Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

Listenarchiv

Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier


Chronologisch Thread 
  • From: aloa5 <aloa5 AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Mindestlohn - Versuch Konsensfindung und Positionspapier
  • Date: Thu, 01 Dec 2011 11:24:26 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Kellerkind schrieb:
@aloa5: Irgendetwas an deiner Argumentation verstehe ich noch nicht, deshalb sag mir bitte, an welcher Stelle der folgenden Aufzählung der Fehler liegt:

Du bist für soziale Martkwirtschaft.

Du stimmst zu, dass es in einer Martkwirtschaft Mindestlöhne aus moralisch-ethischen Gründen geben sollte.

Trotzdem bist du gegen Mindestlöhne.

???
Kein Fehler. :)

Wäre ich "für Mindestlöhne" würde

A) jemand aus dem Piraten-Bullshit-Bingo-Team kommen und mir die Frage "pro/contra" vorlegen und mir ein "ja" abringen und

B) hinterher käme er mit einem "8-12 Euro Brutto" (such Dir einen beliebigen Wert ´raus) und es wüde abgesegnet

Für diese Sorte Mindestlohn bin ich aber nicht zu haben, denn das ist eine nicht wünschenswerte welche nicht auf Verständnis beruht.

1. Mindestlöhne haben den /Nettobedarf/ abzusichern und sich am /Nettolohn/ zu orientieren

2. Nettolöhne entstehen aus Brutto abzgl. Kosten. Sie benötigen eine Bereitstellung von Arbeitsplätzen welche wiederum von eben diesen Kosten (Angebotspreis) im Verhältnis zur Nachfrage(Kaufkraft) steht.

Aus den Punkten 1. und 2. ergibt sich eine Nettolohn-Bindung einer Mindestlohn-Anforderung sowie ein Prüfungsbedarf was Abzüge und Lohnzusatzkosten betrifft. Man muss über die Abzüge und Lohnzusatzkosten die Mindestlohnanforderungen erfüllen können.

Ich bin damit gegen /Brutto-Mindestlöhne /und erwarte das jemand der mit mir einen Mindestlohn verhandeln möchte davor oder gleichzeitig bereit und in der Lage dazu ist über Abzüge und Kosten (die Arbeitsplatzorganisation/Wirtschaftskreislauf) zu sprechen. Das ist in der Regel nicht der Fall, denn dafür fehlt das Verständnis. Es wird auch nicht zugehört wenn man "ja" sagt. Es wird (nur) zugehört wenn man dagegen ist und das begründen kann (was m.E. leicht ist, da die Beispiele i.d.R. negativ sind und auf obigem Mechanismus beruhen).

Wenn mir jemand garantiert das man über den Wirtschaftskreislauf, Lohnkosten, Abzüge und letztlich über den Nettolohn spricht wäre ich auch für einen Mindestlohn zu haben. Denn dann ist er absolut ungefährlich.

So wie die Franzosen und andere ihn haben ist er Unsinn, denn man behebt das Problem damit nicht. In einer Analogie steht man in einem Keller mit einem Fuß hoch Wasser darin. Ein Mindestlohn wäre in der Analogie das anstellen einer Pumpe damit es nicht weiter steigt. Meine Anforderung ist das erreichen des sinken des Pegels (stoppfen des Loches in der Leitung) während typische Mindestlohn-Befürworter die Pumpe hinstellen und erklären das damit ein Ziel erreicht wäre (und die Pumpenleistung nach Bedarf immer weiter erhöhen).

Ich bin kein Pumpen-Gegner. Die Pumpe macht für mich Sinn wenn der Kreislauf in der Leitung wieder zu ist und es nur noch etwas tropft.

Grüße
Otmar




Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang