ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Vor- und Nachteile beim Länderfinanzausgleich - Vorbild für Europa ?
Chronologisch Thread
- From: Christian Schmidt <csc AT schmifu.de>
- To: porcupine87 <porcupine87 AT news.piratenpartei.de>
- Cc: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Vor- und Nachteile beim Länderfinanzausgleich - Vorbild für Europa ?
- Date: Sat, 19 May 2012 17:51:45 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
@porcupine87:
Nun denn, ich bin ja nicht wirklich anonym unterwegs, Krefeld ist ganz
schön, aber wohl nicht wirklich ländlich. Das könntest Du nachschlagen.
Freiheit gibt es nur in Verbindung mit Verantwortung und ein weiteres
Stichwort wäre Gerechtigkeit, auch alles nachzuschlagen.
Handel ist ein "Ding" und somit ähnlich "böse" oder "gut" wie ein
Messer, es kommt halt immer darauf an wofür und wie man es verwendet und
Pauschalaussagen helfen dabei nicht weiter.
Meines Erachtens braucht es dafür Körper, Geist und Seele und vielleicht
noch den Diskurs mit Anderen, um sich nicht im eigenen Geist zu
"verlaufen", nicht nur Freiheit und Körper.
In dieser Gesellschaft, zumindest in der ich lebe hat jeder die Freiheit
und das Recht Profifußballer zu werden, nur hat nicht jeder die
Fähigkeit und selbst die, die die Fähigkeit besitzen manchmal keine
Möglichkeit dazu. Muss man halt was anderes machen, sinnvoller Weise
etwas was man kann und für das eine "Nachfrage" besteht. Ansonsten muss
man halt dazulernen und das gilt auch für "Erwachsene".
Es ist auch OK manche Menschen vor sich selber und manchmal auch vor
anderen Menschen zu schützen.
Letztendlich denke ich das ein großer Teil der Menschen, unabhängig vom
Ausbildungsstand und Intellekt gerne in der Vergangenheit lebt, sich
anguckt wie es war, daraus empirische Daten erhebt und wissenschaftlich
somit die Vergangenheit bewertet, was auch vollkommen ok ist.
Nur stellt dieses für die Zukunft nicht unbedingt einen Beitrag dar,
sondern kann nur dazu dienen die selben Fehler nicht noch einmal zu
machen.
Und es gibt einen anderen Teil, die Neugierig sind, Dinge in Frage
stellen, hinterfragen ob alles so sein muss wie es ist, da kannst Du in
der Antike anfangen und über Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei in die
Neuzeit kommen und über Martin Luther King ("I have a Dream"), J.F.K
("Ik bin ein Berliner"), bzw. Ronald Reagan (" „Come here to this gate!
Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!“)
heute enden.
Amerika hat heute einen schwarzen Präsidenten und Deutschland seine
Wiedervereinigung und alles ohne vorab eine einzige wissenschaftliche
Abhandlung darüber geschrieben zu haben.
Du hast in diesem Land nahezu alle Freiheiten, nur gehen musst Du
selbst. Und wenn Du nicht gehen kannst oder sonst wie benachteiligt
bist, musst Du dir helfen lassen und nicht versuchen die Regeln so zu
gestalten wie Du sie gerne hättest.
Sind doch eigentlich einfache Regeln, oder ?
