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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Positionspapier zur Sozialversicherung

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Positionspapier zur Sozialversicherung


Chronologisch Thread 
  • From: Anhalter <Anhalter AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antragsdiskussion: Positionspapier zur Sozialversicherung
  • Date: Sat, 22 Oct 2011 19:16:14 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Lieber Aloa

Eine Frage vorab: welchen Abruf hast Duneigentlich, wollte nur wissen womit man die Weisheit pachten kann ;-))
Aussagen wie "wundert mich, dass Du als ..... Das so sagst, impliziert, dass das gesagte völlig falsch ist und jeder vernünftige ..... Das wissen muss. Das impliziert, das nur der, der diese Behauptung aufstellt die Wahrheit kennt, Sorry aber bitte etwas weniger Überheblichkeit!
Naja, um auf Deiner Diskussionsebene zu bleiben: das lernst Du noch.

Ich wähle für die Antwort eine etwas abgekürzte From, da es sonst kaum noch lesbar wird

1) bitte erkläre mir den Unterschied zwischen "vereinheitlichte Rente" und "Einheitsrente" was meinst Du mit "vereinheitlicht"?
2) Zweckbindung der Steuer: ich Sage nicht zwingend notwendig, warum musst Du es wiederholen und begründen? letztes Wort?
3) Da sich die Steuerzahlung (im Grundsatz) als Prozentsatz vom Verdienst berechnet, kann ich auch die Rente(npunkte) als Prozentsatz des Prozentsatzes berechnen. Das ist zunächst einmal Prozentrechnung. Bleibt der Unterschied zwischen Brutto-Verdienst und Netto zu versteuerndes Einkommen. Da macht es dann wirklich einen Sinn auf das Letztere abzustellen, Die Rente dient der Sicherung des Lebensstandardss, also der Nettoeinkunfte. Die Beitragsrechnung der gesetzlich. RV anhand des "Verdienstes" ist einer der Systemfehler
4) Deine Anmerkungen zu " eine RV und eine KV Und AV und Rechenexempel verstehe ich überhaupt nicht, Sorry. Fakt ist das einzige das RV,KV,AV gemeinsam haben ist, dass es Pflichtversicherungen sind. Der Zweck der Versicherung (Versicherte Risiko) und die Ausgestaltung der Versicherung wie z.B. Berechnung der Ansprüche ist grundverschieden. Ehrlich gesagt verstehe ich mittlerweile überhaupt nicht mehr, wie man auf die Idee kommt, dass alles gemeinsam lösen zu wollen.
5) das "Umhängen" meint, dass ich die Probleme der RV in zwei Stufen angehen wollte. Erstmal die bisherige Höhe der Absicherung, die durch die gesetzliche Rav erreicht wird anders finanzieren, dann in einem zweiten Schritt Vorschläge entwickeln, um die Ansätze für die 2. Und 3. Säule zu erweitern.
Aber: ich sagte schon an anderer Stelle es macht gar keinen Sinn unbedingt RV,KV und AV zusammen zu lösen und ich sehe auch keine Notwendigkeit.
6) in Bezug auf Lohnkosten hast Du natürlich recht. Aber auch hier: man muss nicht immer alles auf Anhieb lösen. Sind die AG Beiträge erst einmal in eine Steuer umgewandelt, kann man später diese Steuer für Lenkungszwecke nutzen. Außerdem kann man nach kompletter Berechnung der Kosten der Umstellung die Lohnkosten gezielt entlasten. Ohne Berechnung wäre eine solche Aussage aber unseriös, daher sollte man zunächst von einer Aufkommenneutralen Umsetzung ausgehen. Es gibt keinen Grund hier gleich alles auf einmal lösen zu wollen
7) jeder zahlt nach seinen Möglichkeiten und erhält nach seinen Bedürfnissen. Bitte erkläre mir, was daran eine "Einheitsleistung" ist. Offensichtlich habe ich eine ganz andere Vorstellung von "Einheitlich", wenn Du meinst, dass die "Bedürfnisse" irgendwie festgelegt werden, ja, das ist dann für alle einheitlich, aber das ist bei jeder Versicherung so. Das Wahlrecht, eine Zusatzversicherung abzuschließen bleibt und soweit es einen "Wettbewerb" zwischen verschiedenen gesetzlichen Kassen geben kann, muss daran auch nichts geändert werden. Das von Dir angesprochene Problem der Einheitskasse ist nicht in der vorgeschlagenen Änderung begründet, sondern bereits heute vorhanden. Auch in der PKV läuft seit Jahren alles auf einheitliche Leistungen hinaus.
8) ich sehe zusätzliche Erläuterungen nicht als "Ausweichen", es ist ja nicht so, dass Dunnie abschweifst
9) Zuschlag auf oder zur Lohnsteuer: Sorry auch hier:Dreisatz, selbst Fragen wie Progression, Steuerklasse, Freibeträge lassen sich in einem prozentualen Betrag von der Lohnsteuer genauso abbilden, dass das Exakt gleiche herauskommt, wie bei einem direkten Prozentsatz vom Lohn. Der Diskussionspunkt kam nur auf, weil Du etwas schlau Die Frage des Prozentsatzes problematisiertes und meintest auf einen "gewaltigen Aufschlag" hinweisen musstest, das war reine Polemik. Entscheidend ist a) der absolute zu zahlende Betrag und Wie Du richtig schreibst Schwankungsbreiten, etc. darüber ist aber noch gar nichts gesagt wenn man die Steuer als Aufschlag auf die LSt oder als Zuschlag zur LSt definiert. Ohne die Berechnungsmethodenzu kennen ist dies völlig egal. LSt und Gehalt haben einen definierten rechnerischen Zusammenhang, dieser Zusammennhang lässt sich bei jeder Berechnung eines Zuschlags zur LSt nachvollziehen / eliminieren.
10) dienPKV Patienten lohnen sich für Ärtze, weil sie mehr abrechnen können, weil die Versicherten tendenziell mehr zahlen, bessere Risiken darstellen und die PKV effizienter sind. Wenn Du diese Art von "Wettbewerb" willst, dann verlässt Du die Grundlagen einer allgemeinen Versicherung.

