes. Wenn der Debitor nicht bezahlen kann, verliert der Kreditor, fertig. Dann würde man sich womöglich auch mal dafür interessieren, was eine Bank so mit dem Geld macht. Was, die verleihen es an Unternehmen mit schwacher Bonität? An diese verruchten Hedgefonds? Da bringe ich mein Erspartes mal lieber zu ner anderen Bank. Fällt ein großer Schuldner um, kann der natürlich auch diverse Gläubiger mitreißen (die die auf Risiko gesetz haben), eben die, die nicht gut gewirtschaftet bzw. sich in der Kundennachfrage geirrt haben. Die Frage, die die Österreicher aber stellen, ist, warum in einer Periode fast alle Unternehmer sich irren? Es ist klar, der Markt ist nicht perfekt, jeder macht mal Fehler und fällt um, aber warum plötzlich so viele.
-> Die Zeit des Booms ist die Phase, in der Unternehmer getäuscht werden. Durch das erschaffene Geld wird ein Angebot an Kapital(= reale Ressourcen) vorgegaukelt, dass nicht vorhanden ist. Die Zinsen wären viel höher, es würde weniger in Kapitalgüter investiert etc. (wie erklärt). Die Bust-Phase ist die Phase der Heilung.

Und um das noch klarzustellen: Wenn ein Bauer unverhofft pleite geht, können Zulieferer (zB. Maschinenhersteller) ihre Produkte nicht mehr an diesen vertreiben und müssen sie nun günstiger am Markt anbieten, was andere Maschinenbauer ebenso tun müssen, wodurch manche pleite gehen, die dann ihrer Bank nicht mehr mehr zurückzahlen könnem wodurch die Probleme bekommt etc. Das ist - überspitzt - deine Erklärung.




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