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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier


Chronologisch Thread 
  • From: TheAlien <TheAlien AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
  • Date: Thu, 01 Dec 2011 14:17:53 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Otmar, deine Argumentation ist also - zumindest kommt es so bei mir an - dass du aus der Befürchtung heraus, dass der gesetzliche ML eingeführt wird und weiter nichts passiert, lieber garnichts tust und ihn einfach ablehnst.

Dir ist es also - um bei deiner Analogie zu bleiben - lieber, dass der Wasserstand weiter steigt, als dass man die Pumpe anwirft, um ihn zunächst auf einem ungefährlichen Level zu halten, damit man Zeit gewinnt das Leck zu stopfen. Sorry, aber das ist nicht nur kotraproduktiv - es ist genau die Krankheit an der unser Land leidet. Das "Helmut-Kohl-Syndrom": Lieber nichts tun und alles aussitzen - irgendwie erledigt sich das Problem schon von selbst...

Und dass "der Markt sich selbst korrigiert" ist neoliberalistisches Wunschdenken. Die letzten Jahre haben nur zu deutlich gezeigt, wie sich der "Markt selbst korrigiert": Nämlich in dem er munter weiter auf Gewinnoptimierung hinarbeitet und die soziale Verantwortung locker auf den Staat und damit die Alllgemeinheit abwälzt.

Der Markt - wenn man ihm freien Lauf läßt - funktioniert nach den darwin'schen Regeln: Der Starke wird immer stärker und der Schwächere bleibt auf der Strecke und geht unter. Ziel der Gesellschaft muß es aber sein, genau das zu verhindern: Das der Schwächere unter geht. Im Mittelpunkt der Gesellschaft muß der Mensch stehen - nicht das Geld. Geld soll Mittel zum Zweck sein. Im Moment ist aber Geld der Zweck selbst. Das ist der eigentliche Sinn hinter dem ersten Gebot: "Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht haben andere Götter neben mir!" Die neoliberale Wirtschaftsordnung hat das Geld zur Gottheit erhoben, den Gewinn über Menschenleben gesetzt. Dem müssen wir entgegensteuern und das geht nur, in dem man den Menschen zum Mittelpunkt des Handelns macht, nicht eine wie auch immer geartete, abstrakte "Wahrheit". Von daher sind die ganzen "wissenschaftlichen" Wirtschaftsregeln für diese Diskussion nicht wichtig, weil sie am eigentlichen Ziel vorbei gehen.

Das Geld hat dem Menschen zu dienen - nicht der Mensch dem Geld!

lg The Alien




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