Gruß
Christian
Am Samstag, den 19.05.2012, 13:44 +0000 schrieb porcupine87:
> @Csc
>
> Ja, ich mein Ziel wäre wirklich eine freie Gesellschaft, die auf das
> Selbsteigentum beruht. Ich sage, dass deine Freiheit, dein Körper und
> dein Eigentum (Produkt aus Körper und Freiheit) dir gehören. Das gehört
> nicht mir, auch nicht uns beiden, sondern dir. Und dann können wir
> natürlich handeln, also tauschen, was wir nur tun, wenn wir beide durch
> den Tausch besser dran sind und wir so beide profitieren. Es hört sich
> paradox an, aber durch Handel profitieren alle Beteiligten. Wenn ich mit
> dir auf ner Insel lande, würde ich schlechter gestellt, wenn ich dich
> töte und profitiere, wenn dein Eigentum achte und mit dir tausche. Und
> wenn es um die Verteilung der unbetreitbar knappen Ressourcen geht, muss
> man ein System finden, diese optimal einzusetzen, was über Marktpreise
> geschieht. Ich glaube nicht, dass einzelne Personen besser wissen, was
> für uns alle gut ist, sondern die breite Masse, dezentralisiert, weiß
> man das besser. Ähnlich wie Wissenschaft oder Kunst sollte die Produktion
> von Gütern dezentral ablaufen. In den drei Gebieten gibt es ständig
> Verbesserungen, da es eben kein Monopol gibt und schlechtere Produkte,
> Kunstwerke, wissenschaftliche Methoden durch bessere jederzeit ersetzt
> werden können. Beim monopolistischen Staat, der sich über Zwang
> (Steuern) finanziert und nicht indem er möglichst gute Produkte anbietet,
> die die Konsumenten dann nur kaufen, wenn sie dadurch besser gestellt wird.
>
> In einer freien Gesellschaft ist der Konsument der König. Der Unternehmer
> ist womöglich der Steuermann, jedoch entscheidet er nicht, wohin es geht
> und wird auch vom Konsumenten eingesetzt. Wenn der sagt, jemand anders
> macht es besser, dann war der Unternehmer Steuermann gewesen. Für dich
> ist der Politiker der König, der von nicht mal der Mehrheit des Volkes
> bestimmt wird (es wählen ja nicht alle) und der Wahlstimmen durch Lügen
> und größmöglichen Diebstahl verspricht, wobei starke Lobbygruppen
> (Gewerkschaften, Umwelt- und Tierschutzverbände, Industrieverbände etc.)
> sowieso mehr Einfluss auf die Politik haben als die breite Masse.
>
> Du beantwortest mir übrigens immer nicht meine Fragen, sondern versteckst
> dich in irgendwelchen Phrasen. Ich gehe davon aus, dass du vom Land
> kommst, irgendwo in einer Einöde lebst und somit es natürlich für
> gerechtfertigt hältst, dass andere für diesen Luxus von dir bezahlen.
>
> > Du möchtest "andere" dazu "zwingen" sich so zu verhalten wie es sich
> > gerade so ergibt.
> Ich möchte niemandem zu etwas zwingen. Ich definiere "die Freiheit etwas
> zu tun" aber nicht synonym mit "das Recht etwas zu tun". Jeder hat die
> Freiheit Profifussballer zu werden, aber niemand hat das Recht dazu.
>
> > Ich möchte das sie es so "können", wie sie "wollen" und dabei
> > möglichst wenig "müssen".
> Indem du ihnen Geld wegnimmst und dann Anreize schaffst, die sie ja nicht
> wollen, sondern der Zentralstaat als richtig für sie empfindet? Warum
> haben wir Extrasteuern auf Zigaretten, Bier, Schnaps, Alcopops etc.? Weil
> der Staat sagt, die Bürger sind dumm und müssen vor diesen Suchtmitteln
> geschützt werden. Warum haben wir eine Airbagpflicht? Eine
> Anschnallpflicht? Rauchverbot in Kneipen? Warum darf ich gewerblich keine
> Person transportieren? Warum darf ich keine Bäckerei aufmachen ohne
> Meistertitel? Warum darf ich gewerblich keine Getränke anbieten, wenn ich
> gleichzeitig kein Klo anbiete?
>
> @Alex
>
> > Wer es sich leisten kann, zieht etwas weiter in die Umgebung des
> > Ballungszentrums, wo die Verdichtung des Lebensraums nicht so hoch ist
> > und man eine Häuschen mit Garten hat. Die Vorteile solcher Mega-Citys
> > sind nicht vorhanden.
