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crew-hauptmann-von-koepenick - Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] Resumee GV

crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Crew-hauptmann-von-koepenick mailing list

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Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] Resumee GV


Chronologisch Thread 
  • From: René <pirat AT renephoenix.de>
  • To: crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] Resumee GV
  • Date: Wed, 26 Oct 2011 15:49:09 +0200
  • Importance: Normal
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/crew-hauptmann-von-koepenick>
  • List-id: <crew-hauptmann-von-koepenick.lists.piratenpartei.de>

Hallo,

ich würde gerne dazu auch noch mal ein paar Gedanken in die Runde werfen.
Ich befasse mich mit dem Thema zugegebenermaßen noch nicht so lange, d.h.
ich stecke durchaus noch im Auseinandersetzungsprozeß. Aber vielleicht
helfen dazu meine Gedanken etwas, das ganze zu verstehen.

Ich gehe mal von zwei Grundannahmen aus:

1. Wir wollen basisdemokratische Entscheidungen. Wie als Fraktionen wollen
eure Meinung. Und ihr wollt das auch.

2. Wahlcomputer haben das Problem, daß sie nie gleichzeitig die
Wahlgrundsätze 'Geheim' und 'Nachvollziehbarkeit' erfüllen können. Und
unter Nachvollziehbarkeit verstehe ich auch die Gewährleistung gegen
Manipulation.

Wenn wir unsere Arbeit in der Fraktion auf dieses System stützen wollen,
muss das Ergebnis nachvollziehbar sein. Wir müssen sicher sein: das ist
auch wirklich die Meinung der Piraten im Bezirk. Und das geht eben nur,
wenn man dafür den Grundsatz "Geheim" aufgibt. Das heißt: in jedem Falle
muß es eine Möglichkeit geben, nachzuvollziehen, wie der einzelne
tatsächlich abgestimmt hat.

Wie das realisiert werden kann, dafür gibt es verschiedene Ansätze:
* Der radikalste sind Klarnamen mit Anschriften. Jeder kann den anderen
fragen, wie er abgestimmt hat. Wenn man keine anderen Kontaktmöglichkeiten
kennt, so hat man in jedem Fall eine postalische Anschrift (ein Jurist
würde ladungsfähig sagen). Man kann ihn anschreiben oder auch persönlich
vorbei gehen. Eine Stufe weniger radikal wären Postfächer - nur so etwas
hat natürlich fast keiner ;-)
* Eine andere Variante ist das gegenseitige persönliche Vorstellen. So
ähnlich, wie das bei den Schlüsselpartys (PGP) gemacht wird. Wir ordnen
die menschlich anwesende Person, die nachweislich Mitglied der
Piratenpartei im entsprechenden Gebiet ist, einem uns danach bekannten
Kennzeichen zu. Dieses Kennzeichen könnte der Klarname, die
Mitgliedsnummer oder auch ein Pseudonym zu. Etwas weiter gesponnen könnte
es auch eine E-Mail-Adresse oder Twitter-Konto sein.
* Eine zentrale Organisation (Clearingstelle) übernimmt diese
Verantwortung. Sie könnte auf Antrag jedes Mitglied zur Verifikation der
entsprechenden Stimme bitten.
* Möglicherweise gibt es noch andere Varianten...

Egal, in welche Richtung die Debatte gehen wird, ich bin da grundsätzlich
offen - wir müssen uns eins klar sein: es gibt die Gefahr von Manipulation
und Mißbrauch. Damit müssen wir uns auseinandersetzen.

In allen Fällen brauchen wir auch Vertrauen. Wenn auch unterschiedlich
stark. Entweder wir bringen es gegenüber einer Clearingstelle auf. Oder
gegenüber denen, die die jeweilige Person identifiziert hat. In jedem Fall
auch Vertrauen gegenüber den Administrator (Innentäter).

Sämtliche Varianten kosten in irgendeiner Form Zeit und Aufwand. Wenn sich
alle erst einmal vorstellen müssen (und das immer nach einen gewissen
Interval), kostet das Zeit. Aber es kostet auch Zeit, immer mal wieder
Stichproben zu prüfen, weil sonst inaktive Leute auch unbemerkt
manipuliert werden könnten.

Zur Frage mit dem Klarnamen in Variante 2 erschließt sich mir bspw. noch
nicht ganz. Namen müssen nicht eindeutig sein. Daher gab es die Anregung
der Mitgliedsnummer, die wiederum eindeutig ist.

Und wie auch immer das System am Ende aussehen mag: ein Gefahrenpotential
besteht auch im optimalen Liquid Feedback - und das ist, wenn sich eine
größere Menge politisch extremer anmeldet...

Daher sollte jedes Ergebnis mit gesunden Menschenverstand angeschaut
werden. Und wenn Ergebnisse sehr wichtig sind bzw. auch von unseren
Grundsätzen abweichen, müssen wir im Zweifelsfalle eine Gebietsversammlung
einberufen.

Soweit dazu mein Gedanken dazu,

Noch zum Resumee der gestrigen Sitzung: Ich bin immer für Feedback
dankbar. Was mich stört, wenn jemand lauter und energischer wird - oder es
auf persönlicher Ebene angegriffen wird. Auch wenn diese in der Sitzung
nur einen klein ausmachten - sie überschatten immer etwas. Und das muß
nicht sein.

Und zur Diskussion Politik und Spiel (Micha / Sebastian) nur kurz: Politik
ist sehr wohl auch ein Spiel! Aber jetzt nicht an Freizeitspaß denken,
sondern eher an Strategie. Wie würde dein Kontrahent entscheiden, wenn du
dich dafür entscheidest. Und wir würde er entscheiden, wenn er nicht
weißt, wie du entscheides? Solche Sachen fassen sich in der Entscheidungs-
und Spieltheorie zusammen.

viele grüße,
rené




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