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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Euro, Griechenland, EZB und Inflation - der Samuelson-Effekt

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Euro, Griechenland, EZB und Inflation - der Samuelson-Effekt


Chronologisch Thread 
  • From: blackdrag <blackdrag AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Euro, Griechenland, EZB und Inflation - der Samuelson-Effekt
  • Date: Thu, 28 Jun 2012 11:36:06 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


aloa5 schrieb:
blackdrag schrieb:
viele Effekte um eine klare Aussage empirisch zeigen zu können. Wenn zum Beispiel auf Grund von guten Verdiensten die Löhne allgemein steigen, steigt dann höchst wahrscheinlich auch der Import. Folglich wird das Verhältnis Export/Import wohl in etwa gleich bleiben. Und das auch, weil es zunehmend billiger wird Produkte zu importieren als sie selbst herzustellen. Wenn sowas also dazu führt, dass das alte Verhältnis auf höherem Niveau wieder hergestellt wird, dann kann man maximal die zeitversetzte Reaktion in einer kurzfristigen Störung dieses Verhältnisses sehen.

Eben nicht. Das haben Studien für die USA gezeigt und ist letztlich ein Heckscher-Ohlin-Problem induziertes Verteilungsproblem. Die Löhne steigen (hier in Deutschland, auch in den USA) nicht "allgemein" sondern die Lohn- und auch Einkommensspreizung nimmt zu. In der Folge steigen die Importe nicht in gleichem Maße.

Wäre dem anders - würden die Exportgewinne der Deutschen und Chinesen verkonsumiert - hätten wir weltweit die Krisensituation und insbesondere auch die des Euro nicht in diesem Maße.
Aber dass die Importe im gleichen Maße steigen sieht man am Verhältnis Export/Import. Ich gehe ja von einem Staat aus, der viel importiert, nur um es wieder zu exportieren (nach Verarbeitung). Dadurch ergibt sich natürlich ein Überschuss in der Handelsbillanz. Die USA haben ein Defizit und deswegen identifiziere ich das als eine andere Situation. Das die Lohn- und Einkommensspreizung zunimmt dadurch, kann gut sein.

Überlegen wir mal folgendes... angenommen es werden 133 Werteinheiten exportiert, und 100 Einheiten importiert, davon sind 80 Einheiten nur importiert um es dann zu verarbeiten und zu exportieren, lediglich 20 Einheiten seien "normaler" Import. Wenn der Export um 10% auf 146 steigt, muss folglich auch der auf 88 steigen, und wenn das Verhältnis bei 1,33 bleiben soll muss der "normale" Import dann auf 22 steigen. Ich nenne mal den "normalen" Import, konsuminduzierten Import, oder einfach Konsumimport. Also knapp plus 10% in allen drei Arten. Absolut gesehen ist das natürlich nur eine minimale Steigerung des vom Export unabhängigen Importes und gemessen am BIP wäre das ebenfalls minimal. Aber es wäre dann eine echte Steigerung. Allerdings sind diese 2 Einheiten auch nur das, was nachher verkonsumiert werden würde. In meinem fiktiven Beispiel sind 13 Einheiten mehr exportiert worden, 8 Einheiten mehr importiert, also ein "Gewinn" von 7 Einheiten. Auf den lokalen Konsum, der sich in Form von mehr Import zeigt wirken sich aber lediglich 2 Einheiten aus. Die anderen 5 Einheiten würden also folglich in Lohnspreizung und damit letztlich Spareinlagen fliessen.

Machen wir mal ein anderes Szenario... Importiert werden 100 Einheiten, Exportiert 80 Einheiten, es besteht also ein Defizit von 20 Einheiten. Nehmen wir wieder an 80% des Export sei Import, dann sind 64 Einheiten Import exportbedingt, 36 Einheiten heimischer Konsum. Jetzt steige der Export um 10% auf 88 (+8), also müssen jetzt 70 (+6) Einheiten importiert werden. Würde der Import insgesamt gleich bleiben, müsste der Konsum-Import also um 6 Einheiten abnehmen. Tut er das nicht, dann steigt der Import auf insgesamt 106. Das Export/Import-Verhältnis würde sich von 0.8 auf 0.83 verbessern.

Der gewichtige Unterschied ist, dass wenn sich im ersten Beispiel nichts am Konsum tut, dann verschlechtert sich Export/Import, im zweiten Verhältnis verbessert es sich. Um das Verhältnis stabil zu halten muss im ersten Beispiel der Konsum nur minimal steigen, im Zweiten aber mehr als der Exportzugewinn. Nämlich auf 110, was einem Importplus von 10 entspricht und einem Exportplus von 8 gegenübersteht.




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