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Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4
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- From: Bratenbengel <Bratenbengel AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4
- Date: Tue, 01 Nov 2011 08:53:15 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
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Hallo Cap,
das Buch ist noch nicht da, ich hab meine Erkältung gut überstanden und fahre wieder meinen Bus bei der HHAG im Hamburger Westen, mein Kollege in Scheidung wohnt jetzt bis ende Dezember bei uns und wird ab Januar seine eigene Wohnung haben, denn er hat die schriftliche Zusage vom AG und ich werde jetzt nach meiner Berlinfahrt mal zu deinem Post antworten.
Verzeih mir, wenn ich mich blöd ausgedrückt habe und auch sonst nicht so mit Fachausdrücken/ Fremdwörtern klar komme.
Mit dem Post 1260 meinte ich die ca. Berechnung Brutto/ Netto auf 1260,00 € am Anfang.
Zitat von Dir:
Damit formst Du einen Einkommensverlauf der dem Modell des Einkommensplatzes im Prinzip gleicht, aber auch nur, wenn man ihn auf einen Einpersonenhaushalt bezieht.
Ich mache es an einem Beispiel fest was ich meine.
Die Versuchsmodelle Sozialismus/ Kommunismus haben gezeigt, dass ich den Individualismus des Menschen nicht missachten darf. Dazu gehört auch der soziale und psychologische Faktor nach dem Wunsch auf Arbeit und damit verbundener sozialer Kontakte.
Hier stimme ich dir zu, dass nur sehr wenige lieber Langeweile haben wollen und die meisten eher eine gute Arbeit wünschen von der sie auch leben können, egal wer sie ihnen stellt!
In der DDR war der niedrige Durchschnittslohn von 685,00 Mark eine Grundvoraussetzung der Vollbeschäftigung.
Es hatte also jeder ein Einkommen mit dem er sehr gut leben konnte, aber im Wirtschaftskreislauf nichts fand was er kaufen wollte.
Der negative Effekt war, dass sich niemand so richtig in die Arbeit kniete und zusätzlich auch noch ausgebremst wurde, wenn er Verbesserungen vorschlug. /Das habe ich gerade in diesem Jahr auch bei der HHAG gemerkt und somit in einem kapitalistischen System die gleichen Strukturen vorgefunden, wie im angeblichen Sozialismus./
Als die Einheit kam wurde sehr schnell deutlich, dass viel Geld auf den Konten der Bürger lag und man beim Umtausch in DM plötzlich unerwartete Mehrausgaben hatte.
Ich gehörte zu denen die ca. 1400,00 Mark im Monat verdienten und lag somit weit über dem Durchschnitt.
Die Lebenshaltsungskosten waren für mich die Gleichen.
Ich konnte mir zusätzliche Rentenversicherungen und Krankenversicherungen leisten, die anderen aber nicht. Ja auch das gab es in der DDR.
Nach deinem Vorschlag sieht es doch so aus:
Dieser Einkommensplatz ermöglicht jedem Einzelnen einen schnelleren Zugang auf reguläre Arbeit. Einverstanden!
Es ergibt sich für jeden ein geregeltes gleiches Einkommen bis er reguläre Arbeit hat.
Quasi Vollbeschäftigung!
Und jetzt kommt der Knackpunkt.
Jeder von uns Vieren heute, wohnt in ein und der selben Wohnung. Jeder hat ein Einkommen.
Meine Basisstruktur mit dem Grundbedarf (Regelsatz) ist nur als Beispiel gedacht und soll verdeutlichen, dass man irgendwo einen Grundwert als Berechnung für das Grundeinkommen haben müsste.
Individuell gedacht wohnen wir also wie in einer WG und somit sind es Einzelpersonen.
Und darauf wollte ich hinaus.
Egal wie du es drehst, es ist unerlässlich, dass eine Einkommensstelle oder das BGE oder H IV nicht mit Unterscheidungen im monetärem Sinn daher kommen kann, weil jeder andere Bedürfnisse hat, sondern auf einer Höhe alle in der Grundversorgung mit Arbeit, Schule, Berufsausbildung, Kindergarten, Kinderkrippe, Hort usw. über einen Kamm geschoren werden müssen.
Der Individualismus kann und darf kein Kriterium für Leistungen sein.
Wenn ich diesen ausklammere ergibt sich das Bild, dass ein Akademiker am Einkommensplatz 1260,00 € bekommt, obwohl er bis zur Arbeitslosigkeit ja 5000,00 € verdiente. Sein Lebensstandard war aber auf den hohen Verdienst ausgerichtet und wie soll er den jetzt halten. Er hat auch Familie wie ich. Ergo muss jeder Einzelne in der Familie (jetzt noch 3 weitere Personen) genauso behandelt werden wie er selbst, wo der Akademiker vorher allein für die Familie gesorgt hat.
Das nenne ich Ausgleich. Dann geht der Akademiker zu seinem Einkommensplatz und verdient für seine Familie mit, bis die anderen Familienmitglieder ebenfalls an diesem Einkommensplatz angekommen sind.
Nach deinem Vorschlag wäre ja der Übergang vom Säugling zum Kinderkrippenkind der Weg zu einem Einkommensplatz usw., weil frühkindliche Bildung eine Grundvoraussetzung für ein späteres Erwerbseinkommen ist.