Hier kommen wir glaube ich zum Punkt! Willst Du gar keine Versicherungspflicht? Eine Versicherungspflicht, die aber jeder durch eigene Beiträge am freien Markt kaufen muss? Oder eine allgemeine Versicherungspflicht nach dem Solidarprinzip?

Letzteres ist mein Ziel, zumindest für die KV! Da bin ich dann mal dogmatisch, Ich habe zuviel mit chronisch Kranken zu tun gehabt, ohne breites solidarisches System wären die noch mehr am Arsch. Sorry, das ist aber so.

Wenn jeder seine Versorgung am Markt einkauft, dann kriegen wir Verhaltnisse, die ich nicht will. Das hat nichts damit zu tun, dass private Zusatzversicherungen möglich sein sollen.

11) Die "Trennschärfe" Deiner Auswirkungen bezüglich Rente auf der Basis von Einzahlungen oder auf der Basis von ESt Zahlungen verstehe ich noch immer nicht, vielleicht weil ich StB bin und nicht Steuerfachgehilfe (um bei Deinem Diskussionsstil zu bleiben)
Rentenpunkte errechnen sich primär auf der Basis Des persönlichen Einkommens, warum? Weil das persönliche Einkommen auch die Basis für die Beiträge ist. Wer viel einzahlt erhält viel Rente, wer wenig einzahlt erhält wenig, wer nichts einzahlt erhält nichts. Das Prinzip bleibt bei einer Steuerfinanzierung das Gleiche, wer viel einzahlt der bekommt viel, wer wenig einzahlt wenig, wer nichts einzahlt nichts. Da kannst Du Dein System auch noch fünf mal darstellen, in diesem Punkt entsteht kein Unterschied, nur weil Dunes etwas polemisch argumentierst. (wo lagen eigentlich Deine politischen Wurzeln? Erinnert mich viel an Diskussionen in den Siebzigern mit den K-Gruppen, aber da warst Du wohl noch nicht geboren)

Rentenpunkte über Ausfallzeiten etc, würde es genauso geben, dazu aber noch eine Mindestrente, die nur bei einer Steuerfinanzierung möglich wäre.

Zum Schluss:
A) ich habe schon gesagt, ich glaube, man sollte zunächst die KV angehen. Bei der RV stellen sich viel mehr hier noch gar nicht angesprochene Fragen

B) mir persönlich ist ein Diskussionsstil völlig egal. Ich fühle mich auch grundsätzlich nicht persönlich angegriffen, bzw. Solche Angriffe sind mir auch egal. Dafür ist das Leben viel zu kurz (was sind schon 110 Jahre). Da habe ich schon mit ganz anderen Kalibern um Wesentlicheres diskutiert.
Aber: Kinderkacke trägt selten zur Problemlösung bei




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