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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?


Chronologisch Thread 
  • From: Christian Schmidt <csc AT schmifu.de>
  • To: Patrik74 <Patrik74 AT news.piratenpartei.de>
  • Cc: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Warum immer Einkommen besteuern?
  • Date: Wed, 09 May 2012 11:13:10 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Am Mittwoch, den 09.05.2012, 08:24 +0000 schrieb Patrik74:
> Ich rechne damit, dass die reichen schlau genug sind nicht 100% ihres
> Geldvermögens in Schwachsinn zu stecken, um 5% Steuern zu sparen. Daher
> halte ich dies für ein äußerst unrealistisches Szenario.

Gut, dann bleibt als die Frage warum DIE das in der PRAXIS momentan
nicht tun. Du vermutest das es am "zocken" liegt, ich würde dir
folgendes Gegenargument bieten wollen. (Danke aloa5)

http://de.wikipedia.org/wiki/Investitionsfalle

> Die Umschichtung wird nicht zu 100% in eine Anlagenklasse erfolgen, und
> die reichen werden wohl zusehen es möglichst rentabel und nicht etwa
> unsinnig einzusetzen.

Patrik, ich lebe seit über 20 Jahren in der betriebswirtschaflichen
Praxis und hätte gerne immer einen Zusammenhang zwischen Theorie und
Praxis.

Ich kann deine (teilweise) guten Ansätze verstehen und teile in großen
Teilen deine Ambition dahinter.

Du "unterstellst" Leuten die Du nur "theoretisch" kennst dein
(ehrenwerten) "Empfindungen". Letztendlich zeigt das aber "nur" auf, das
Du dich selbst vermutlich so verhalten würdest.

Es sind in der Praxis nur nicht alle so wie Du, was aber nicht
automatisch heißt das alle "netter" oder "böser" sind.

> Wenn man die Est durch die Vermögenssteuer teilweise substituiert,
> steigen die verfügbaren Einkommen und damit auch die Nachfrage.
> Dementsprechend wird es auch lohnend sein mehr zu produzieren, um die
> gestiegene Nachfrage zu decken.

Das mag in der Theorie so sein und sich mit deinen Empfindungen decken,
wäre aber ein http://de.wikipedia.org/wiki/Perpetuum_mobile

Du unterstellst das die bei der Erzeugung von Produkten gezahlten Löhne
ausreichen, um die gleichen Produkte zu kaufen. Das funktioniert
betriebswirtschaftlich in der Praxis nicht.

Wenn Du 10 Euro an Löhnen aufwenden musst um ein Produkt zu erzeugen
musst Du es teurer verkaufen, da Du ja auch noch Fixkosten hast. Der dem
Du den Lohn bezahlst kann sich dein Produkt nicht leisten, auch nicht in
Summe über die Gesellschaft.

> Ich verweise auf oben, ich traue den reichen schon zu, sich nach
> sinnvollen Realinvestitionen umzusehen - im Moment haben sie dazu nur
> überhaupt keinen Anlass, weil die Scheinrenditen, die im Ponzi-System des
> Finanzkasinos versprochen werden, attraktiver erscheinen als die faktische
> Rendite vieler Realinvestitionen - und auch dies hängt wieder mit der
> übertriebenen fiskalischen Belastung der Arbeit zusammen.

Was machst Du, wenn sich momentan in Deutschland überhaupt kein Geld aus
Investitionen in die Realwirtschaft verdienen lässt, da ausreichend
Kapazitäten, aber keine Nachfrage vorhanden ist ?

Klar mag das mit ein Grund für "das zocken" sein, aber dann lass uns die
durch "das zocken" verursachten Probleme analysieren, anstatt wilde
Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen.

Gruß
Christian






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