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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier


Chronologisch Thread 
  • From: TheAlien <TheAlien AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
  • Date: Sun, 04 Dec 2011 12:03:11 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Klugscheißer schrieb:
TheAlien schrieb:
Klugscheißer schrieb:
TomJong schrieb:
aloa5 schrieb:
ein (Brutto-)Mindestlohn nicht dafür sorgt das Vollbeschäftigung oder etwas annäherndes erreicht werden kann
Das ist ja auch nicht das Ziel eines Mindestlohns, von daher versteh ich das Argument nicht.

Beim Mindestlohn geht es zuerst mal ganz simpel um die Entscheidung, ob man wegen Menschenwürde eine Untergrenze für die Entlohnug von Arbeit in einer Gesellschaft festsetzen möchte
Wenn das wirklich für alle gelten soll, dann natürlich auch für die Selbständigen.
Wie willst Du so etwas regeln?
In den ersten Jahren der Selbständigkeit, d.h. bis sich ein Geschäft etabliert hat,
arbeiten sehr viele Selbtändige zu einem Stundenlohn, der geringer als die diskutierten
Mindestlöhne sind.
Wird dann der Bürger verpflichtet, einen bestimmten Preis für die angebotene Leistung zu bezahlen
und eine bestimmte Mindestnachfrage zu erzeugen?
Muss der einzelne Selbständige dann seinen ersten Mitarbeiter teilweise zu einem Stundenlohn einstellen,
der über dem eigenen liegt, d.h. über dem, der das Geschäftsrisiko trägt?
Die Frage des Mindestlohns bezieht sich auf abhängige Arbeitnehmer - nicht auf Selbstständige. Die Frage nach einer Bürgerverpflichtung zu einem Mindestpreis und einer Mindestnachfrage ist also rein polemisch.

Zur Frage, wie er denn seinen ersten Arbeitnehmer bezahlen soll: Das Arbeitsrecht läßt genug Spielraum über geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und Teilzeitbeschäftigung. Wenn das Geschäft nur funktioniert, in dem man Dumpinglöhne für Vollzeitarbeit zahlt - dann hat der Unternehmer bereits bei der Kalkulation gepatzt.

Wenn es um soziale Absicherung geht, wird mit Hinweis aus die Freiheit der Marktwirtschaft dagegen polemisiert - wenn einem dann die Argumente ausgehen, sind die Mechanismen der Marktwirtschaft plötzlich garnicht mehr wichtig...

Gruß The Alien
1. Du weißt sicher, dass der Anteil der Vollzeitbeschäftigten unter den Beschäftigten,
die wegen eines zu geringen Stundenohns aufstocken müssen,
nur eine zu vernachlässigende Minderheit unter den Aufstockern ist.
2. Natürlich war das Beispiel mit den Selbständigen keine Polemik.
Versuchs mal selber und Du wirst merken, dass Du anfangs sehr wenig verdienst,
ja, dass Du Dich am Anfang damit noch nicht einmal komplett selbst versorgen kannst.
Das hat wenig mit falscher Kalkulation zu tun.
Ich war selbstständig - von daher kenne ich die Problematik aus eigenem Erleben.

Ich rede auch weniger von dem geringen Anteil derjenigen, die trotz Vollzeitarbeitsplatz aufstocken müssen. Ich denke mehr an diejenigen, die zwar nicht aufstocken müssen, dafür aber 300 - 400 Stunden im Monat arbeiten müssen, um eben nicht aufstocken zu müssen. Dazu gehört zum Beispiel die Sicherheitsdienstleistung. Da liegt der Brutto-Stundenlohn in den neuen Ländern zwischen 2,50 und 5,00 €. Arbeitszeiten von 60 bis 70 Stunden in der Woche sind die Regel - schon deswegen, weil die Arbeitnehmer sonst garnicht von ihrem Lohn leben könnten.

Aber schon alleine die Tatsache, dass es überhaupt Menschen gibt, die trotz Vollzeitarbeit aufstocken müssen, sollte eigentlich ausreichen, um für einen gesetzlichen Mindestlohn zu sein.

Gruß The Alien




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