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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )


Chronologisch Thread 
  • From: Patrik74 <Patrik74 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Reform auf 4Ebenen (+ X )
  • Date: Wed, 25 Apr 2012 20:15:32 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


PolitPiratNRW schrieb:
Ahoi Patrik !

Eine progressive Besteuerung jeglicher Art ist ungerecht, und führt einfach immer nur zu Klagen und damit zu jede Menge Bürokratie, insbesondere bei Doppelbesteuerung, die eine - versteckte nicht transparente Steuerprogression - herbei führt. Wenn die bereits versteuerten Vermögen erneut besteuert erzeugt das wieder einen Schritt zur versteckten nicht transparenten Steuerprogression.

Wieso ist eine Progression per se ungerecht? Wenn man unterstellt, dass Geld einen abnehmenden Grenznutzen hat, dann ist es viel schlimmer einem Kleinverdiener 45% seines Einkommens abzunehmen als einem Einkommenmillionär. Wäre es nicht gerechter, wenn beide den selben "Schmerz" erleiden müssten, statt dass der eine die Tapete von der Wand kratzen muss, während es dem anderem einerlei ist? Wo ist das denn bitte "gerecht"? Und dass es eine Klageflut gegen die Steuerprogression, behauptest du zwar immer, es gibt keinen wirklichen Anhaltspunkt dafür.

45 % auf alle Einkommen sind happig, die Staatsschulden von 2.100.000.000.000 Euro und die viel zu hohen Staatsschulden auch. Hier bedarf es der Rückführung der Staatsschulden und auch der Staatsausgaben.

Stimmt, aber der Staat hat seine Verschuldungsquote um ca. 20% erhöht, um die Banken (private Unternehmen) zu retten - aber bezahlen sollen es jetzt die Arbeitnehmer. Gerecht? Sinnvoll? Nachvollziehbar? Wieso zahlen Banken nicht 50% Gewinnsteuer plus nochmal die Summe, die sie als Boni und Dividenden verschenken obendrauf - so schlecht scheint es ihnen ja nicht mehr zu gehen!

Die Geringbesteuerung bei geringen Einkommen kann so gesehen werden, wenn dadurch der Bezug des bedingungslosen Grundeinkommens vermieden werden kann. Hier macht das Sinn. Wo da die Grenze ist, ist jedes Jahr auf das Neue u. a. über die zuständigen Ämter für Statistiken zu berechnen.

Jetzt also doch Unterschiede?

Wenn Steuersätze (ähnlich wie die FDP) von 15 - 30 - 45 % eingeführt werden, ist das ein 3er-Raster zur progressiven Steuerkurve, die sich verstärkt, wenn andere Steuern hinzukommen (ist bei besser Verdienenden häufig so). Die besser Verdienenden lassen sich das mit Sicherheit nicht gefallen, und Klagen, und das ist wieder jede Menge Bürokratie.

Es klagen auch enorm viele gegen Hartz IV und da ist der Satz einheitlich. Ich glaube nicht, dass das das entscheidende Kriterium ist. Außerdem ist der wesentliche Unterschied, dass hier EinkommensARTEN und nicht -HÖHEN über den Steuersatz entscheiden.

Das Steuersystem mit Steuerabschreibungen und Steuervergünstigungen und Subventionen jeglicher Art lehne ich deshalb ab, weil diese art des Ausgleiches viel zu teuer ist, gänzlich nicht transparent ist, und auch ungerecht ist weil sich nur weniger Lobbyisten als Super-Steuerexperten tatsächlich damit auskennen (können sich nur Reiche leisten die diese Kosten der Steuerexperten wieder von der Steuer absetzen können), und zudem ein Bürokratiemonster ist sonder gleichen (kostet nochmals Geld ohne Ende).

Was spricht gegen Abschreibungen? Wir sind uns doch einig, dass jedes Investitionsgut mit der Zeit durch Gebrauch an Wert verliert - sieht man ja auch schön am eigenen PKW. Warum soll man bilanziell davon ausgehen, dass entweder der Wert über die Lebensdauer voll erhalten bleibt bzw. das Gut mit der Anschaffung seinen Wert voll verliert?

Ausnahme: Förderung über die Schiene Wissenschaft, Forschung, Bildung (Ausbildung).

Eben sprichst du noch von Lobbyismus und führst im nächsten Schritt Sonderregeln nach deinem persönlichen Gusto ein. Konsequent? Gute Gründe, warum grade sein Anliegen besonders förderungswürdig ist, haben alle.

Deswegen fallen bei mir auch gleich die haushaltsbezogenen Steuerfreibeträge und fixen Steuerbeträge gleich unter den Tisch.

Wieso jetzt genau? Genau das würde automatisch Geringverdiener entlasten, und das wolltest du doch eben noch.

Zu sehen ist auch noch, dass Steuern und Abgaben an die Länder und Gemeinden und Städte zu leisten sind, welche der Steuerprogression hinzu gerechnet werden muss.

Hier sollte man groß ausmisten, da gebe ich dir Recht.

Dann sind noch Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer von den Konsumenten zu entrichten.

Über den Sinn von Verbrauchssteuern kann man sich echt unterhalten! Wer konsumiert und damit die Wirtschaft am Laufen hält - wer sein Geld also nachfragewirksam verwendet - wird bestraft, wer es ins Kasino kippt, kommt ungeschoren davon, komisches System, oder? Wäre es nicht sinnvoller auf Konsumsteuern zu verzichten und stattdessen Geldvermögen zu besteuern?

Damit sehe ich schon bald die Grenze von 50 % des Einkommens besteuert, - wenn nicht schon darüber - .

Wenn der max. ESt-Satz bei 45% liegt und noch Geldvermögenssteuer bis 50% eingezogen werden, ist doch alles in Butter. Wozu braucht man noch die anderen absurden Steuerarten?




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