>
> Aber warum will dann jeder nach Manhatten? Nach Paris? Nach Berlin? Nach
> Hong Kong? Wenn du sagst, dass es da so schlecht ist und ja, zudem ist es
> schweineteuer, warum will da jeder hin? Dass Gegenden mit Mietobergrenzen
> (um die Armen zu schützen) verfallen, ist es klar. Der Vermieter hat kein
> Interesse daran, die Wohnung in Stande zu halten, da er nicht davon
> profitiert. Da die Miete unter dem Marktpreis liegt, wartet auch schon
> eine Schlange an neuen Mietern (Nachfrage größer als Angebot).
>
> > Andererseits die entvölkerten Gebiete: Beispiel Ostdeutschland: dort
> > gibt es dann Regionen, wo es nicht einmal mehr einen Arzt gibt, eine
> > Polizei, weil sich das nicht mehr rechnet. Bäckereien schließen,
> > Supermärkte, Kinos, Restaurants, Schwimmbäder, leer stehende Häuser
> > werden abgerissen usw. Ist so eine Infrastruktur erst einmal zerstört,
> > lässt sich das kaum wieder rückgängig machen.
>
> Und? Hat jedes Gebiet ein Anrecht darauf? Ab wie vielen Personen in einer
> Stadt sollte man ein Anrecht auf ein Kino haben? Gib doch mal als
> Zentralplaner ein paar Zahlen an, mit denen ich was anfangen kann. Du
> sagst immer nur, dass in der Stadt zu viel sind, am Land zu wenig. Sag
> doch mal, wie hoch die Bevölkerungsdichte am Land sein müsste, damit du
> sagst "Ok, jetzt passts. Kümmern wir uns um andere Probleme"? 100 pro
> km²? 150 pro km²?
>
> Also zusammenfassend sagst du, in der Stadt ist eh alles schlechter als
> auf dem Land, trotzdem gäbe es eine Landflucht. Dann erkennst du doch an,
> dass es am Land an Ärzten, Kinos etc. fehlt, wo du erst sagst, dass
> Großstädte keinen Vorteil bieten würden. Naja, jedenfalls sollte also
> der Staat deswegen eingreifen, weil die Menschen zu doof sind und da hin
> ziehen, wo sie schlechter dran werden?
>
> > eine ähnliche Steuer haben wir doch schon und diese nennt sich Miete.
> Naja, wenn der Staat die Miete in der Stadt künstlich niedrig hält? In
> Deutschland ist das meines Wissens eher nicht die Praxis, in den USA,
> Frankreich, England etc. schon.
>
> Ach, das Sinnvollste wäre, wenn man denen, die in einem Gebiet wohnen,
> die unter deiner Bevölkerungsdichtegrenze liegen einfach Geld bezahlt
> wird und man von denen, die in Gebieten wohnen, dass über deiner
> angestrebten Bevölkerungsdichte liegt, nimmt. Nur nicht schüchtern sein.
> Als guter Planer würdest du hier deinen Plan aber etwas detaillierter
> darstellen.
>
> Und wenn du nicht Menschen umsiedeln willst, weil doch irgendwelche
> Skrupel auftauchen, könntest du wenigstens Unternehmen, also
> Arbeitsplätze, umsiedeln. Hey, verlang doch einfach in der Stadt eine
> höhere Unternehmenssteuer und in strukturschwachen Gebieten eine
> niedrigere Steuer. Ach halt, das ist ja heute schon so. Hach, dann
> enteigne die Unternehmen einfach bzw. siedle sie einfach mit Gewalt um. Es
> geht hier ja um einen guten Zweck: Landflucht verhindern, denn es gäbe ja
> keine Vorteile für eine Stadt (außer eben Kino, Bäckerei,
> Arbeitsplätze, Discos, gute Nahverkehrsmittel etc.). Es ist übrigens
> auch nicht so, dass die Menschen den Arbeitsplätzen nachrennen, das ist
> auch anders herum so. Ein Dozent von mir hat vor mit seinem Unternehmen zu
> expandieren, jedoch ist das in der 100 000 Einwohnerstadt, in der er sich
> befindet, unmöglich, da er einfach keine entsprechenden Arbeitskräfte
> findet. Die befinden sich alle in Hamburg, Berlin, Köln, München etc.
> Also solchen Unternehmen könntest du als Staat sogar Geld zahlen und die
> würden nicht wachsen können...
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