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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4


Chronologisch Thread 
  • From: "CAP (Christian)" <CAP AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4
  • Date: Thu, 27 Oct 2011 16:57:27 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Hallo Bratenbengel,

Du thematisierst sehr schön das Anreizproblem im Übergang zu Arbeit.

Warum soll ich, wenn ich doch auch ohne Zeitinvestition Geld bekomme,
arbeiten gehen? <<

Das ist das Grundproblem der heutigen Geldtransfers. Jemand der freiwillig zu diesem Einkommensplatz geht, hat entweder wirklich keine Lust sich mit Hartz gängeln zu lassen (und da kenne ich einige) oder er fällt aus irgendeinem Grund durch das Bedürftigkeitsraster.

Wenn er aber ersteinmal im Einkommensplatzsystem ist UND dessen Nebenbedingung, dass ein normaler Arbeitsplatz attraktiver sein soll, erfüllt ist, so ist der große Widerstand zur Aufnahme von Arbeit - die Zeitverwendung - schon gebrochen und dann ist das sich in die normale Arbeit entwickeln, eher eine eher freiwillige und Spaß erhöhende Angelegenheit.

Dein Beispiel mit dem geschlossenen, öffentlichen Klo und dem Maurer widerspricht der Forderung nach dem Spaßzuwachs von Einkommensstelle zu normalen Arbeitsplatz.

An einer anderen Stelle habe ich die Ausgestaltung, um dieses Attraktivitätsgefälle zu schaffen, so beschrieben (aber das habe ich für das Programm raus gelassen, da es zu konkret ist):

"Die zugewiesenen *Arbeitgeber* werden durch Bewerbungen ermittelt. Jeder, (z.B. Privathaushalt, Unternehmen, Gebietskörperschaft) kann sich um die Zuteilung von Empfängern von Transfereinkommen in dieser Maßnahme bewerben. Bei der Bewerbung sind geforderte formale Qualifikationen, angefragter Stundenumfang, Entgelt an das betreuende Amt und der Arbeitsinhalt zu bennen. Das betreuende Amt kann diesen Bewerbungen entsprechen, muss es aber nicht.

Der Arbeitgeber hat im Vergleich zu einem normalen Angestellten durch die Beschäftigung von Transferempfängern folgende Vorteile:
* Die Kosten für die Arbeit *können* niedriger sein
* Der Arbeitgeber lernt so freie Arbeitskräfte kennen, die er in eine feste Anstellung übernehmen kann.

Der Arbeitgeber hat im Vergleich zu einem normalen Angestellten durch die Beschäftigung von Transferempfängern auch folgende Einschränkungen:
* Er kann nicht zuverlässig auf die Verfügbarkeit der Transferempfänger zählen (Er muss nicht arbeiten, sondern nur anwesend sein. Das Amt muss nicht zuweisen. Jederzeitiger Ausfall durch Bewerbungstätigkeit möglich)
* Er muss die Arbeit so gestalten, dass sie der Transferempfänger während seiner Anwesenheit freiwillig erledigt, da kein vertragliche Arbeitspflicht besteht.
So werden nur ToDos vergeben, die zeitlich nicht gebunden sind. Und das Ersetzen von normalen Arbeitskräften durch Transferempfänger ist nahezu unmöglich."

Für den Einkommensnehmer liegt der Nachteil vor allem in der steten Neuzuweisung zu anderen Arbeitgebern begründet, so dass nicht das Gefühl eines normalen Arbeitsverhältnisses aufkommt.




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