Das Problem daran ist, dass eben nicht mehr 5000,00 € sondern
5040,00 € zur Verfügung stehen und der Akademiker keine Veranlassung sieht mehr zu tun als nötig. Es sei denn er nutzt seine Intelligenz und sein persönliches Streben für eine Arbeitsaufnahme. Großes Fragezeichen ?????
Klar muss man Abstriche machen und sich von seinem erreichten Sozialstatus verabschieden, wenn es einen mit Arbeitslosigkeit erwischt hat.
Wie weit soll er runter gehen, wenn er überhaupt muss?
Ist es nicht eher so, dass im Zweifelsfall der Akademiker am Einkommensplatz kleben bleibt und das nur, weil es keine Arbeit für ihn gibt?
Der Lohn geht runter, weil Unternehmen sich billige Akademiker aus anderen Ländern holen und für ihn bleibt nichts.
Er wandert dann selber aus und unsere Investitionen für seine teure Ausbildung sind futsch.
Das war nämlich ein Problem der DDR vor dem Mauerbau und tat sich sofort wieder auf, als die Mauer weg war.
Abwanderung durch Sozialneid. Ich gehöre zu denen, die in Hamburg ihr Glück gefunden und Berlin verlassen haben und hab gerade an diesem WE gesehen wie schief die soziale und wirtschaftliche Lage in Ost und West ist.
Das war doch in deiner Antwort hier:
/@ Weltmarkt
Wenn wir einen bedingungslosen Zuzug vom Weltmarkt der Arbeitskräfte zuließen, so würden jene Arbeitsplätze, die nur übliche Qualifikationen voraus setzen, unter massiven Preisdruck geraten. Die Löhne, wie auch die Preise der Produkte aus diesen Arbeiten würde auf ein niederes Niveau absenken, was durch den Lohn auf dem Niveau des Existenzminimums definiert würde. Das würde aber auch bedeuten, dass unsere Kaufkraft deutlich steigen würde. Wir könnten dem ein wenig mit Mindestlöhnen und durch Pflichtstandards in der Sozialversicherung entgegenwirken, um die unteren Lohnschwellen nicht zu tief fallen zu lassen. Würden wir dabei die Abgabenquote im unteren Segment nicht zu hoch ansetzen, so könnte dieser Gesellschaftsteil sogar recht gut leben. Nur wären exklusivere Technikprodukte oder auch Wohnraum in Ballungszentren für diese Schichten dann unbezahlbar. Wenn wir dieses Auseinanderfallen der heimischen Gesellschaft nicht wollen, so werden wir wohl unsere schwach Qualifizierten weiterhin gegen ausländische Konkurrenz abschirmen müssen./
Könnte der Einkommensplatz wirklich daran etwas ändern, selbst wenn wir genug Arbeit haben die von den Kommunen ein Abgreifen der Arbeitskräfte aus dem Einkommensplatz bewirkt?
Ich sehe das nicht.
Wie soll ich denn Unternehmer davon abhalten, gute, billige und motivierte Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen ohne sie in iherer freien wirtschaftlichen Entscheidung zu bevormunden?
Ein Gesetz? das würde doch unseren Gedankenansatz der Förderung der sozialen demokratischen Grundordnung entgegen wirken.
Der Chef von Goretec (textilhersteller) hat sich gegen den Trennt entschieden und blieb hier, weil er eine soziale Verantwortung als Unternehmer sieht. Das war freiwillig und sehr persönlich. Aber er bleibt eine Ausnahme. Die Masse Unternehmer geht weg, wenn wir ihnen den Zugang zu den billigen internationalen Spitznekräften verweigern.
Ich fasse zusammen:
Einkommensplatz mit niedrigem Lohnniveau ist eine staatlich bewirkte Vollbeschäftigung, deren finanzielle Ausstattung sehr schlecht ist.
H IV ist ein Transfersystem mit uneffektiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, weil niemand für sein Geld arbeiten muss, wenn er es geschickt anstellt.
Beides Zusammen nebeneinander wäre also eine wirtschaftlich schwache Grundversorgung, wenn nicht alle Bürger diese Finanzieren.
Hinzu kommt, dass eben die Kaufkraft nicht erhöht wird, weil die gut bezahlten Arbeitsplätze wegbrechen.
Ich hätte mich gerne mal persönlich mit dir getroffen, weil ich in Gedanken schon bei einer Formulierung für eine geänderte Version deines Vorschlages bin, leider kein BWL oder VWL Studium habe und sehr viele Gemeinsamkeiten in deinem Vorschlag und meinen Ideen sehe, die man eventuell als auch Abstimmungsvorschlag einbringen könnte.
Momantan sehe ich in deinem Vorschlag eine zu große Hürde das Verständnis vieler zu wecken.
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, Bratenbengel, 01.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, CAP (Christian), 01.11.2011
- <Mögliche Wiederholung(en)>
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, Bratenbengel, 01.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, CAP (Christian), 02.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, Bratenbengel, 02.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, CAP (Christian), 03.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, Bratenbengel, 03.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, CAP (Christian), 03.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, CAP (Christian), 03.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, CAP (Christian), 03.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, Bratenbengel, 03.11.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Antrag #130 Wirtschafts- und Sozialpolitik: Ergänzung neben Hartz 4, CAP (Christian), 04.11.2011
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